HOTEL SEEBURG: Weihnachtstruck: Begeisterung – und Kritik

500 Besucher wollten den vor dem Hotel Seeburg in Luzern vorgefahrenen Coca-Cola-Weihnachtstruck sehen. Nicht alle hatten jedoch Freude an dem Lichterfest mit kommerziellem Hintergrund.

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Der Weihnachtstruck vor dem Hotel Seeburg. (Bild www.tomstocker.ch/pd)

Der Weihnachtstruck vor dem Hotel Seeburg. (Bild www.tomstocker.ch/pd)

Auch zahlreiche Kinder hätten am Dienstagabend zum 500-köpfigen Publikum gehört, heisst es in einer Medienmitteilung im Auftrag des Hotels Seeburg. «Der Coca-Cola-Weihnachtstruck und mit ihm Santa Claus begeisterten Jung und Alt mit Musik und Souvenirs.» Und: «Das originale Weihnachts-Hotel bot die optimale Kulisse für diesen in der Innerschweiz exklusiven Besuch des rot-weissen Kultobjekts.»

«Unökologische Geschäftspraxis»
Der Anlass brachte eine Gegenaktion mit sich: Von einer unbekannten Anzahl von Mitgliedern der so genannten «Anarchistischen Aktion Zentralschweiz» wurden Flugblätter verteilt, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Man habe auf die «menschenverachtende, unökologische Geschäftspraxis» von Coca Cola aufmerksam machen wollen.

Nach rund zehn Minuten waren die Aktivisten vom Sicherheitspersonal des Hotels Seeburg vom privaten Grundstück verwiesen worden, wie Stefan Eple, der die Medienarbeit für Coca Cola in Sachen Weihnachtstruck leistet, auf Anfrage bestätigte. Mehr kann er dazu jedoch nicht sagen. Für eine Stellungnahme zu den von der Gruppe geäusserten, happigen Vorwürfen gegen den weltweit operierenden Konzern – es ist gar von «Mord und Entführung» die Rede – war am selben Tag bei der Coca-Cola-Pressestelle am Mittwoch niemand zu erreichen.

Zwei Tage später nahm Matthias Schneider, Pressesprecher Coca Cola Schweiz, zu dem Vorfall folgendermassen Stellung: «Sämtliche Anschuldigungen entbehren jeglicher ernstzunehmender Grundlage. In allen Ländern, in denen wir unsere Getränke produzieren und verkaufen, halten wir uns strikte an die gesetzlichen Richtlinien.» Man prüfe rechtliche Schritte gegen die Initianten der Flugblattaktion.

2350 Franken Stromkosten
Der 16,5 Meter lange 470-PS-Truck, der noch bis am 20. Dezember in der Schweiz unterwegs ist, ist mit 125 Metern Lichtlaufleisten bestückt. Über den Stromverbrauch werden keine Angaben gemacht. Das Hotel Seeburg seinerseits macht aus den Kosten für seine weitherum bekannte Weihnachtsbeleuchung kein Geheimnis: Der Stromverbrauch für die 300'000 Lichter schlägt 44 Franken pro Tag zu Buche. Für die ganze Weihnachtszeit werden laut Medienmitteilung Kosten in der Höhe von 2350 Franken veranschlagt. Die Beleuchung des Hotels und des dazugehörigen Parks am See wird seit 12 Jahren praktiziert.

scd