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IG Reiden mischt Schulhaus-Abstimmung auf

Am 10. Juni befinden die Stimmbürger von Reiden über einen Kredit von 7,8 Millionen Franken für ein neues Schulhaus. Nachdem der Gemeinderat die Botschaft verschickt hat, flattert in den nächsten Tagen auch Post der IG Reiden in die Briefkästen.
Ernesto Piazza
Blick auf Reiden mit dem Wahrzeichen, der Kommende. (Bild: Dominik Wunderli, 24.03.2015)

Blick auf Reiden mit dem Wahrzeichen, der Kommende. (Bild: Dominik Wunderli, 24.03.2015)

Am 10. Juni entscheidet Reiden über ein erneutes Schulhausprojekt. Dieses soll 7,82 Millionen Franken kosten und in Reiden Mitte zu stehen kommen. In diesen Tagen haben die Bürger die offizielle Botschaft erhalten.

Es gebe drei Gründe, weshalb die Schule neue Räume benötige, schreibt der Gemeinderat. Einerseits würden die Schulzimmer in Containerbauten und anderen Provisorien den Anforderungen des heutigen Bildungsalltages längst nicht mehr gerecht. Andererseits weise die aktualisierte Schulraumplanung für die kommenden Jahre den Bedarf an zusätzlichem Schulraum aus und es fehle der Sekundarschule an wichtigen Spezialräumen für einen zeitgemässen Schulbetrieb.

Der viergeschossige Massivbau, der für Lager und Technikräume teilweise unterkellert ist, soll 13 Klassen-, zwei Fachunterrichtszimmer, sechs Gruppenräume, sechs IF-Zimmer, ein Zimmer für Textiles Gestalten, ein Lehrerzimmer und einen Singsaal beinhalten. «Der neu geschaffene Schulraum deckt den ausgewiesenen Bedarf der Volksschule für die nächsten zehn Jahre», schreibt der Gemeinderat.

Alle Parteien stehen hinter Neubau-Projekt

Während CVP, FDP, SVP und SP hinter dem Neubau-Projekt stehen, kann sich die IG Reiden damit wiederum nicht anfreunden. Deren Sprecher Richard Zihlmann sagt: «Dass sich die Parteien bisher vorbehaltslos hinter jedes Schulhausprojekt stellten, können wir nicht nachvollziehen.» Dazu gehört unter anderem der 9,25 Millionen Franken–Kredit, welchen der Souverän im März 2015 verworfen hatte.

Für die Abstimmung vom 10. Juni hat die IG Reiden jetzt eine eigene Botschaft verfasst. Sie ist nicht nur auf der Website der Gruppierung aufgeschaltet, sie wird in den nächsten Tagen auch in die Reider Haushalte verschickt. Zu diesem Schritt entschied sich die IG auch, weil der Gemeinderat ihrem Angebot an der Erstellung der Botschaft mitzuarbeiten, eine Absage erteilte (Ausgabe vom 20. April).

«Bauen wir ein Schulhaus mit Mass, für den notwendigen Bedarf, bezugsbereit bis Sommer 2020 und für drei statt für acht Millionen Franken», sind die Kernaussagen der Gruppierung in ihrer achtseitigen Informationsbroschüre. Als Alternative schlägt die IG – nachdem sie während längerer Zeit ein Befürworter der modularen Bauweise war – eine Massivlösung vor. Sie geht von acht multifunktionalen Klassenzimmern und 12 Gruppenräumen für drei Millionen aus. Als «idealen Standort für ein optimales Schulzentrum» sieht die IG das Pestalozzi-Johanniter-Areal. So käme der neue Bau am Ort des alten Pavillons zu stehen. Er müsse ohnehin ersetzt werden. Mit dieser Lösung bleibe das Gebiet Reiden Mitte für zukünftige Nutzungen erhalten.

Bei ihrer Version zieht die IG das Dagmerseller Primarschulhaus heran. Es war vom Reider Architekten Luzius Zinsli konzipiert worden. Eine «schnell erweiterbare Variante und mit diesem Standort eine weniger grosse Verzettelung der Schulanlagen» führt die IG Reiden als weitere Argumente ins Feld. Die Reider Schulraumplanung gründe auf unsinnigen, langfristigen Hochrechnungen bis ins Jahr 2035. Verlässlich sei lediglich die Anzahl bereits geborener Kinder. Nur sie bestimmten den Schulraumbedarf auf fünf bis sechs Jahre hinaus mit genügender Sicherheit, schreibt die Gruppierung.

«Steuererhöhung oder Leistungsabbau»

Viel dreht sich bei der Schulhausdiskussion um die Finanzen. Es sei Aufgabe der Gemeinde, ihre Infrastrukturprojekte selber zu finanzieren und sie entsprechend den Möglichkeiten zu priorisieren, schreibt die Exekutive. Mit dem Schulhausneubau erhöhe sich die Pro-Kopfverschuldung um zirka 1100 Franken. Mit allen geplanten Investitionen steige sie in den nächsten sechs Jahren auf 6000 bis 6500 Franken. Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass das Neubauprojekt ein Kraftakt für Reiden darstellt. Die Investition sei aber mit dem Finanzleitbild kompatibel, da dort dafür explizit eine Ausnahme zugelassen werde.

Pikant ist die Aussage der Exekutive, dass er sich in den nächsten Jahren überlegen müsse, «der Reider Stimmbevölkerung eine zweckgebundene Erhöhung des Steuerfusses zur Entschuldung der gesamten Gemeindefinanzen vorzuschlagen». Hier liegt die Gemeinde bei rund 40 Millionen Franken. Der Steuerfuss beträgt 2,3 Einheiten. Finanzvorsteher Bruno Aecherli spricht aber sogar von einer Pro-Kopfverschuldung von «beinahe 7000 Franken und «unausweichlichen Einnahmenerhöhungen». Der Finanz- und Aufgabenplan 2018 bis 2024 zeige bei gleichbleibendem Steuerbezug für diese Zeit ein Minus von kumuliert 1,824 Millionen Franken. «Deshalb wäre für eine dienliche und nachhaltige Gesundung der Finanzen eine Einnahmenerhöhung mit einem Steuerbezug auf 2,5 Einheiten anzustreben.» Als Alternative dazu sieht Aecherli «nur noch einen massiven Leistungsabbau für die Bevölkerung.»

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