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HSLU-Rektor: «Alle Fachhochschulen kämpfen um Informatik-Studenten»

Mit über 6500 Studierenden ist die Hochschule Luzern (HSLU) die grösste Zentralschweizer Bildungsinstitution im tertiären Sektor. Rektor Markus Hodel äussert sich zum neuen Semesterstart – und zu den neuen, digitalen Angeboten.
Simon Mathis
HSLU-Rektor Markus Hodel vor dem Popup-Experience bei der Hochschule Luzern (Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 12. September 2018))

HSLU-Rektor Markus Hodel vor dem Popup-Experience bei der Hochschule Luzern (Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 12. September 2018))

Markus Hodel, am kommenden Montag, 17. September, startet die Hochschule in ein neues Semester. Drei frische Studiengänge stehen auf dem Programm, alle drehen sich um die Digitalisierung (siehe Box ganz unten). Weshalb?

Die Digitalisierung ist ein Mega-Trend, der alle Lebensbereiche durchdringt – Digitalisierung verändert unser Konsumverhalten, die Art wie wir kommunizieren und wie wir uns fortbewegen. Es werden komplett neue Berufsfelder entstehen. Wir wollen die jungen Menschen befähigen, hier nicht nur mitzuhalten, sondern Veränderungen in der Arbeitswelt und im Zusammenleben auch mitzugestalten. Mit unseren neuen Studienangeboten tragen wir dazu bei, dass unsere Region an solchen globalen Themen dranbleibt

Beschränkt sich dieser Beitrag nur zur Entwicklung auf die Zentralschweiz?

Natürlich nicht nur. Hochschulen sind schliesslich keine Regionalveranstaltungen. Allerdings: Wir sind hier zuhause, die Zentralschweiz ist unsere Basis. Und wir haben durchaus die Ambition, die Region auch bei Digitalisierungsthemen sichtbar zu machen mit Top-Studiengängen und natürlich auch in der Forschung. Wir wollen Entwicklungspartner sein, vor allem auch für KMU, die nur kleine oder gar keine eigenen Forschungsabteilungen haben. Da können wir einen Mehrwert für unsere Region schaffen.

Dieses Semester stossen 275 neue Studenten zum Departement Informatik. Im Departement Wirtschaft sind es 908. Können wir wirklich von einem Informatik-Boom reden?

Das können wir. Der Fachkräftemangel im IT-Bereich war der Hauptgrund, 2016 ein Departement Informatik zu gründen. Nun starten wir ins dritte Studienjahr, und wir fühlen uns in unserer Entscheidung bestätigt. Im Vergleich zu 2017 konnten wir die Neuzugänge um ganze 12 Prozent steigern. Das ist eine beachtliche Quote, denn die Zahl derer, die für ein Studium qualifiziert sind, ist beschränkt. Zudem kämpfen alle Fachhochschulen in der Schweiz um diese Leute und wir sind stolz, dass wir sie in die Zentralschweiz holen können.

Am neuen Master-Studiengang «Applied Information and Data Science» beteiligen sich vier der sechs HSLU-Departemente. Wie kommt das?

Die digitale Transformation ist ein Thema, das wir wie eine Flagge über unserer gesamten Hochschule hiessen wollen. Praktisch alle Fachbereiche können hier Kompetenzen beisteuern, denn die Veränderungen durch Digitalisierung haben nicht nur wirtschaftliche und technische, sondern auch gesellschaftliche und kulturelle Folgen.

Aber was hat Design mit der Digitalisierung am Hut?

Design ist viel mehr als das «Verhübschen» von Produkten. Design schliesst das Gestalten von Systemen und Abläufen mit ein und trägt dazu bei, dass zum Beispiel eine Dienstleistung wirklich kundengerecht und wirtschaftlich erfolgreich ist. Heute basiert dieses Modellieren von Prozessen auf grossen Datenmengen. Designer müssen diese Daten ordnen und interpretieren können, um Prozesse weiter zu verbessern. Schliesslich geht es am Ende auch wieder darum, die Erkenntnisse in eine lesbare Form zu bringen, beispielsweise als Infografiken oder Animationen.

Auf die technischen Berufe hat die Digitalisierung einen besonders starken Einfluss.

Das ist so. Das schlägt einerseits auf die gelehrten Inhalte durch, andererseits auf die Lehrmethoden selbst, den Einsatz von virtuellen Klassenzimmern etwa oder wenn es darum geht, neue Formen der Zusammenarbeit zu erproben. In der Baubranche beispielsweise ist das so genannte «Building Information Modeling» (BIM) ein grosses Thema. Es wird, die Arbeitsprozesse auf dem Bau revolutionieren. Hier fliessen alle Bauwerksdaten in einer gemeinsamen Software zusammen, das verändert die Arbeit von Architekten, Bauingenieurinnen und Planern - darauf müssen wir unsere Studierenden vorbereiten.

Ist ein zu starker Fokus auf die Digitalisierung nicht übertrieben?

