Humorvoller Bischof weiht Kapelle

Bischof Felix Gmür hat am Samstag die neue St.-Anna-Kapelle eingeweiht. Zwischen den Ritualen brachte er die Schwestern zum Lachen.

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Bischof Felix Gmür in der neuen Kapelle St. Anna. (Bild: Remo Nägeli/Neue LZ)

Bischof Felix Gmür in der neuen Kapelle St. Anna. (Bild: Remo Nägeli/Neue LZ)

Samstag, 9.30 Uhr, vor der St.-Anna- Kapelle an der Tivolistrasse in Luzern. Eine kleine Gemeinschaft wartet. Da erklingt eine Stimme aus dem Lautsprecher: «Ich freue mich.» Stille. Gesang kommt aus den Boxen, und mit dem Einzug der Schwestern um die Ecke erhalten die Sängerinnen ein Gesicht.

In deren Mitte geht Bischof Felix Gmür, den silbernen, körpergrossen Bischofsstab fest in der Hand. Gmür klopft an die Tür der St.-Anna-Kapelle und sagt: «So spricht der Herr: Ich bin die Tür – wer durch mich hereingeht, wird gerettet werden.»

Bild: Remo Naegeli / Neue LZ
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Bischof wurde hier geboren

Und so traten die Gäste ins Gotteshaus, das nach 15 Monaten Bauarbeiten fertiggestellt worden ist. Es folgte eine zweistündige Feier, durch die der Bischof souverän führte – einige Male brachte er die Schwestern und Gäste sogar zum Lachen. «Zachäus ist ein Schlitzohr», kommentierte er beispielsweise die Lesung einer Schwester. Oder: «Im St. Anna wird viel neues Leben geboren – zum Beispiel ich.» Der Bischof erblickte am 7. Juni 1966 das Licht der Welt in der Klinik St. Anna.

Die beste Pointe hielt sich Felix Gmür aber bis zum Schluss auf: Als sich Generaloberin Schwester Heidi Kälin bei ihm für die Feier bedankte, sagte sie abschliessend: «Und hoffentlich auf Wiedersehen im St. Anna.» Gmür antwortete: «Aber hoffentlich nicht im Spital!» Abgesehen von den Auflockerungen war die Messe mit viel Gebet und Gesang sehr traditionell gestaltet.

Von der St.-Anna-Statue über die Orgel bis zum Altar weihte der Bischof jedes Element der neuen Kapelle. «Die Feier war nach alten Traditionen mit viel Symbolik gestaltet», erklärte Generaloberin Schwester Heidi Kälin nach der Weihe.

Ein seltener Moment für Gmür

«Es war feierlich und würdevoll», fand Felix Gmür am darauffolgenden Apéro. Auch für ihn war es ein besonderer Anlass, weil er seit langem wieder einmal eine komplett neue Kirche einweihen durfte – normalerweise sind es nur einzelne neue Elemente. Mit dem modernen Design konnte er sich gut anfreunden: «Die grossen Fenster und das Holz schaffen eine warme Atmosphäre.»

Rahel Schnüriger