Idee einer Metro durch Luzern gewinnt weitere Befürworter – auch seitens CVP

Die Idee einer Luzerner U-Bahn erhält weitere Unterstützung von namhafter Seite. Darunter sind auch einstige Befürworter des Musegg-Parkhauses. Der Stadtrat kann sich indes weiterhin nicht für das Projekt erwärmen.

Lucien Rahm
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So könnte der Zugang zur Metro auf dem Schwanenplatz aussehen. (Visualisierung: IG Metro Luzern)

So könnte der Zugang zur Metro auf dem Schwanenplatz aussehen. (Visualisierung: IG Metro Luzern)

Wo sollen die zahlreichen Touristencars in Luzern künftig Halt machen? Während sich einige Politiker eine projektunabhängige Grundsatzdiskussion über die Entwicklung des städtischen Tourismus wünschen, verfolgen die Befürworter einer Luzerner Metro ihr Vorhaben weiterhin vehement. Nun hat sich die «IG Metro Luzern» weitere Unterstützer ins Boot geholt. Dazu gehören unter anderem Hans-Rudolf Schurter, Verwaltungsratspräsident des Elektrotechnikunternehmens Schurter, sowie Peter Mendler, welcher dieselbe Funktion bis vor Kurzem beim KKL innehatte.

Nebst ihrem Engagement für die Metro sind beide auch Mitglied des Komitees «Museggparking», das den Bau eines Parkhauses unter der Museggmauer zum Ziel hat. Die Initiative «Aufwertung der Innenstadt», welche diese Idee vom Stadtrat prüfen lassen wollte, wurde letzten Herbst zurückgezogen. Das Vorhaben ist vorerst auf Eis gelegt.

Mehr als ein Parking-Projekt

Peter Mendler. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 7. Juni 2019)

Peter Mendler. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 7. Juni 2019)

Mendler und Schurter hielten das Museggparking in seiner ursprünglichen Form für ein prüfenswertes Projekt. «Die heutige Variante wäre aber nicht realisierbar», sagt Mendler. Zudem sei die Metro viel mehr als nur ein Parking-Projekt. «Die Metro ist eine ganz neue Verkehrslösung, die dereinst gar über die Stadt hinausgehen könnte.» Mendler spricht von einem «Befreiungsschlag» für die Luzerner Verkehrsproblematik, die auch beim Thema des «Overtourism» Lösungen bieten könne. Das Vorhaben unterstützen auch GLP, BDP, einzelne CVPler wie Pia Maria Brugger sowie die SVP. Letztere sei seit kurzem «voll dabei», wie GLP-Vertreterin und Kantonsrätin Claudia Huser sagt. Ebenso gehört der Verein «Luzerner Unternehmer» seit dieser Woche zu den Befürwortern.

Finanzierung sei «kein Problem»

Auf Unterstützung kann die Metro also von verschiedener Seite her zählen. Doch wie sieht es mit der Finanzierung aus? Nach wie vor möchten die Initianten nicht konkret werden, wenn es um die Frage geht, wie die potenziellen Geldgeber heissen, die offenbar bereitstünden. «Diese Investoren würden erst in Erscheinung treten, wenn sich der Stadtrat zur Metro bekennt», sagt Hans-Niklaus Müller, Mitglied des Initiativkomitees. Die nötigen Mittel von rund 400 Millionen Franken sicherzustellen werde jedoch kein Problem sein, sagt Peter Mendler. Im Gegenteil:

«Sobald man sieht, wie gross das Interesse privater Investoren ist, reissen sich auch staatliche Institutionen darum.»

Solche Projekte würden sich lohnen.

Hans-Rudolf Schurter pflichtet ihm bei: Das Interesse seitens privater Geldgeber an solchen Investments sei gross. «Auch für internationale Finanzierungskonsortien könnte eine Beteiligung spannend sein.» Die Beispiele anderer Städte wie Lausanne oder Lugano, wo ähnliche Projekte realisiert wurden, hätten bereits gezeigt, dass solche Finanzierungslösungen funktionieren würden.

Nach wie vor keine Begeisterung hervorzurufen vermag die Metro-Idee beim Luzerner Stadtrat, der diese bislang ablehnt. Mobilitätsdirektor Adrian Borgula (Grüne) sagt auf Anfrage lediglich: «Es finden Gespräche auf Fachebene mit den Initiantinnen und Initianten statt.» Letztere scheinen daran aber bereits kein Interesse mehr zu haben. «Herr Borgula hat uns gesagt, dass die Meinung des Stadtrats zur Metro gemacht sei», sagt IG-Vertreter Marcel Sigrist.

Da Gespräche somit nichts bewirken würden, sähen sie auch keinen Anlass dazu. Stattdessen setzen die Initianten auf die Abstimmung über ihre Vorlage. Diese wird frühestens Anfang des nächsten Jahres stattfinden, wie die Stadt mitteilt. Zuvor wird sich diesen Herbst der Grosse Stadtrat mit der Initiative befassen.

Steht der neue Ökihof der Metro Luzern im Weg?

Auf dem Sedel entsteht ein neues Recycling-Center. Die Initianten der Schwanenplatz-Metro sind darüber gar nicht erfreut. Denn auf dem Grundstück soll dereinst die Metrostation mitsamt Parkhaus Platz finden.
Robert Knobel