HOTELLERIE: Gütschbahn-Sanierung kommt vors Volk

Die Sanierung der stillgelegten Gütschbahn in der Stadt Luzern kommt vors Volk. FDP und CVP der Stadt Luzern haben am Mittwoch das Referendum gegen den Kredit der öffentlichen Hand von 1,73 Millionen Franken eingereicht.

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Das Volk wird über die Sanierung der Gütschbahn entscheiden. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Das Volk wird über die Sanierung der Gütschbahn entscheiden. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Trotz Sommerferien sei es gelungen, 1532 Unterschriften zu sammeln, teilten die beiden Parteien am Mittwoch mit. Nötig für das Zustandekommen des Referendums waren 800 Unterschriften.

FDP und CVP glauben weder an die Absichten der Bahnbesitzerin Château Gütsch Immobilien AG (CGI) um den russischen Milliardären Alexander Lebedev zu einer Sanierung noch an hohe Frequenzen der Anlage. Die angespannte Finanzlage der Stadt lasse Wunschprojekte im Moment nicht zu, heisst es in der Mitteilung.

Zudem möchten die Parteien verhindern, dass die künftigen Betriebskosten und damit die Bahn an der Stadt hängen bleibe. Sie kritisieren den Vertragsentwurf zwischen der Stadt und der Gütsch-Besitzerin als "einseitig".

Das Luzerner Stadtparlament hiess im Juni einen Kredit von 1,73 Millionen Franken an die Sanierung der Gütschbahn gut. Damit soll die Stadt neben der Gütsch-Besitzerin die Hälfte der gesamten Sanierungskosten übernehmen.

Die Stadtregierung und die CGI hatten sich im Mai geeinigt, wie die Sanierung der Gütschbahn finanziert werden soll. Demnach übernimmt die Stadt 1,65 Mio. Franken der Kosten plus Zinsen, die Gütsch-Eigentümerin 1,46 Mio. Franken.

Im Gesamtbetrag von 3,11 Mio. Franken enthalten ist auch ein Beitrag an die Betriebskosten in den kommenden 25 Jahren.

Bahn steht seit 2008 still

1884 wurde auf den 520 Meter hohen Luzerner Hausberg Gütsch eine Standseilbahn gebaut. Diese erschliesst das Schlosshotel sowie ein Wohnquartier. Die rund 180 Meter lange Bahn steht seit 2008 aus Kostengründen still.

Auf dem Trassee der alten Standseilbahn soll ein neuer Schräglift mit zwei Kabinen gebaut werden. Geplant ist, die Anlage ins Netz des Verkehrsverbunds Luzern zu integrieren.

Die CGI hatte die Arbeiten an der Bahn im vergangenen Jahr unterbrochen. Zuvor war es mit der Stadt zu Uneinigkeiten über die Finanzierung des Neubauprojekts gekommen. (sda)