Kampf gegen Autoplagöri im Kanton Luzern: Polizei stellt 14 Autos sicher

Aufgemotzte Autos entsprechen oft nicht den Vorschriften. Die Luzerner Polizei führt deshalb gezielt Kontrollen durch.

Beatrice Vogel
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Sehen und gesehen werden – das ist nicht nur die Devise beim Flanieren am Schweizerhofquai, sondern vor allem beim Präsentieren von teuren Autos. Derzeit ist Hochsaison für die sogenannte Poserszene: Das strahlend schöne Wetter animiert so manchen, am Wochenende sein aufgemotztes Auto in den Strassen Luzerns vorzuführen.

Das weiss auch die Luzerner Polizei, weshalb sie an entsprechenden Wochenenden immer wieder koordinierte Fahrzeugkontrollen durchführt. So auch am vergangenen Sonntagnachmittag am Hirschengraben in der Stadt Luzern.

Veränderter Auspuff, tief gelegtes Fahrwerk

Insgesamt hat die Luzerner Polizei am Sonntag 22 Fahrzeuge kontrolliert – 14 davon wurden sichergestellt, weil sie nicht betriebssicher waren, teilt die Polizei mit. Bei mehreren Autos sei die Auspuffanlage nicht in Ordnung oder das Fahrwerk zu tief gesetzt gewesen.

Aufgemotzt, aber mangelhaft: Die von der Polizei sichergestellten Autos.

Aufgemotzt, aber mangelhaft: Die von der Polizei sichergestellten Autos.

PD/Luzerner Polizei

Bei den Kontrollen gehe es in erster Linie um die Sicherheit, sagt Simon Kopp, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Luzern, auf Anfrage. «Manche Autos sind so tief gelegt, dass nur wenige Millimeter Abstand zum Boden bleiben. Wenn sie über einen kleinen Bordstein fahren, streifen sie ihn.» Das bedeute nicht nur ein Sicherheitsproblem, sondern auch ein Fahrzeugschaden, für den die Besitzer Geld in die Hand nehmen müssen. Die Auspuffanlagen werden oft entgegen der Vorschrift so verändert, dass die Autos beim Beschleunigen lauter sind, aufheulen und dadurch Lärm verursachen. Kopp:

«Diese Leute sind stolz auf ihr Auto, das sie meist über den Winter aufbereiten und jetzt im Sommer zeigen wollen. Die Aufgabe der Polizei ist es, zu kontrollieren, ob die Veränderungen am Auto sicher und vorschriftskonform sind.»

Dass 14 von 22 Autos sichergestellt werden mussten, deute darauf hin, dass beim Tunen selten Profis am Werk sind, «denn diese wüssten, was verboten ist». Allerdings könne die Polizei nicht feststellen, ob die Besitzer selbst an den Autos basteln.

Die sichergestellten Autos werden durch das Strassenverkehrsamt kontrolliert. Die Besitzer erhalten darauf eine Mängelliste. Sind die Mängel behoben, müssen sie das Auto vorführen, um wieder damit fahren zu dürfen. Die Autobesitzer selbst werden verzeigt und erhalten aller Wahrscheinlichkeit nach eine Busse, sagt Simon Kopp. Keine Aussage kann er dazu machen, woher die Autos respektive die Besitzer kommen, da die Polizei darüber keine Zusammenstellung mache.

Stadtbewohner freuen sich über die Kontrollen

Interessant ist zudem der letzte Satz in der Medienmitteilung: «Die Kontrollaktion wurde von vielen Passanten begrüsst und gutgeheissen», heisst es dort. Kurz nach Veröffentlichung der Medienmitteilung gestern Mittag habe die Polizei ausserdem mehrere E-Mails erhalten, sagt Kopp – von Luzernern, welche die Kontrollen schätzen.

«Es scheint ein Bedürfnis der Bevölkerung zu sein, dass die Polizei insbesondere die lauten Autos kontrolliert.»

Es gebe auch immer wieder Hinweise aus der Bevölkerung, auf welchen Strassen besonders viele getunte Autos unterwegs sind.

Die Kontrolle am Hirschengraben war nicht zufällig. «Wir führen regelmässig Fahrzeugkontrollen an verschiedenen Stellen in der Stadt Luzern durch», so Simon Kopp. Auch am Schweizerhofquai, wo die getunten Autos besonders gern gezeigt werden, habe es schon Kontrollen gegeben. «Allerdings ist das Kontrollieren dort schwieriger, weil es eine Hauptachse ist. Auf weniger befahrenen Quartierstrassen lässt sich eine Kontrolle einfacher bewerkstelligen.»

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