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Neuer Emmer Einwohnerratspräsident: «Ich will das Aussergewöhnliche betonen»

Im September übernimmt Thomas Bühler das Szepter im Einwohnerrat. Der FDP-Parlamentarier ist bereits ein alter Polithase. Während seines Präsidialjahres will er die Emmer zu mehr politischem Engagement motivieren.
Beatrice Vogel
Der bald höchste Emmer, Thomas Bühler, mit seiner Frau Rahel und den drei Kindern Robin (10), Cedric (12, im Handstand) und Alisha (15) im Garten ihres Hauses im Erlenquartier. (Bild: Philipp Schmidli (Emmen, 24. Juli 2018))

Der bald höchste Emmer, Thomas Bühler, mit seiner Frau Rahel und den drei Kindern Robin (10), Cedric (12, im Handstand) und Alisha (15) im Garten ihres Hauses im Erlenquartier. (Bild: Philipp Schmidli (Emmen, 24. Juli 2018))

«Ohne ihre Unterstützung wäre meine Politkarriere nicht möglich», begründet Thomas Bühler seinen Wunsch, mit seiner Familie fotografiert zu werden. Dass ein Fotograf und eine Journalistin unserer Zeitung ihn besuchen, hat mit seiner künftigen Position zu tun: Thomas Bühler ist ab September höchster Emmer. Zum Einwohnerratspräsidenten gewählt wurde der 44-Jährige bereits an der letzten Parlamentssitzung Anfang Juli.

Die Bühlers haben sich im Erlenquartier, direkt am Siedlungsrand, ein kleines Familienidyll eingerichtet: ein Reihenhaus mit grosszügigem Garten inklusive Pool und Blick ins Grüne. Während des Fotoshootings fliegen Jets über das Quartier, der Lärm stört die Familie aber nicht. «Es ist spannend, den Fliegern zuzuschauen», sagt Rahel (44), Bühlers Frau, die in der Nähe des Flugplatzes aufgewachsen ist. Auch Thomas Bühler hat sein ganzes Leben in Emmen verbracht, «für mich kam es nie in Frage, von hier wegzuziehen».

Das politische Engagement gesucht

Ein Grund dafür, dass Bühler in Emmen bleiben wollte, ist die Politik: «Emmen ist einfach eine spannende Gemeinde.» Er habe sich schon immer für Politik interessiert und das Engagement gesucht, erzählt er. Die FDP musste ihn nicht anwerben, er ist von sich aus der Partei beigetreten. «Ich dachte schon früh, dass die FDP am ehesten meine Partei ist.» Als sich dann bei der Analyse seiner Smartvote-Fragebögen eine hohe Deckung mit den Freisinnigen ergab, war er erleichtert: «Ich fühlte mich bestätigt.»

Dass jemand von sich aus ein politisches Engagement anstrebt, ist heutzutage nicht selbstverständlich. Parteien müssen sich ins Zeug legen, um Kandidaten für die Wahlen zu stellen, auch in Emmen. «Bei Rücktritten im Einwohnerrat rutschen manchmal Leute nach, die nie auf einer Wahlliste standen», sagt Bühler. Das sei bedauerlich. Für sein Präsidialjahr hat er sich deshalb vorgenommen, die Leute zum aktiven Mitmachen zu motivieren. «Wenn sich jemand beklagt, dass wir nichts oder das Falsche machen, sage ich ihm, dass er selber mitreden kann, wenn er sich politisch engagiert.» Darüber hinaus möchte sich Bühler bei den vielen gesellschaftlichen Anlässen, die er im Präsidialjahr wahrnehmen wird, als Botschafter Emmens präsentieren und «das Positive und Aussergewöhnliche der Gemeinde betonen». Auch Vereine und Firmen seien solche Botschafter, «das möchte ich ihnen klar machen».

Beständigkeit und Zielstrebigkeit

Thomas Bühlers Leben zeichnet sich durch Beständigkeit aus: Kein Wohnortswechsel, 18 Jahre in der gleichen Firma, seit 10 Jahren Einwohnerrat und auch mehreren Vereinen ist er treu geblieben. Zielstrebig ist er allemal: Schon 2009, ein Jahr nach seiner Wahl ins Parlament, wurde er Fraktionschef und Mitglied der Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission (R+GPK). Seit 2016 präsidiert er die Kommission. Als Wirtschaftsprüfer (er arbeitet bei der Sefid Revision AG in Cham) ist Bühler prädestiniert für den Posten. Während seines Präsidialjahres übernimmt sein Vize die Leitung der R+GPK.

Auf die neue Aufgabe freut sich Thomas Bühler, er ist froh um die Abwechslung. «Mittlerweile habe ich politische Routine und muss für die Einarbeitung in die Geschäfte nicht mehr x Stunden investieren.» Gespannt sei er auf den Kontakt mit den Menschen in Emmen, auch wenn er als Einwohnerratspräsident nicht direkt handeln kann, wenn Probleme an ihn herangetragen werden. «Aber ich kann der Gesellschaft den Puls fühlen, zuhören und dringende Angelegenheiten natürlich an meine Fraktionskollegen weitergeben.»

«Schade, dass keine Kandidaten aufgebaut wurden»

Im Gespräch gibt Bühler offen Auskunft, erzählt gern, wirkt dabei authentisch und unaufgeregt. Da er jedoch als Präsident den Einwohnerrat repräsentiert, höchstens aber bei Stichentscheiden mitbestimmen kann, möchte er sich zu politischen Themen nicht im Detail äussern. Emmen sei in einer finanziell schwierigen Situation, da helfe es nicht, dass es auch noch zwei Wechsel im Gemeinderat gebe, sagt er lediglich. Zu einem Kandidaten möchte er sich aktuell nicht bekennen, «ich finde es aber schade, dass SP und SVP in den letzten Jahren keinen Kandidaten aufgebaut haben». Schliesslich seien die Rücktritte absehbar gewesen.

Der Zeitpunkt für das Präsidium, eine zeitintensive Aufgabe, sei geeignet, weil seine Kinder – sie sind 15, 12 und 10 Jahre alt – mittlerweile viele eigene Aktivitäten pflegen, und er selbst in Vereinen nicht mehr gleich aktiv sei wie früher, so Bühler. Die Vereinsarbeit ist ihm dennoch wichtig: «Ich möchte jeden, auch meine Kinder, motivieren, sich ehrenamtlich zu engagieren, weil es solche Leute einfach braucht.» Wenn ihm neben Beruf, Politik, Familie und Vereinen noch Zeit bleibt, spielt er gern Golf, fährt Ski oder gestaltet seinen Garten um. Ob er im kommenden Jahr Zeit dafür findet, wird sich zeigen.

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