Horwer Sportanlage ist nach Schäden bei Bohrarbeiten erst Mitte Mai wieder nutzbar

Hier Absenkungen, dort Erhebungen: Die Schäden sind erheblich an der Leichtathletikanlage Seefeld. Vereine und Schulen müssen noch längere Zeit darauf verzichten. Immerhin: Eine gute Nachricht gibt es.

Roman Hodel
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Die Leichtathletikanlage im Horwer Seefeld gibt derzeit kein schönes Bild ab: An mehreren Orten sind Absenkungen, Erhebungen, ja eigentliche Gruben zu sehen. Die Benützung ist seit Monaten eingeschränkt und mittlerweile gar nicht mehr möglich. «Voraussichtlich erst Mitte Mai können die Vereine und Schulen wieder darauf trainieren», sagte der zuständige Gemeinderat Jörg Stalder (L20) am Donnerstagabend im Einwohnerrat. Er beantwortete eine dringliche Interpellation, die FDP-Fraktionschef Jürg Biese dazu eingereicht hatte.

Passiert ist das Unglück im vergangenen November bei Rohrstossarbeiten für die beiden Leitungen, welche vom See zur künftigen Zentrale der Seewasser-Fernheizung neben dem Sportplatz führen und die Anlage unterqueren. Beim Einziehen des ersten Rohres kam es zu Einbrüchen im Bereich der Leichtathletikbahn (wir berichteten). Zunächst versuchte man die Absenkungen mit Injektionen in den Baugrund zu korrigieren, wie Biese in seiner Interpellation schreibt. Das erste Rohr konnte denn auch bis Mitte Januar verlegt werden. Doch beim zweiten Rohr stocken die Arbeiten. «Es geht nicht mehr vorwärts», so Biese. Laut seiner Interpellation wurden nicht nur die Leichtathletikanlage selber, sondern auch die Entwässerungsleitungen in Mitleidenschaft gezogen. Was im Baugrund genau geschehen ist und wie dieser heute aussehe, sei vermutlich nicht bekannt.

Laut Immobilienvorsteher Jörg Stalder wurde bei den Rohrstossarbeiten Bentonit verwendet. Dieses Füllmaterial wird als Stützflüssigkeit benötigt, um den gebohrten Hohlraum auszufüllen, bevor das eigentliche Rohr verlegt wird. An der neuralgischen Stelle unter der Leichtathletikanlage hat sich der Bentonit aus noch ungeklärten Gründen teils im Baugrund verselbstständigt. Worauf es zu den Absenkungen und Hebungen kam. Stalder:

«Das Ganze ist für uns eine unangenehme Situation.»

Wie gross der angerichtete Schaden ist, konnte er nicht beziffern. Nur soviel: Die Gemeinde koste die Wiederherstellung der Leichtathletikanlage keinen Rappen. Sie tritt zwar als Bauherrin für die Schadensbehebung auf, doch die gesamten Kosten übernimmt die Seenergy AG. Sie ist eine Tochterfirma von Energie Wasser Luzern (EWL) und realisiert die Fernheizung. «Auch für Folgeschäden werden wir sie behaften», so Stalder. Er hofft, dass zumindest ein Teil der Anlage schon Anfang Mai für den «schnellsten Horwer» wieder bereit ist: «Sofern das Corona-Virus die Durchführung des Anlasses überhaupt zulässt.»

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