HORW/KRIENS: Ökihof: Das Warten geht weiter

Ein halbes Jahr haben sich die Gemeinden Zeit gegeben, um eine Lösung für den überlasteten Ökihof zu finden. Das Ergebnis ist ernüchternd.

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Der Ökihof in Horw wird vor allem an den Wochenenden von Nutzern überrannt. (Bild Eveline Beerkircher)

Der Ökihof in Horw wird vor allem an den Wochenenden von Nutzern überrannt. (Bild Eveline Beerkircher)

Dominik Weingartner

Der Ökihof, den der Abfallverband Real im Auftrag von Horw und Kriens im Grenzgebiet an der Technikumstrasse 2 in Horw betreibt, ist seit Jahren überlastet. An Wochenenden müssen sogar Verkehrslotsen aufgeboten werden, damit der Verkehr rund um die Entsorgungsstelle nicht total kollabiert. Auf eine Lösung des Problems konnten sich die beiden Gemeinden bisher nicht einigen. Kriens und Real favorisieren einen Neubau am bisherigen Standort. Für Horw kommt das nicht in Frage. Die Seegemeinde will an einem alternativen Standort einen neuen Ökihof bauen.

Einigung in Aussicht gestellt

Im letzten Februar wurde vollmundig die grosse Einigung zwischen Kriens und Horw in Sachen Ökihof angekündigt. Der Plan: Eine Arbeitsgruppe, zusammengesetzt aus Horw, Kriens, Stadt Luzern, Real und Luzern Plus, hat ein halbes Jahr Zeit, um eine definitive Lösung herauszuarbeiten. Konkret hiess dies: Die Gemeinde Horw hat ein halbes Jahr Zeit, um einen geeigneten Standort zu suchen. Gelingt dies nicht, wird das bereits ausgearbeitete Projekt für einen Neubau am jetzigen Standort umgesetzt.

Gestern sind die Ergebnisse der Arbeitsgruppe veröffentlicht worden. «Wir haben über 15 mögliche Standorte evaluiert», sagt Thomas Glatthard, Gebietsmanager Luzern Süd des Gemeindeverbandes Luzern Plus und Sprecher der Arbeitsgruppe.

«Keine zeitlichen Versprechungen»

Von den evaluierten Standorten kommen nun drei in die engere Auswahl. «Wir werden das Gespräch mit den Grundeigentümern suchen und baurechtliche Abklärungen treffen», so Glatthard. Wo sich die Grundstücke befinden, will die Arbeitsgruppe erst kommunizieren, wenn der Standort gesichert ist. «Das Ziel ist, innert zwei Jahren ein Grundstück zu sichern», so Glatthard. Realisiert werden soll der neue Ökihof innert fünf Jahren. Doch verbindlich sind diese Angaben nicht. Glatthard: «Wir können keine zeitlichen Versprechungen machen.» Die Akteure hätten im Februar den Zeitaufwand für die Suche nach einer Lösung «zu optimistisch eingeschätzt».

Obwohl die Arbeitsgruppe jetzt einen neuen Standort favorisiert, ist das Neubauprojekt am aktuellen Standort noch nicht definitiv vom Tisch. «Auf der Rückfallebene ist das Projekt immer noch vorhanden», sagt Glatthard. Unter welchen Bedingungen diese Variante wieder aus der Schublade gezogen wird, kann der Gebietsmanager nicht sagen.

Bis eine Lösung vorliegt, müssen die Anwohner mit der jetzigen Situation rund um den Ökihof leben. «In der Zwischenzeit muss man vor Ort schauen, dass nicht alle Leute gleichzeitig kommen», sagt Thomas Glatthard.

Horw hat sich durchgesetzt

Der von der Arbeitsgruppe präsentierte Weg zur Lösung des Ökihof-Problems zeigt, dass die beteiligten Gemeinden und Real keinen entscheidenden Schritt weitergekommen sind. Klar scheint, dass sich Horw mit seiner Forderung nach einem Neubau an einem anderen Standort weitgehend durchgesetzt hat. Kriens und Real haben auch keine Handhabe, den Neubau am jetzigen Standort durchzusetzen, denn der Ökihof liegt auf Horwer Boden. Und der Horwer Gemeinderat hat schon vor längerer Zeit klargemacht, dass das vorliegende Neubauprojekt in dieser Form nicht bewilligt werden könne.

Die Leidtragenden in dieser Geschichte sind in erster Linie die Anwohner am Steinibachweg. Über ihre Privatstrasse führt die Zufahrt zum Ökihof. Sie müssen sich nun darauf einstellen, dass der unbefriedigende Zustand auf dem Steini­bachweg mindestens während der nächsten fünf Jahre Bestand haben wird.