Kommentar

Hotelbetten in Luzern bleiben leer: in diesen prekären Zeiten braucht es eine Überbrückungshilfe

Der Luzerner Hotellerieverband hat mit einer Aktion auf dem Schwanenplatz auf die prekäre Situation seiner Branche aufmerksam gemacht. Jetzt muss der Branche mit einer Überbrückungshilfe geholfen werden.

Beatrice Vogel
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Alarmstufe Rot in der hiesigen ­Hotellerie: Sie spricht angesichts ausbleibender Touristen von einer existenziellen Bedrohung und fordert vom Staat schnelle und umfangreiche finanzielle Unterstützung. Denn mit den leer bleibenden Betten bricht nicht nur die Einnahmequelle der Hotels weg. Auch vielen anderen Branchen, die vom Tourismus ­abhängen, geht es an den Kragen.

Gegner solcher Forderungen könnten nun behaupten, dass die Coronakrise dem Tourismus, wie wir ihn kennen, das Genick bereits gebrochen habe. Die Pandemie werde nicht einfach so verschwinden und weitere könnten folgen. Die Branche müsse sich deswegen neu ausrichten. Tatsächlich ist es wichtig, dass der Tourismus neue Wege geht. Jede Krise ist auch eine Chance für Innovationen. Allerdings: Ohne Gäste läuft jede Innovation ins Leere – die Betten bleiben trotzdem kalt. Wie lange das so bleibt, ist unklar. Deshalb wäre es falsch, Unterstützung jetzt zu verwehren.

Noch ist die Hoffnung realistisch, dass die Pandemie überwunden wird, oder wir zumindest lernen, mit dem Virus zu leben. Der Mensch ist von Natur aus neugierig und will die Welt ent­decken; der Tourismus ist Ausdruck davon. Langfristig wird auch ein Virus diesen Drang nicht unterdrücken können. Die Zentralschweiz ist stark geprägt vom ­Tourismus und hängt wirtschaftlich von ihm ab. Deshalb muss der Hotel­branche jetzt eine Überbrückungs­hilfe geboten werden – mit möglichst praktikablen Mitteln.