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«Ich bin zuversichtlich, dass wir unser Mandat 2019 halten können»

Der Krienser Michael Töngi beerbt den Sitz in Nationalrat des Grüne-Politikers Louis Schelbert. Im Interview sagt Töngi, in welchen Bereichen er sich in Bern für Luzern einsetzen will.
Evelyne Fischer
Michael Töngi im Bahnhof Luzern. (Bild: Corinne Glanzmann, 8. Dezember 2017)

Michael Töngi im Bahnhof Luzern. (Bild: Corinne Glanzmann, 8. Dezember 2017)

Am 12. März 2018 wird Michael Töngi (50) als Nationalrat vereidigt. Der Krienser löst damit den Stadtluzerner Louis Schelbert (65) als einzigen Vertreter der Grünen der Zentralschweiz ab.

Töngi blickt auf eine lange Politkarriere zurück: Mit 20 kommt er zu den Grünen, mit 23 wird er Einwohnerrat in Kriens. Seit 2007 politisiert er im Luzerner Kantonsrat, gehört der Planungs- und Finanzkommission an, und gilt als Finanzspezialist seiner Fraktion. Seit 16 Jahren lebt Töngi in einer Partnerschaft mit Thom Schlepfer.

Michael Töngi, soeben endete ein intensiver und gerade für die Rats­linke zermürbender Budgetprozess. Haben Sie genug von der Luzerner Politik, dass Sie nach Bern wechseln?

Wäre dies die Hauptmotivation gewesen, würde ich wohl auch in Bern bald resignieren (lacht). Nein, im Ernst: Es ist eine einmalige Chance und ein Privileg, ein solches Mandat annehmen zu können. Nach 16 Jahren beim Schweizerischen Mieterinnen- und Mieterverband – seit 2011 als Generalsekretär – ist es ein guter Zeitpunkt, um die Seite zu wechseln.

Wofür werden Sie sich in Bern einsetzen?

Die Umweltpolitik hat mich in den 80er- Jahren zu den Grünen gebracht, durch meine bisherige Arbeit beim Mieterverband bin ich für Wohnthemen prädestiniert. Als Präsident der Luzerner Sektion des Verkehrs-Clubs der Schweiz will ich auch in der Mobilitätsfrage Stellung beziehen. Ich werde mich für den Durchgangsbahnhof einsetzen wie auch für lebenswerte Städte und Gemeinden, die nicht im Verkehr ertrinken dürfen. Ich stehe ein für eine offene Schweiz und wehre mich gegen weitere Verschärfungen im Asyl- und Ausländerrecht.

Louis Schelbert sitzt unter anderem in der gewichtigen Kommission für Wirtschaft und Abgaben. Wäre dies auch Ihr Wunschgremium?

Diesbezüglich haben die bisherigen Fraktionsmitglieder Vortritt. Es wäre vermessen, Vorlieben anzubringen. Zudem bin ich der Meinung, dass sich ein Parlamentarier überall zurechtfinden muss.

Nach Amtsantritt im März bleiben Ihnen knapp eineinhalb Jahre bis zu den nationalen Wahlen im Herbst 2019, bei denen Luzern nur noch neun statt zehn Sitze zustehen. Das Mandat der Grünen zu verteidigen, wird keine leichte Aufgabe sein.

Wir mussten immer um unseren Sitz kämpfen, aber ich bin zuversichtlich, dass wir unser Mandat halten können. Zum einen kann unsere Partei auf eine treue Basis zählen. Zum anderen ist es auch eine rechnerische Frage: 2015 erreichten die Grünen einen Wähleranteil von 7,1 Prozent. Wir hätten unser Mandat schon damals mit neun Sitzen halten können.

Am 30. Januar werden Sie Ihren letzten Sessionstag im Kantonsrat bestreiten. Wird Ihnen der Abschied schwerfallen?

Ein Rücktritt ist nie einfach, denn man verlässt einen Raum, den man sehr gut kennt. Ein Doppelmandat kam für mich aber nicht in Frage. Ich will mich nebst meiner Arbeit in Bundesbern weiterhin für die grüne Bewegung engagieren können und möchte meine Lebensphilosophie nicht vernachlässigen. Heisst konkret: Am Wochenende soll noch immer Zeit bleiben, um auf der Strasse Unterschriften zu sammeln oder im Gemüsegarten exotische Tomaten anzupflanzen.

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