HÜSWIL: Junglandwirt kann sich national beweisen

Ueli Baumgartner machte als Landwirt den besten kantonalen Lehr­abschluss. Jetzt fügt er nochmals eine Zusatzlehre an.

Ernesto Piazza
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Landwirt Ueli Baumgartner (19) liebt seinen Beruf und die Nähe zu den Tieren. (Bild Nadia Schärli)

Landwirt Ueli Baumgartner (19) liebt seinen Beruf und die Nähe zu den Tieren. (Bild Nadia Schärli)

Der Kathrinenbach ist zurück in seinem angestammten Bett. Nur einige Feuerwehrschläuche deuten auf dem Hof Lochmühle in Ufhusen noch auf die massiven Regenfälle des vergangenen Wochenendes hin. Lehrling Ueli Baumgartner wirkt locker und entspannt. Soeben hat er nach einer dreijährigen Lehrzeit die kantonale Bestnote von 5,7 bei den Abschlussprüfungen für Landwirte mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) geschafft.

Allerdings wartet auf den 19-Jährigen bereits die nächste Herausforderung. Der Hüswiler hat sich – zusammen mit zwei weiteren Luzerner Landwirten – für die nationalen Berufsmeisterschaften Swiss Skills qualifiziert. Diese finden von 17. bis 21. September auf dem Expo-Gelände in Bern mit rund 1000 Teilnehmern, verteilt auf 74 Berufe, statt.

Lohn für investierte Zeit

Mit seiner bravourös bestandenen Prüfung hat Ueli Baumgartner einen weiteren wichtigen und erfolgreichen Schritt in seinem Berufsleben gemacht. Zwar habe er auf die Ehrenmeldung spekuliert, sagt der 19-Jährige. Dass er den dafür notwenigen Notenschnitt von 5,4 so deutlich übertraf, habe er aber doch nicht erwartet. Und mit sichtlicher Genugtuung fügt er bei: «Die investierte Zeit in die Vorbereitung lohnte sich.»

Allerdings hat Ueli Baumgartner schon andere Zeiten erlebt. Während der obligatorischen Schulzeit sei ihm vieles nicht einfach gefallen, erinnert er sich. Doch als er als lernender Jungbauer einmal richtig Tritt gefasst hatte, öffnete sich sukzessive sein Knopf. Mit zunehmendem Interesse an der Vielseitigkeit des Berufes habe er auch schulisch mehr investiert als noch in der Oberstufe. Zudem sieht es Baumgartner als grossen Vorteil und als zusätzliche Motivation, «während der drei Lehrjahre ebenso viele Betriebe zu erleben».

Es ist spürbar. Landwirt Ueli Baumgartner liebt seinen Beruf. «Die Abwechslung, die Nähe zur Natur, die Maschinen, die Tiere: Die Arbeit ist so vielfältig, dass ich sie einfach sehr gerne mache.» Und mit einem verschmitzten Lächeln fügt er an: «Das Traktorfahren bereitet mir speziellen Spass.» Und trotzdem: Der Beruf Landwirt ist oft ein Rund-um-die-Uhr-Job. Deshalb wünschte er sich dann und wann schon etwas mehr Freizeit. Doch wenn das Umfeld stimme, sagt er, spiele dies eine eher untergeordnete Rolle.

Lehre als Maschinenmechaniker

Mitte August wird Ueli Baumgartner seine dreijährige Lehrzeit beenden. Und bereits hat er die nächsten Schritte seines künftigen Berufsweges vorgezeichnet. So fügt er der Ausbildung zum Landwirt eine dreijährige Zusatzlehre als Maschinenmechaniker an. «Es wären eigentlich deren vier», sagt er. Aufgrund seines Erstabschlusses kommt er in den Genuss einer einjährigen Kürzung.

Und schliesslich will er später einmal den elterlichen Betrieb Unter-Rufswil in Hüswil übernehmen. Und so wird er auch mit der Herausforderung konfrontiert sein, «dass die heutigen Landwirte sich ständig in einem Spagat zwischen eigener Produktion und der Erfüllung öffentlicher Interessen wie Landschaftspflege oder Biodiversität bewegen müssen», wie sein Lehrmeister Beat Filliger junior sagt. Ganz generell hoffen Filliger wie auch Baumgartner in Zukunft auf möglichst gute Rahmenbedingungen. So, dass sich neue Betriebszweige evaluieren liessen und innovative Ideen nicht erstickten.

Neue Erfahrungen sammeln

Ganz so weit, um sich ernsthaft mit dieser Thematik auseinanderzusetzen, ist Baumgartner aber noch nicht. Vorerst stellt er sich im September der Herausforderung Swiss Skills. Hier wird er in diversen Teilbereichen gefordert. So gehört bei der Tierhaltung beispielsweise auch ein Melkwettbewerb dazu. Beim Pflanzenbau sind Kenntnisse über die verschiedenen Pflanzenarten mit all ihren Schädlingen und Nützlingen gefragt. Bei der Mechanisierung werden die Lehrlinge auf das praktische Handling von Maschinen geprüft. Und wenn er die Vorausscheidung besteht, folgt am letzten Tag das Finale. Was bedeutete: Er müsste sich mit Themen wie Betriebszweigumstellung oder «allem, was zu einem Marktstand gehört», befassen.

Noch kennt der 19-Jährige allerdings keine Details. «Deshalb ist es für mich schwierig, meine Chancen einzuschätzen.» Daher will er beim Anlass vor allem viele neue Erfahrungen sammeln. «Und sicherlich kann ich auf den Gebieten Persönlichkeitsbildung und Sozialkompetenz viel profitieren», sagt er.