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Interview

Horwer Sek-Schüler in Moskau: «Mussten selten mit Handzeichen kommunizieren»

Kreml statt Kapellbrücke - zwölf Horwer Sek-Schülerinnen und -Schüler verbrachten eine Woche im Rahmen eines Austauschs in Moskau. Wo sie wohnten, was sie assen und worüber sie garantiert nicht sprachen, sagt Christian Funk (15) im Interview.
Roman Hodel
Der Horwer Sek-Schüler Christian Funk vor der Basilius-Kathedrale in Moskau. (Bild: PD)

Der Horwer Sek-Schüler Christian Funk vor der Basilius-Kathedrale in Moskau. (Bild: PD)

Zwölf Horwer Sek-Schülerinnen und Schüler waren bis letzten Sonntag in Moskau. Sie verbrachten eine Woche mit gleichaltrigen Gspänli, die im letzten Mai in Horw zu Besuch waren. Initiiert wurde das Austauschprojekt Russland-Schweiz vom Russischen Verein Zentralschweiz, dessen Präsidentin in Horw lebt – in Zusammenarbeit mit der Schule Horw. Ziel: Kompetenzen fördern. So lernen die Schüler etwa den Umgang mit einer fremden Kultur, entwickeln Verständnis für die gesellschaftliche Vielfalt und sie verbessern ihr Englisch.

Ihr wart in Moskau, auch um Euer Englisch zu verbessern, echt jetzt?

Christian Funk: Ja. Denn niemand von uns kann Russisch und die Moskauer Schüler können kein Deutsch. Aber alle sprechen Englisch. Wir mussten jedenfalls selten mit Handzeichen kommunizieren, es lief super.

Kannst du trotzdem mittlerweile ein paar Wörter Russisch?

Ehrlich gesagt kaum. Wir waren alle bei Gastfamilien untergebracht. In meiner Gastfamilie sprach ich mit der Tochter Anna Englisch, mit ihrem Vater Deutsch - weil er in Deutschland arbeitet. Nur bei der Mutter musste jemand übersetzen.

Wo wohnt die Gastfamilie?

In Moskau in einem 20-stöckigen Hochhaus, das etwa fünf Minuten zu Fuss von der Schule entfernt ist. Die Wohnungen sind für russische Verhältnisse top-modern, das hätte ich von aussen nicht gedacht.

(Bild: PD)

(Bild: PD)

Und wie ist die Gastfamilie?

Sehr nett. Anna kannte ich schon – sie wohnte im Mai bei uns daheim.

Was waren die Höhepunkt der Woche?

Am spannendsten war die Besichtigung eines Kinderheims, wo es ein Konzert gab. Die Anlage ist riesig und verfügt sogar über ein Hallenbad. Ebenfalls toll war der Besuch des Dreifaltigkeitsklosters von Sergijew Possad, des Kremls und eines Musicals.

Auf Instagram habt ihr Fotos von Lachs, Crêpes und russischem Salat gepostet - wie schmeckte dir das Essen?

Sehr gut. Lecker waren zum Beispiel auch die Hacktätschli und sogar die Randensuppe, bei welcher ich zunächst skeptisch war.

Was sind die grössten Unterschiede im Alltag zwischen Luzern und Moskau? Mal abgesehen von der Grösse und Sprache...

Manchmal das russische Temperament. Eine Kollegin stellte ihren Koffer im ÖV am falschen Ort hin, prompt hat sie ein Fahrgast zurechtgewiesen. Und sonst? Die Luft ist in Moskau ziemlich schmutzig, überhaupt ist alles weniger clean als bei uns. Toll ist die Architektur. Zum Beispiel die historischen Metro-Stationen mit dem ganzen Gold.

Und was unterscheidet Moskauer von Horwer Jugendlichen?

Mir fällt ein, dass sie Songs hören, die bei uns vor zwei Jahren angesagt waren. Dann tragen sie eher No-Name-T-Shirts, bei den Sneakers hingegen sind auch Nike und all diese Brands zu sehen. Man muss dazu wissen, dass sich «unsere» Schule in einem «normalen» Stadtteil befindet, also weder Ghetto noch besonders reich.

Worüber habt ihr mit den Moskauer Schülern geredet?

Über alles mögliche.

Auch über Politik, etwa über Wladimir Putin?

Oh nein, das nicht. Wir wollten ja nichts Falsches sagen. Ich habe aber einen guten Eindruck von Russland bekommen. Auch wenn man schon deutlich mehr Polizisten oder Securitys auf der Strasse sieht.

Was bringt dir dieser Austausch?

Es ist eine tolle Erfahrung. Zudem bleiben wir mit den Moskauer Schülern via Whatsapp in Kontakt. Dennoch habe ich nicht vor, für ein allfälliges Austauschjahr nach Russland zu gehen.

Sondern?

Dann schon lieber in die USA. Aber zuerst will ich eine Lehre absolvieren, eventuell als Schreiner.

Hinweis: Mehr Infos und Bilder zum Austausch finden Sie hier.

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