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Fast vier Monate nach dem Brand: Luzerner Hotel Schlüssel wird nun rückgebaut

Anfang Mai zerstörte ein verheerendes Feuer Teile des Hotels Schlüssel am Franziskanerplatz. Nun wird der Zustand vor dem Brand wieder hergestellt. Aktuell läuft bereits der Rückbau – der ausserdem Überraschendes zu Tage gebracht hat.
Gabriela Jordan
Der Brand im Hotel Schlüssel am Franziskanerplatz loderte während Stunden. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 2. Mai 2018))

Der Brand im Hotel Schlüssel am Franziskanerplatz loderte während Stunden. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 2. Mai 2018))

Mit einer Stirnlampe auf dem Kopf schreitet Peter Camenzind rasch von Raum zu Raum, zeigt hie und da auf Holzbalken, die vom Feuer verkohlt sind, und steigt dann hoch ins nächste Stockwerk. Das Wort «Flammeninferno» fällt dabei mehr als einmal. «Über den Lüftungsschacht konnte sich das Feuer schnell verbreiten. Zum Glück blieb ein Grossteil des Gebäudes vor den Flammen verschont – doch auch dort haben der Rauch und das Löschwasser Schäden verursacht», sagt er.

Als Präsident der Baukommission der beiden Eigentümer koordiniert Peter Camenzind mit seinem Team die ganze Brandsanierung. Diese soll das Gebäude wieder in den Zustand vor dem 2. Mai versetzen, als in der Hotelküche der verheerende Brand ausbrach (siehe Box ganz unten).

Da es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt (Baujahr 1545), ist ein möglichst «sanfter Eingriff» vorgesehen. Dies ist dem Baugesuch zu entnehmen, das seit gestern im Stadthaus öffentlich aufliegt. Die Gebäudestruktur, der historische Borromäus-Saal, die beiden Restaurants «Schlüssel» und «Vrenelis Gärtli» – all dies soll bleiben wie bisher. Vieles muss aber dennoch getan werden: Ersetzt wird der vertikal verlaufende Lüftungsschacht, durch den sich das Feuer bis in den Dachstock seinen Weg bahnte. Ebenfalls erneuert wird folglich die Dachwohnung, das total abgebrannte Dach, eine eingestürzte Treppe im dritten Stock, sowie der alte Lift, dem nicht das Feuer, aber dafür der Rauch stark zugesetzt hat. Damit nicht genug: Auch die verbrannten Stromleitungen müssen ausgetauscht werden – in einem über die Jahrhunderte stetig angepassten Gebäude leichter gesagt als getan.

Löschwasser verursacht Probleme bei der Statik

Wer in letzter Zeit beim Hotel Schlüssel vorbeigelaufen ist, dem wird aufgefallen sein, dass dort schon jetzt einiges in Gang ist – Mulde, Gerüst und Toi-Toi-Häuschen sind nicht zu übersehen. Tatsächlich läuft bereits der Rückbau, damit im Herbst der Wiederaufbau starten kann. «Unser grösstes Problem ist momentan die Statik», erklärt Camenzind. «Weil sich die Böden und Wände aus Holz mit Löschwasser vollgesogen haben, ist der Borromäus-Saal nicht mehr ganz stabil. Der Boden und die Decke müssen deshalb gestützt werden. Dies, obwohl der Saal bereits so gut wie möglich getrocknet wurde.» Damit die Fachleute erkennen, welche Balken noch genug tragfähig sind und welche nicht, werden diese jetzt freigelegt.

Im Zuge dieser Arbeiten ist im Borromäus-Saal eine alte Wand mit Tapetenresten und einer Zwischentür aufgetaucht. «Niemand wusste davon», sagt Camenzind und lacht. Die alte Wand werde danach wieder von einer neuen überdeckt – dagegen habe auch die Denkmalpflege nichts einzuwenden.

Einige leichte bauliche Anpassungen gibt es aber doch. In einzelnen Hotelzimmern wird zum Beispiel die verschachtelte Raumaufteilung vereinfacht, und die Wohnungen erhalten allesamt neue Küchen. Im Hotel Schlüssel wird man voraussichtlich wieder im September 2019 logieren und dinieren können. Dann will die Pächterin Marija Bucher den Betrieb eröffnen. Auch die fünf Wohnungen in den oberen Stockwerken werden dann wieder neu vermietet.

Sachschaden beläuft sich auf rund eine Million Franken

Das Feuer vom vergangenen 2. Mai hat im Hotel Schlüssel deutliche Spuren hinterlassen. Wie die Gebäudeversicherung Luzern auf Anfrage mitteilt, beläuft sich der Schaden auf rund eine Million Franken. Nach wie vor seien dazu jedoch Detailabklärungen in Gang. Zum Brandschaden kommen weitere Kosten hinzu, beispielsweise durch Betriebsausfall und kaputtes Inventar. Diese sind durch die Privatversicherungen abgedeckt. Zerstört wurden nebst dem Dach, einer Treppe und dem Lüftungsschacht (siehe Haupttext) auch die Gebäudeinstallation sowie einige Fenster. Letztere musste die Feuerwehr bei ihrem Einsatz einschlagen, um in die oberen Stockwerke zu gelangen. Weiter wurde der Keller durch den Ausfall der Elektroinstallation überschwemmt, das Löschwasser hat zudem zu Problemen in der Statik geführt. Verursacht wurde der Brand durch Öl, das sich in einer Pfanne in der Hotelküche entflammte. Über die Brandursache führt die Luzerner Polizei eine Untersuchung. (gjo)

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