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Im Kanton Luzern führen viele Zecken-Impfungen zu Engpässen

Schweizweit sind die Impfstoffe gegen Zecken rar. Luzerner Apotheker und Hausärzte sind jedoch gewappnet.
Niels Jost
Für den Zecken-Impfstoff Encepur N besteht ein Engpass – jetzt ist ein alternatives Mittel gefragt. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone)

Für den Zecken-Impfstoff Encepur N besteht ein Engpass – jetzt ist ein alternatives Mittel gefragt. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone)

Wer sich beim schönen Wetter im Wald aufhält oder einen Spaziergang durch hohe Gräser macht, der muss derzeit besonders aufpassen. Denn dort könnten Zecken lauern. Gerade während der Sommermonate registriert das Bundesamt für Gesundheit jeweils viele Bisse.

Mittlerweile hat sich die Anzahl Registrierungen seit dem letztjährigen Rekordsommer zwar fast halbiert, doch sie bewegt sich immer noch auf hohem Niveau. So wurden anfangs Mai schweizweit noch rund 15 FSME-Fälle registriert. Im Juli sind es nun bereits 43. FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine Viruserkrankung, welche meistens durch Zecken übertragen wird und meldepflichtig ist.

Auf alternativen Impfstoff ausgewichen

Aufgrund der vielen Fälle hat der Bund Anfang 2019 fast die ganze Schweiz als FSME-Risikogebiet deklariert. Dies und der vergangene Hitzesommer mit überdurchschnittlich vielen Zeckenbissen könnten der Grund sein, wieso sich derzeit viele Personen impfen lassen. Das hat zu einem Versorgungsengpass beim Impfstoff Encepur N geführt, wie beim Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung zu lesen ist.

Diesen Engpass haben auch Ärzte und Apotheker im Kanton Luzern zu spüren bekommen. Aldo Kramis, Präsident der kantonalen Ärztegesellschaft, gibt aber Entwarnung: «Wir konnten auf den zweiten, alternativen FSME-Impfstoff ausweichen.» Dieser kann für die total drei notwendigen Zecken-Impfungen ohne Probleme anstelle von Encepur N verwendet werden. Wichtig ist laut Kramis lediglich, dass das Impfschema eingehalten wird. Die ersten beiden Impfungen sind in der Regel im Abstand von einem bis drei Monate durchzuführen, mit der dritten Stufe kann man rund ein halbes Jahr zuwarten.

Zwei Drittel der Luzerner Apotheken dürfen bereits impfen

Von Lieferengpässen sind auch Luzerns Apotheken immer wieder betroffen. Beim Zecken-Impfstoff bereitete dies jedoch wenig Probleme, wie Karin Häfliger, Vorstandsmitglied des Luzerner Apothekervereins, sagt. Zwar bestehe eine regelmässige Nachfrage nach Zecken-Impfungen, allerdings decken Apotheken nicht die grossen Massen ab. Entsprechend haben diese jeweils nur ein kleines Kontingent an Impfstoffen nötig.

Dennoch ist Häfliger sehr zufrieden mit den Zecken-Impfungen, welche Apotheken im Kanton Luzern seit 2017 durchführen dürfen. «Viele schätzen dieses niederschwellige Angebot ohne Anmeldepflicht.» Mittlerweile haben hierfür rund zwei Drittel aller öffentlichen Apotheken in Luzern die nötige Bewilligung, wie unter www.impfapotheke.ch zu sehen ist.

Wenig betroffen vom Impfstoff-Engpass ist das Luzerner Kantonsspital. Denn das Luks führt diese Impfungen bei Patienten eher selten durch, vielmehr würden dies Hausärzte oder eben Apotheker machen, wie Marco Rossi, Chefarzt Infektiologie und Spitalhygiene, sagt.

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