Die Hundefreilaufzone auf der Allmend erhält ein Wegnetz und Sitzplätze am Schatten

Ein halbes Jahr nach der Signalisation der Leinenpflicht reagiert die Stadt mit Verbesserungen der Hundefreilaufzone. Allerdings: Noch immer halten sich viele Hündeler und Velofahrer nicht an die Regeln.

Roman Hodel
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Hier entsteht ein neuer Kiesweg innerhalb der Hundefreilaufzone auf der Allmend.

Hier entsteht ein neuer Kiesweg innerhalb der Hundefreilaufzone auf der Allmend.

Bild: Roman Hodel, Luzern 28. Januar 2020

Wo Fido auf der Allmend frei laufen darf und wo nicht, das – und noch mehr – regelt seit einem halben Jahr ein Informationssystem mit Tafeln und Signeten, verteilt über das ganze Gebiet.

(Bild: Nadia Schärli, Luzern 13. August 2019)

«Die Freilaufzone selber wird gut angenommen und die Schilder bringen sicher etwas, aber am Ziel sind wir noch lange nicht», sagt Stefan Herfort, stellvertretender Leiter Umweltschutz bei der Stadt Luzern. Insbesondere rund um die Freilaufzone würden nach wie vor viele Hunde freigelassen.

Das liegt offenbar auch daran, dass innerhalb dieser Zone – einer riesigen Wiese – kein Wegnetz existiert. «Wir haben verschiedene Rückmeldungen erhalten, wonach Wege sehr willkommen wären – einerseits für Leute, die nicht so gut zu Fuss sind, andererseits aber auch bei schlechtem Wetter», sagt Herfort. Deshalb werde man in den kommenden Wochen ein einfaches Netz aus Kieswegen realisieren. Ausserdem hat die Stadt weitere Baumstämme als Sitzgelegenheiten platziert – diesmal aber so, dass sie im Schatten liegen.

Baumstämme zum Sitzen – oder Gumpen.

Baumstämme zum Sitzen – oder Gumpen.

Bild: Nadia Schärli, Luzern 13. August 2019

Dank diesen Verbesserungen hofft die Stadt auf mehr Akzeptanz bei den Hündelern und nicht zuletzt auf einen Rückgang beim Vandalismus: Denn nach wie vor beschädigen Unbekannte wöchentlich diese Leinenpflicht-Beschilderungen (wir berichteten).

(Bild: Nadia Schärli, Luzern 13. August 2019)

Betroffen sind vor allem die Signalisationen bei der leinenpflichtigen Wiese, die direkt an die Freilaufzone anschliesst. «Wir können die Schmierereien zwar bislang gut reinigen und zerkratzte Piktogramme dank Klebern einfach ersetzen», sagt Herfort. «Trotzdem ist das Ganze mühsam für uns.»

Herfort betont, dass auch andere Allmend-Nutzer wie beispielsweise Velofahrer oder Biker sich teilweise nicht an die Regeln halten. Er sagt:

«Wenn wir die Allmend mit ihrer vielfältigen Pflanzen- und Tiervielfalt als Erholungsraum erhalten wollen, braucht es von allen mehr Rücksichtnahme, zumal der Nutzungsdruck mit den neuen Überbauungen in Luzern-Süd noch zunehmen wird.»

Dabei helfen sollen auch die Ranger. Etwa 25 Interessenten haben sich bei der Stadt Luzern und der Gemeinde Horw gemeldet und an einem Info-Anlass teilgenommen. «Darunter ebenfalls solche mit Hunden», sagt Herfort. Bis Ende Februar können sich diese nun bewerben. Er rechnet mit rund zehn Rangerinnen und Rangern, die nach einer entsprechenden Ausbildung im April oder Mai mit ihren Rundgängen starten sollen.

Gemäss Herfort werden die Ranger die Allmend-Besucher zwar auf die Regeln hinweisen: «Aber das ist nicht ihre Hauptaufgabe – und sie dürfen schon gar keine Bussen ausstellen.» Vielmehr sollen sie die Besucher auch auf jahreszeitenabhängige Besonderheiten in der Tier- und Pflanzenwelt hinweisen. Denn die Allmend habe hier viel zu bieten. Als Vorbild dienen die Riedwächter im Horwer Steinibachried. Und apropos Busse: Laut Herfort wurden bislang im Raum Allmend durch die Polizei keine Bussen wegen missachteter Leinenpflicht ausgestellt. 

Hündeler verzichten ungern auf den Rundgang ohne Leine

Fragt man sich bei den Hundehaltern auf der Allmend um, so kritisieren die meisten vor allem eines: Die Leinenpflicht auf dem sogenannten Rundweg. Mit letzterem ist ein Wegnetz gemeint, das in einem grossen Bogen rund um die Hundefreilaufzone führt und von vielen Hundehaltern genutzt wird – unter anderem via Damm- und Schäferweg. «Dass man hier den Hund an die Leine nehmen muss, ist ein Witz», sagt eine Hundehalterin. «Eine saubere Umsetzung würde vermutlich nur mit einem Zaun als klare Abgrenzung funktionieren.» Eine andere Hundehalterin hat ebenfalls wenig Verständnis für die Leinenpflicht auf diesem Rundweg, «zumal es bislang ja auch gut funktioniert hat.» Alle sind sich aber einig, dass die Hundewiese grundsätzlich ein Gewinn ist – für die Hundehalter als Treffpunkt, und für die Vierbeiner sowieso. «Die Hunde können endlich mal mit anderen Hunden ausgelassen spielen und dürfen einfach Hund sein», sagt eine weitere Hundehalterin. «Kindern mögen ja auch nicht nur im Zimmer hocken, die wollen auch mal ausgelassen toben dürfen.» Eine Frau kritisiert allerdings, dass gewisse Hundehalter ihre Tiere in der Erde graben lassen. «Die Folge davon sind Löcher, ja ganze Gräben – das ist gefährlich», sagt die Frau. «Und dass die Beschilderungen beschädigt wurden, ist unhaltbar.»

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