Jein. Die Digitalisierung ist allumfassend. Aber das heisst nicht, dass wir unseren Unterricht komplett auf den Kopf stellen müssen. Ich bin überzeugt: Gerade in der Ausbildung gibt es nicht-digitale Elemente, die auch in Zukunft Bestand haben werden. Zum Beispiel der Projektunterricht, wo sich die Studenten direkt untereinander austauschen – zum Teil auch mit externen Unternehmen. Diese praxisorientierte Methodik wird für uns einen hohen Stellenwert behalten. Eine kluge Mischung macht es aus.

Die Zahl der HSLU-Studenten ist dieses Jahr deutlich angestiegen. Was sagen Sie dazu?

Der Zulauf freut uns. Er zeigt uns: Wir sind attraktiv. Zudem sind wir darauf angewiesen, dass wir Studierende gewinnen können. Unser Ausbildungsangebot wird pro Studentin, pro Student mit Beiträgen von Bund und Kantonen finanziert. Studiengebühren spielen eine eher untergeordnete Rolle. Wir verfolgen im Bachelor- und Masterbereich eine klare Wachstumsstrategie, das heisst, wir wollen vor allem in Technik-Wirtschafts- und Design-Fächern wachsen, in den anderen konstant bleiben. Hochqualifizierte Arbeitskräfte sind in diesen Bereichen gefragt. Und es ist unser Kerngeschäft, diese auszubilden.

Eine neue Studie hat ergeben, dass die HSLU sehr kostengünstig Studierende ausbildet, die auf dem Arbeitsmarkt schnell einen adäquaten Job finden. Wie ist dieser Spagat möglich?

Ohne unsere Mitarbeiter wäre das nicht möglich. Wir haben motivierte, fast beseelte Dozentinnen und Dozenten. Sie sind unser Aushängeschild. Hinzu kommen schlanke Strukturen und effiziente Prozesse. Ich sage aber ganz offen: Wir sind ausgereizt, was die Kosteneffizienz betrifft. Spielraum gibt es keinen mehr. Besonders schade ist es, wenn Innovationsprojekte am mangelnden Budget scheitern. Denn Innovationen sind essenziell. Nicht nur für uns, um wettbewerbsfähig zu bleiben, sondern auch für die Region.

Zumal die HSLU nun eine neue Konkurrentin in der direkten Nachbarschaft hat: die Universität Luzern.

Ich wünsche mir, dass wir uns mit Weiterbildungsangeboten ergänzen. Eine Konkurrenzierung ist in einer so kleinen Region nicht sinnvoll. Zumal dieses Segment schweizweit hart umkämpft ist. Die HSLU hat ein breites und attraktives Weiterbildungsangebot, deshalb beunruhigt die Wirtschaftsfakultät der Uni uns nicht – aber wir beobachten natürlich die Entwicklung.

Die HSLU baut zurzeit viel: Den Hochschulcampus Zug-Rotkreuz, das neue Musik-Zentrum beim Südpol Kriens und das zweite Gebäude für das Departement Design & Kunst in Emmenbrücke. In Horw soll das Hochschul-Gebäude erneuert werden. Woher diese rege Bautätigkeit?

Zunächst einmal vorweg: Wir sind immer Mieter, bauen nicht selbst, dazu haben wir gar nicht die Mittel. Unser Ziel ist es, die Räumlichkeiten der Hochschule Luzern stärker zu konzentrieren. Zurzeit haben wir um die 20 Standorte, in Zukunft sollen es um die 13 sein. Die wachsende Studentenzahl ist auch ein Faktor. In Horw am Departement Technik & Architektur etwa hat sich unsere Studentenschaft in den letzten Jahren mehr als verdoppelt.

Drei neue Digital-Studiengänge

Im neuen Studienjahr bietet die Hochschule Luzern drei neue Digital-Studiengänge an. Der «Bachelor International IT Management» soll auf ein international vernetztes IT-Arbeitsfeld vorbereiten. 20 Studierende haben sich dafür eingeschrieben. Im «Bachelor Information & Cyber Security» lernen 50 Studierende, sichere IT-Infrastrukturen aufzubauen. Der interdisziplinäre Master-Studiengang «Applied Information and Data Science» lehrt die 45 Studenten, aus einer Unmenge von Rohdaten Erkenntnisse für Unternehmen oder NGO's zu gewinnen. An diesem Studiengang beteiligen sich vier der sechs HSLU-Departemente: Wirtschaft, Technik & Architektur, Informatik und Design & Kunst. (sma)

5,6 Prozent mehr Studierende an der HSLU

An der Hochschule Luzern (HSLU) mit ihren sechs Departementen beginnden am kommenden Montag 2483 Frauen und Männer ihr Bachelor- oder Masterstudium – im letzten Jahr waren es noch 2109 gewesen. Insgesamt zählt die HSLU 6568 Studierende – das sind 350 Personen oder 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Sie ist mit Abstand die grösste Hochschule der Zentralschweiz. Mit Abstand am meisten Neu-Eintritte verzeichnet laut Mitteilung der HSLU wiederum die Departemente Wirtschaft mit 908 sowie Technik & Architektur mit 600; gefolgt von Design & Kunst mit 285, Informatik mit 275, Soziale Arbeit mit 217 und Musik mit 198. 45 Prozent aller Studierenden kommen aus den Zentralschweizer Kantonen, 5 Prozent stammen aus dem Ausland. (pd/hor)

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