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Horwer Schulhaus-Sanierung massiv teurer – Kritik an Gemeinderat

Asbest im Verputz, nachträglicher Lifteinbau, externe Bauherrenvertretung: Die Sanierung des Schulhauses Spitz kostet rund 30 Prozent mehr als budgetiert. Das Horwer Parlament stimmt der Abrechnung nur zähneknirschend zu.
Roman Hodel
Das Schulhaus Spitz in Horw. (Bild: PD/Gemeinde Horw)

Das Schulhaus Spitz in Horw. (Bild: PD/Gemeinde Horw)

Für den Horwer Gemeinderat setzte es an der Einwohnerratssitzung vom Donnerstag eine Schelte ab - Parlamentarier von links bis rechts kritisierten die Abrechnung des Baukredits für die im April 2018 abgeschlossene Sanierung und Erweiterung des Schulhauses Spitz. Kein Wunder: Ursprünglich hatte das Parlament dafür einen Sonderkredit über 4,72 Millionen Franken genehmigt. Doch gemäss der Schlussabrechnung sind daraus nun 6,27 Millionen Franken geworden - rund 30 Prozent mehr als angenommen. Für die höheren Kosten nannte der Gemeinderat drei Hauptgründe, wofür er nachträglich jeweils Zusatzkredite bewilligt hat:

  • 800'000 Franken für die zusätzliche, vorsorgliche Asbestsanierung im Verputz.
  • 400'000 Franken für den Lifteinbau. Eine Auflage der Fachstelle Hindernisfreies Bauen. Dieser sei erst mit der Baubewilligung verlangt worden, nach Genehmigung des Sonderkredits.
  • 150'000 Franken für eine externe Bauherrenvertretung als Entlastung. Denn das Umsetzungsvolumen mit der zeitgleichen Sanierung des Schulhauses Zentrum, der Freiraumgestaltung und der Planung Sanierung Schulanlage Kastanienbaum wäre zu gross geworden.

Als «unschön» bezeichnete Richard Kreienbühl (CVP) im Namen der Bau- und Verkehrskommission die Schlussabrechnung:

«Hätte man das mit dem Asbest im Verputz oder auch mit dem Einbau des Lifts nicht viel früher merken müssen? Es sind ja keine neuen Themen.»

Sein Parteikollege Markus Bider kritisierte im Namen der Geschäftsprüfungskommission überdies die fehlende Transparenz: «Man sieht im Bericht und Antrag zur Abrechnung zwar, was zusätzlich gemacht worden ist, aber zum Teil nicht warum.» Die fehlende Transparenz bemängelte auch Toni Portmann (CVP): «Wir wünschen uns künftig mehr Klarheit bei Abrechnungen.» Für die CVP sei der Zusatzkredit für die Asbestsanierung noch am ehesten nachvollziehbar, «hingegen ist unverständlich, weshalb die externe Bauherrenvertretung nicht schon vor Genehmigung des Sonderkredits feststehen konnte.»

Bezüglich externer Bauherrenvertretung wunderte sich Ruth Strässle (FDP) ebenfalls: «Es war doch zum Vorneherein klar, dass das Umsetzungsvolumen gross wird, wenn gleichzeitig das Schulhaus Zentrum saniert wird.» Sie forderte «mehr Weitsicht und Tiefe bei der Budgetierung», zumal ja leider noch nicht einmal alle Probleme beim Schulhaus gelöst seien.

Ein Punkt, den auch Fabian Pabst (SVP) ansprach: «Schon einige Wochen nach der Inbetriebnahme begannen im Werkraum Maschinen zu rosten wegen hoher Feuchtigkeit im Raum. Diese Schäden sind noch nicht behoben und dennoch legt man uns bereits die Schlussabrechnung vor - das ist sehr verwunderlich.»

Die löblichsten Worte hatte noch Nathalie Portmann (L20) übrig, wobei auch sie den Bericht und Antrag als «zu knapp» kritisierte mit Blick auf die «grossen Kostenüberschreitungen». Gemeindepräsident Ruedi Burkard (FDP) sagte, der Gemeinderat sei sich bewusst, mit dieser Abrechnung keinen Applaus zu ernten:

«Doch es handelt sich um Entscheidungen, die uns mitunter von extern aufgezwungen wurden und die nachvollziehbar sind.»

Der Gemeinderat könne mit der Kritik umgehen und werde künftig ein Augenmerk auf vertiefte Informationen zu Abrechnungen legen. Burkard: «Trotzdem ist das Resultat der Sanierung und Erweiterung in Ordnung. Wir haben ein Schulhaus, das für weitere 30 Jahre seine Aufgabe erfüllen kann.»

Das Parlament genehmigte die Abrechnung schliesslich mit 22 Ja- zu 2 Nein-Stimmen. Letztere stammten von CVP-Mitgliedern. Die SVP enthielt sich der Stimme.

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