Hunderte haben Fronleichnam würdig gefeiert

Das Städtchen Willisau hat am Donnerstag eine prächtige Prozession erlebt. Mit einigen Hundert Gläubigen und viel Kanonendonner.

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Fronleichnamsprozession in Willisau. (Bild: Eveline Beerkicher/Neue LZ)

Fronleichnamsprozession in Willisau. (Bild: Eveline Beerkicher/Neue LZ)

Die Böllerschüsse der Herrgottskanoniere hallen durchs Tal, als sich der Prozessionszug vor den Willisauer Stadttoren langsam in Bewegung setzt. Vorneweg die Standarte der beiden Stadtheiligen Peter und Paul, nach denen die Pfarrkirche benannt ist, in der zuvor der Fronleichnamsgottesdienst stattgefunden hat. Hintennach die Trachtengruppe im Sonntagsstaat, gefolgt von der Musikgesellschaft Rohrbach. In den Prozessionszug reihen sich auch über 50 Kinder ein, die dieses Jahr Erstkommunion gefeiert haben. Und schliesslich die Geistlichen: Pfarrer Martin Walter mit der Monstranz unter dem reichgeschmückten Baldachin. Geschützt wird der Umzug von den Herrgottsgrenadieren in historischen Uniformen und mit Karabinern.

Bild: Eveline Beerkircher/Neue LZ
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Drei Kurzpredigten

Pfarrer Walter hatte im Gottesdienst zuvor die Prozession als bewussten Entscheid, mit Gott auf den Weg durchs Leben zu gehen, dargestellt. Die über 500 Menschen in der Pfarrkirche Peter und Paul wurden von Walter dazu angehalten, sich auf dem bevorstehenden Weg darüber Gedanken zu machen, was der Glaube, als Vertrauen in Gott, für sie selbst bedeute. Auf dem Weg durch Willisau machte der Zug an drei Stationen Halt: auf dem Leuenplatz, vor dem alten Rathaus und auf dem Kirchenplatz. An jeder der drei Stationen hielt der Pfarrer eine Kurzpredigt. Am Ziel vor der Kirche gab es zum Abschluss einen kleinen Apéro.

«Für mich ist es Ausdruck von Solidarität hier mitzulaufen», so der Willisauer Robi Amstein, der eine der Laternen trug. «Das Fest bedeutet für mich die Gemeinschaft zu leben und auch sich zu besinnen. Früher, als ich als Kind mitlief, stand das Beten noch mehr im Vordergrund, heute ist es eher ein festliches Zusammenkommen.» Eine Frau, die ihren Namen nicht in der Zeitung sehen will, sagt: «Schön ist die Gemeinschaft, sich zusammen auf den Weg zu begeben.»

An Fronleichnam feiern Katholiken das Geschenk der leiblichen Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie. Der Feiertag ist seit 1264 offizieller Bestandteil des kirchlichen Kalenders. Fronleichnam ist immer genau sechzig Tage nach dem Ostersonntag und soll an den Gründonnerstag erinnern, an dem Jesus das letzte Abendmahl gefeiert haben soll. Neben Willisau kennen im Kanton Luzern auch Sempach und Luzern noch grössere Fronleichnamsprozessionen.

Florian Weingartner