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Interview

Krienser Spitzenkoch: «Ich will das Ding gewinnen!»

Der Krienser Mario Garcia (27) hat im Januar die Schweizer Vorausscheidung des Kochwettbewerbes Bocuse d’Or gewonnen. Jetzt darf er am 11. und 12. Juni die Schweiz am Finale in Turin vertreten – und sich mit den 20 besten Köchen Europas messen.
Larissa Haas
Mario Garcia ist Co-Leiter der Kochschule Cre/ate in Horw. (Bild: Pius Amrein (8. Dezember 2015))

Mario Garcia ist Co-Leiter der Kochschule Cre/ate in Horw. (Bild: Pius Amrein (8. Dezember 2015))

Mario Garcia, als zweifacher Juniorenweltmeister und früherer Teamchef der Schweizer Kochnationalmannschaft haben Sie schon etliche Wettbewerbe bestritten. Was reizt Sie daran, gegen andere zu kochen?

Ganz ehrlich, dasselbe habe ich mich in letzter Zeit oft gefragt: Warum tue ich mir das an? Die letzten Wochen waren extrem intensiv und ich merke, dass ich körperlich am Limit bin. Aber genau das ist es, was ich liebe. Der Druck, das Adrenalin. Andere machen Extremsport, ich koche gegen andere in Wettbewerben.

Wie oft werden Sie Ihr Menü noch durchkochen, bevor Sie nach Turin reisen?

Bis am Samstag stehe ich nicht mehr am Herd, zumindest nicht für den Wettbewerb. Ich hatte am Montag den letzten Probedurchlauf und bin nun guter Dinge. Bis zur Abreise bin ich eher mit Organisatorischem beschäftigt. Zum Beispiel muss ich noch Material auftreiben, Zeitpläne schreiben oder Lebensmittel bereitstellen. Ich freue mich, wenn es endlich losgeht.

«Andere machen Extremsport, ich koche gegen andere in Wettbewerben.»

Sie haben also keinen Grund, nervös zu sein?

Im Gegenteil! Bei allen Wettbewerben, an denen ich bis jetzt teilgenommen habe, war ich noch nie so nervös wie heute. Jetzt koche ich gegen die besten Köche Europas. Nur ich alleine entscheide über Sieg oder Niederlage. Der Druck ist momentan enorm.

Und mit welchem Menü wollen Sie die Jury von sich überzeugen?

Die Vorspeise beinhaltet Eier und den italienischen Weichkäse Castelmagno, so die Vorgabe der Wettbewerbskommission. Diese Pflichtprodukte werde ich mit Aprikosen, Estragon und Kartoffeln erweitern. Zur Hauptspeise muss ich ein Filet vom Rind, Kalbsmilke und Risotto in das Gericht integrieren. Aus der Kalbsmilke kreiere ich etwa Kroketten. Ausserdem füge ich weitere Komponenten wie Tartar, Trüffel oder Apfelchutney hinzu. Dies ist aber nur ein kleiner Teil von dem, was dann schlussendlich serviert wird.

Mario Garcia nach seinem Sieg an der Schweizer Ausscheidung zum renommierten Kochwettbewerb Bocuse d'Or. (Bild: Keystone/Salvatore Di Nolfi (22. Januar 2018))

Mario Garcia nach seinem Sieg an der Schweizer Ausscheidung zum renommierten Kochwettbewerb Bocuse d'Or. (Bild: Keystone/Salvatore Di Nolfi (22. Januar 2018))

Nach welchen Kriterien haben Sie das Menü entwickelt, das Sie kochen werden?

Die grosse Kunst war es, die Pflichtprodukte mit Geschmäckern zu erweitern und daraus ein stimmiges Gericht zu kreieren, das jedem mundet, egal woher er kommt. Ich muss es zum Beispiel schaffen, einen Asiaten, der nicht viel mit Käse am Hut hat, genauso von meinem Gericht zu überzeugen, wie einen Connaisseur aus Frankreich.

Wovor haben Sie am meisten Respekt?

Vor dem Zeitdruck! Das Menü muss nach fünf Stunden fixfertig auf den Tellern liegen. Jeder Handgriff muss sitzen.

Und mit welchem Resultat werden Sie nächste Woche nach Kriens zurückkehren?

Mein Ziel ist der Sieg. Oder zumindest ein Platz auf dem Podest. Das ist ambitioniert, ich weiss. Vor allem in Anbetracht dessen, dass es vor mir noch kein Schweizer in die Top 3 geschafft hat. Ich habe aber lange auf diesen einen Tag hingearbeitet.

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