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Leinenpflicht auf der Allmend: Hündeler nerven sich über neue Beschilderung

Die Stadt Luzern greift bei der seit 2013 bestehenden Hundefreilaufzone durch: Neu ist diese mit Schildern klar eingegrenzt – ausserhalb müssen Vierbeiner an die Leine. Um diese und andere Regeln durchzusetzen, ist ein Ranger-System geplant.
Roman Hodel
Hier dürfen Vierbeiner leinenlos rumtollen: Die Hundefreilaufzone auf der Allmend. (Bilder: Nadia Schärli, Luzern 13. August 2019)

Hier dürfen Vierbeiner leinenlos rumtollen: Die Hundefreilaufzone auf der Allmend. (Bilder: Nadia Schärli, Luzern 13. August 2019)

Dicke Luft herrscht dieser Tage unter vielen Hündelern auf der Luzerner Allmend. Grund ist die neue Beschilderung im «Naturerlebnisgebiet Allmend», wie es auf den grossen und kleinen Tafeln an allen Zugängen heisst. Denn nebst Wissenswertem zur Geschichte und Entwicklung des riesigen Grünraums zwischen Luzern, Horw und Kriens zeigt ein Plan, wo Hunde freigelassen werden dürfen und wo Leinenpflicht herrscht. Das ist an sich nicht neu – die Hundefreilaufzone gibt’s seit sechs Jahren. Nur war bisher vielen nicht klar, wo diese beginnt und wo sie aufhört.

Rund um die 2,5 Hektaren grosse Wiese beim Armeeausbildungszentrum Luzern (AAL) sind zusätzlich Stelen mit Signeten montiert, die den Beginn der Freilaufzone markieren.

Ausserhalb der Hundefreilaufzone – sogar auf Fusswegen, die entlang dieser Wiese führen wie dieser hier...

...gehören Vierbeiner an die Leine. «Das ist ja der Wahnsinn!», sagt eine Hundehalterin, die ihren Labrador gerade Gassi führt. Auch ein zweiter Hundehalter – er ist mit einem Schäferhund unterwegs – reagiert verärgert: «Kleinlich ist das!» Eine andere Hündelerin – sie spaziert mit einem Mischlingshund – gibt allerdings zu bedenken:

«Seien wir doch froh, haben wir hier überhaupt eine solche Hundewiese.»

Dass die Beschilderung erst jetzt folgt, liegt laut Stefan Herfort, Bereichsleiter Natur- und Landschaftsschutz bei der Stadt Luzern, nicht an einer Zunahme von Reklamationen wegen Hunden: «Diese gibt es zwar immer wieder, aber auf konstantem Niveau.» Der Grund sei ein anderer: «Erst in den letzten Monaten konnte die Umgestaltung der Allmend abgeschlossen werden.» Die Verzögerung der Beschilderung sei nicht ideal, «doch vorher wäre es kaum sinnvoll gewesen, weil man sie laufend wieder hätte anpassen müssen.» Schliesslich bestehe die Allmend nicht nur aus der Hundefreilaufzone, sondern sei ein naturnahes Naherholungsgebiet mit vielen unterschiedlichen Nutzern. Und gerade der Nutzungsdruck werde mit Blick auf die Entwicklung in Luzern Süd noch zunehmen: «Darum braucht’s Regeln für ein konfliktfreies Nebeneinander.»»

Wer sich nicht korrekt verhält, kann laut den Infotafeln von der Polizei oder dem AAL angezeigt werden. Bei letzterem weisen Schilder schon seit gut eineinhalb Jahren auf die Leinenpflicht hin. Man habe aber noch nie jemanden gebüsst, heisst es beim AAL.

Gemäss Herfort wird nicht nur von Hundehaltern erwartet, dass sie sich an die Regeln halten, sondern auch von anderen Nutzern wie etwa Velofahrer. Denn auf gewissen Wegen heisst es: Absteigen!

Nur: Wer kontrolliert das alles? Stefan Herfort sagt:

«Wir werden am Anfang Präsenz markieren und Besucherinnen und Besucher auf die geltenden Regeln hinweisen.»

«Wir», das bedeutet etwa Mitarbeiter von Sicherheit Intervention Prävention (SIP). Zugleich sei beabsichtigt, ein Ranger-System aufzubauen. Wobei diese Personen den Leuten auch die schönen Seiten zeigen. «Es gibt hier so viel zu entdecken – Biotope etwa mit seltenen Pflanzen oder Amphibien», sagt Herfort. Anzeigen würden ohnehin erst als «Ultima ratio» erstattet. Denn er betont: «Wir gehen das Ganze pragmatisch an.» Darum gebe es auch keinen Zaun. Eine der grossen Qualitäten der Allmend sei die offene Landschaft.

Im Gegenzug zählt Herfort ebenfalls auf den gesunden Menschenverstand bei den Hundehaltern. Er sagt mit Blick auf die Fussballfelder, die neu explizit mit einem Hundeverbot versehen sind: «Es sollte eigentlich jedem klar sein, dass Hunde nicht auf Sportplätze gehören.»

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