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HOTEL: Luzerner Stadtrat mag es nicht so bunt

Der Streit um die Lichter beim «Schweizerhof» geht in die nächste Runde. Die Bewilligung wurde nicht erteilt. Ein Gerichtsgang ist nicht ausgeschlossen.
Sandra Monika Ziegler
Bunt wie ein Adventskalender: die farbigen Fenster im «Schweizerhof». (Bild Boris Bürgisser)

Bunt wie ein Adventskalender: die farbigen Fenster im «Schweizerhof». (Bild Boris Bürgisser)

Sandra Monika Ziegler

Das Hotel Schweizerhof hat seit zwei Jahren nachts eine bunte Fensterbeleuchtung. Die Hotelbesitzer liessen die Lichter im Mai 2014 montieren – ohne Bewilligung. Ende Januar wurde dann das geforderte Gesuch für die Beleuchtung nachgereicht und stadtintern diskutiert (Ausgabe vom 20. Februar). Diese Woche – fünf Monate später – hat nun der Luzerner Stadtrat darüber entschieden. «Das Gesuch ist abgelehnt worden, da es nicht den gesetzlichen Grundlagen entspricht», sagt der Luzerner Stadtarchitekt Jürg Rehsteiner auf Anfrage.

Verstoss gegen zwei Vorschriften

Die «Inszenierung» widerspreche in zwei Punkten den städtischen Regeln: Erstens gegenüber dem Plan Lumière, der kein farbiges Licht zulässt. Weil das Haus «aufgrund seiner prominenten Lage Teil des Plan Lumière ist», wie vergangenen Februar Stadtarchitekt Jürg Rehsteiner gegenüber unserer Zeitung sagte, gelten die Regeln des Plans auch für das Hotel.

Zweitens würden die farbigen Fensterlichter den besonderen Vorschriften für Beleuchtungen widersprechen. Diese sind in der Verordnung über die Nutzung des öffentlichen Grundes Stadt Luzern im Artikel 23 festgehalten. Die «Schweizerhof»-Beleuchtung wird von Seiten der Stadt als Eventbeleuchtung taxiert. So werden unter anderem «temporäre Lichtspiele» an Gebäudefassaden bezeichnet. Und demzufolge dürften die Fenster lediglich während 16 Tagen pro Jahr, ausser an Sonn- und Feiertagen, farbig leuchten. Von dieser Regelung ausgenommen ist die Weihnachtsbeleuchtung in der Adventszeit.

Auch andere Hotels betroffen

Das Hotel Schweizerhof ist übrigens nicht alleine auf dem Radar von Plan Lumière. Dario Buddeke, Projektleiter Plan Lumière Stadt Luzern: «Gespräche bezüglich der Fassadenbeleuchtung sind auch mit den Verantwortlichen der Hotels National, Palace, Montana und Gütsch geführt worden.» Keines der genannten Häuser habe aber bisher ein Gesuch eingereicht, so Buddeke.

Diese Gebäude sind nicht Plan-Lumière-konform, weil ein Teil ihrer Fassadenbeleuchtung in den Nachthimmel abstrahlt, der Energieverbrauch zu hoch ist, die Fassade im Vergleich zur Umgebung zu stark beleuchtet wird, die Leuchtdichteunterschiede an der Fassade zu stark sind, wie Buddeke ausführt. Letzteres bedeutet, dass ein Gebäude unterschiedlich stark beleuchtet wird – die Unterschiede zwischen hell und dunkel sind zu gross.

Doch zurück zum «Schweizerhof»: Das Licht der Fenster sollte nicht farbig, sondern warm-weiss sein. Nichts zu beanstanden gibts dagegen bei der Fassadenbeleuchtung, diese wurde nach den Vorgaben von Plan Lumière umgesetzt. Für die Innenbeleuchtung wird jedoch eine Nachbesserung gefordert. «Eine farblose Beleuchtung kommt für uns eher nicht in Frage», sagt Miteigentümer Patrick Hauser und fügt an: «Es ist schon erstaunlich, dass eine Stadt, die sich als Welt- und Leuchtenstadt positioniert, jetzt solche farblosen Forderungen stellt.» Für Hauser war bereits bei Eingabe des Gesuches klar, dass es negativ beurteilt werden könnte. Hauser: «Wir waren und sind überzeugt, dass die Innenbeleuchtung nicht bewilligungspflichtig ist.»

Bunte Lichter als Präjudizfall

Für die Hotelbesitzer gibt es im Fall «Schweizerhof» nun drei Möglichkeiten. Sie könnten ihr Lichtspiel ganz ausschalten und damit das Gesuch zurückziehen; oder aber sie könnten die farbigen Lichter nur an 16 Tagen brennen lassen. Beides begeistert Hauser nicht. Die dritte Variante wäre dann der Gerichtsgang. Nachdem die Ablehnung des Gesuches schriftlich vorliegt, kann dagegen Einspruch erhoben werden. Hauser: «Wenn wir die Begründung schriftlich vor uns haben, können wir auch reagieren.» In den nächsten Tagen werde dies der Fall sein. Prinzipiell sind die «Schweizerhof»-Besitzer nicht abgeneigt, den Fall weiterzuziehen. Der Weg würde dann über das Kantonsgericht führen. Das wäre ein Präjudizfall, an dem sich auch andere Hotelbesitzer orientieren könnten.

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