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Quartierbewohner sollen Luzern Süd per Blog und Schatzkarte entdecken

Alte und neue Bewohner im Raum Luzern Süd sollen sich dort wohl fühlen und den Lebensraum mitgestalten – so das erklärte Ziel der Interessengemeinschaft Luzern Süd. Dafür geht sie nun in die Offensive.
Beatrice Vogel
In Luzern Süd treffen Welten aufeinander. Hier: Das Einfamilienhausquartier Kuonimatt und der Hochhaus-Neubau im Mattenhof. (Bild: Boris Bürgisser (Kriens, 21. November 2018))

In Luzern Süd treffen Welten aufeinander. Hier: Das Einfamilienhausquartier Kuonimatt und der Hochhaus-Neubau im Mattenhof. (Bild: Boris Bürgisser (Kriens, 21. November 2018))

Mattenhof, Nidfeld, Schweighof, Horw Mitte, Eichhof West – das sind nur ein paar der grossen Bauprojekte, die das Grenzgebiet von Horw, Kriens und Luzern komplett verändern. Dessen ist sich auch die ansässige Bevölkerung bewusst, die immer wieder Bedenken zu den Veränderungen äussert.

Nun will die Interessengemeinschaft Luzern Süd die Bevölkerung ins Boot holen. Ziel ist, das Gebiet über die Gemeindegrenzen hinaus zu vernetzen und eine gemeinsame Identität zu schaffen, die aus der Bevölkerung heraus wächst. Vor allem sollen alte und neue Bewohner in einen Dialog treten, damit das Zusammenleben möglichst angenehm wird.

Eine Agentur sucht nach kreativen Ideen

Die IG geht nun kommunikativ in die Offensive. Den Auftrag dafür hat sie der Zürcher Agentur s2r.gmbh übertragen. Die drei ehemaligen Journalistinnen, welche die Agentur betreiben, haben sich auf Städtebau und Quartierentwicklung spezialisiert. Vergangenes Jahr haben sie in einem Bericht die Chancen, Knackpunkte und Kommunikationsziele für Luzern Süd eruiert:

Mittlerweile sind erste Massnahmen eingeleitet. Heute Montag geht ein Blog online, auf dem fortlaufend über Themen aus Luzern Süd berichtet wird (www.luzernsued.blog). «Das tun wir, indem wir Geschichten erzählen», erklärt Monique Rijks von s2r. Man rede immer nur über die neuen Überbauungen. «Das Thema der IG Luzern Süd ist aber der Lebensraum als Ganzes, wo sich Alt und Neu nebeneinander und miteinander weiterentwickeln», so Rijks. Das Ziel sei, die Menschen, die bereits im Gebiet wohnen, abzuholen, am Entwicklungsprozess teilhaben zu lassen und damit Gerüchten und Ängsten vorzubeugen. Dies soll mittels Information geschehen – über den Blog und soziale Medien, aber auch auf niederschwelliger Ebene.

So soll ein sogenanntes Botschafternetz aufgebaut werden. Monique Rijks:

«Derzeit suchen wir aus jedem Quartier einen Botschafter und organisieren im März ein erstes Treffen.»

Die Botschafter werden zunächst Personen sein, die sich bereits engagieren, etwa im Quartierverein. Sie sollen dann weitere Personen einbringen, die für das Netzwerk interessant sein könnten. «Die Treffen dienen einerseits dem Informationsaustausch, vor allem aber sollen neue Ideen, beispielsweise für gemeinsame Veranstaltungen, entstehen.»

Wo ist die Quartierbrauerei?

Die IG will damit Prozesse anstossen. «Wir möchten Leute aus Wirtschaft, Kultur, Sport und anderen Bereichen zusammenbringen und damit nicht nur den Raum, sondern auch seine vielen Facetten vernetzen», erklärt Rijks. Ein Wunsch wäre zudem, dass irgendwann ein Ort entsteht, wo Treffen und Veranstaltungen stattfinden können.

Ein weiteres Projekt ist eine Art Schatzkarte. Im Rahmen des Blogs werden Besonderheiten aus Luzern Süd vorgestellt, «etwa die Brauerei in der Kuonimatt, das Projekt Seenergy oder die erste Tesla-Batterie Europas». Bis Ende Jahr wird daraus eine Karte entstehen, mit der man das Gebiet erkunden kann. Diese soll fortlaufend erweitert werden. Rijks: «Damit wollen wir die Leute für diesen vielfältigen und spannenden Lebensraum begeistern.»

Investoren lassen sich Imagekorrektur etwas kosten

Mitglieder der IG Luzern Süd sind die Gemeinden, Investoren, die Wirtschaftsförderung sowie Luzern Plus. Sie zahlen einen Jahresbeitrag, mit dem die erwähnten Massnahmen bezahlt werden. Wie hoch das Budget ist, gibt Monique Rijks nicht bekannt.

Initiiert wurde die IG ursprünglich von den Investoren der Grossüberbauungen Schweighof, Nidfeld und Mattenhof. «Wir stellten fest, dass die Wahrnehmung des Gebiets dessen Potenzial nicht gerecht wird», sagt Guido Cavelti, Projektkoordinator Schweighof. So sei die Idee einer gemeinsamen Kommunikationsoffensive entstanden, die bei Gemeinden, Wirtschaftsförderung und Luzern Plus auf offene Ohren gestossen sei. «Im ersten Schritt haben wir die Webseite und eine Broschüre entworfen, um die einzelnen Projekte vorzustellen.» Reine Vermarktung also? «Nein, diese Informationen sind für die ansässige Bevölkerung gedacht», betont Cavelti.

«Es ist natürlich auch nicht purer Altruismus. Trotzdem ist es uns ein Anliegen, die Bevölkerung stärker einzubeziehen.»

Aussergewöhnlich sei, dass bei der IG Luzern Süd private Investoren und die öffentliche Hand an einem Strick ziehen. Betreffend der neuen Kommunikationsmassnahmen setzt Cavelti vor allem auf den direkten Austausch der Beteiligten. «Ich erhoffe mir viel davon, die Leute zusammen zu bringen.»

Weitere Infos: www.luzernsued.blog und www.luzernsued.ch

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