IFU-Präsident Pierre Weber: «Die Verwaltung muss effizienter werden»

Der rund 100 Mitglieder zählende Wirtschaftsverband Info-­Forum Freies Unternehmertum (IFU) sagt im Gegensatz zum kantonalen Gewerbeverband und zur Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz Nein zu höheren Steuern im Kanton Luzern.

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Pierre Weber (55) präsidiert den Wirtschaftsverband Info-Forum Freies Unternehmertum. (Bild: PD)

Pierre Weber (55) präsidiert den Wirtschaftsverband Info-Forum Freies Unternehmertum. (Bild: PD)

Die von der SVP mit dem Referendum bekämpfte Anhebung des Steuerfusses um 0,1 auf 1,7 Einheiten war an der gestrigen Generalversammlung, an der die Berner FDP-Nationalrätin Christa Markwalder als Gastreferentin auftrat, denn auch ein Thema. IFU-Präsident Pierre Weber (55) nennt die Gründe, die gegen höhere Steuern sprechen.

Pierre Weber, warum spricht sich das Info-Forum Freies Unternehmertum gegen höhere Steuern aus?

Unser wichtigster Grund ist einer, der sich aus unternehmerischer Sicht ergibt: das Ziel, höhere Ausgaben zu vermeiden. Machen wir uns doch nichts vor: Steigen die Steuern, erhöhen sich auch die Ausgaben. Wir stehen für eine Politik der begrenzten Mittel ein.

Dann steht dem Kanton aus Ihrer Sicht also zu viel Geld zur Verfügung?

Eine Ausgabensteigerung in gewissen Bereichen ist sicher begründet durch das Wachstum des Kantons, beispielsweise bei der Infrastruktur. Wir sind aber klar der Meinung, dass die Verwaltung effizienter werden muss. Wir fordern mehr Effizienz und echtes Sparen.

Das müssen Sie erklären.

Die Politiker reden ständig von Sparpaketen. Dabei geht es nur darum, dass die Ausgaben gegenüber früheren Budgets weniger stark steigen, also um ein Abschwächen des Ausgabenwachstums. Doch insgesamt wird mehr und nicht weniger ausgegeben. In der Wirtschaft bedeutet Sparen das Gleiche wie in jedem Privathaushalt: höchstens gleich viel oder weniger ausgeben als im letzten Jahr.

Ausser der SVP sind alle im Kantonsrat vertretenen Parteien für eine Erhöhung des Steuerfusses, und die beiden grossen Wirtschaftsverbände haben Stimmfreigabe beschlossen. Warum positioniert sich Ihr Verband in dieser Frage so klar?

Wir sind eine parteiunabhängige Vereinigung von Unternehmern und Politikern. In der Steuerfrage ist es nun einmal so: Ist die Erhöhung erst über die Bühne, fehlt der Druck, effizienter zu werden, sich auf die Kernaufgaben zu konzentrieren und effektiv zu sparen.

Was ist Ihre Prognose für den Urnengang, der wohl Ende Mai stattfinden wird?

Zum jetzigen Zeitpunkt spekuliere ich nicht über den Ausgang dieser Abstimmung. In beinahe vier Monaten kann noch viel passieren. (nus)