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Im Kloster Rickenbach erhalten demente Menschen mehr Platz

Der Hof Obergrüt in Sigigen kommt mit seiner Einrichtung für Menschen mit Demenz an seine Kapazitätsgrenze. Mit dem Umzug nach Rickenbach kommt es sogar zu einer Win-Win-Situation.
Ernesto Piazza
Das Kloster Rickenbach bot Zimmer an für Leute, die Ruhe suchten. Künftig werden Zimmer und Räume wie dieser Aufenthaltsraum anders genutzt. (Bild: Dominik Wunderli, 25. November, 2016)

Das Kloster Rickenbach bot Zimmer an für Leute, die Ruhe suchten. Künftig werden Zimmer und Räume wie dieser Aufenthaltsraum anders genutzt. (Bild: Dominik Wunderli, 25. November, 2016)

Die Einrichtung für Menschen mit Demenz auf Hof Obergrüt in Sigigen (Gemeinde Ruswil) zügelt ins Kloster Rickenbach. Mit dem Entscheid hätten sich klösterliche Tradition und die Antwort auf eine aktuelle, gesellschaftliche Herausforderung gefunden, erklären die hierfür Verantwortlichen in einer Medieninfo.

Weil auf beiden Seiten noch diverse Abklärungen bezüglich Machbarkeit im Gange sind, ist es aber schwierig abzuschätzen, wann der Umzug stattfindet. Insbesondere das Verfahren der notwendig werdenden Umzonung – aktuell liegt das Klosterareal in einer Kloster-Zone – braucht Zeit. Auch die finanzielle Situation bedarf der Klärung. So ist Hof Obergrüt auf der Suche nach nicht-bankenfinanzierten Mitteln von Stiftungen, Privatspendern und Legaten, um eine rasche Betriebsaufnahme im Kloster Rickenbach einzuleiten. Für die beiden künftigen Partner dürfte die «sinnvolle Symbiose», wie sich schreiben, eine eigentliche Win-Win-Situation darstellen.

Vorhaben scheiterte am Raumplanungsgesetz

Seit Längerem ist nämlich bekannt, dass der Hof Obergrüt aufgrund steigender Nachfrage nach Betreuungs- und Pflegeangeboten für Menschen mit Demenz an seinem heutigen Standort an Kapazitätsgrenzen stösst wir berichteten). Daher wollte die Institution für 10 Millionen Franken einen Neubau realisieren. Dieser hätte neben dem jetzigen für die Tätigkeit verwendeten Bauernhaus zu stehen kommen sollen. Das Projekt sollte vor allem mit Spendengeldern finanziert werden. Dafür werde die private Trägerschaft in die Stiftung «Betrieb und Betreuung für Menschen mit Demenz» umgewandelt, sagte Luzia Hafner, Gründerin und Betriebsleiterin auf Obergrüt, im August 2017. Das Bewilligungsverfahren sei ebenfalls angestossen.

«Doch letztlich scheitere das Vorhaben am Raumplanungsgesetz», sagt sie heute. Mit der jetzigen Lösung sei es aber möglich, die auf der Haltung «von Herz zu Herz» basierende Betreuungsphilosophie weiterzuleben. Die Einrichtung auf Hof Obergrüt gibt es seit 13 Jahren. Momentan stehen vier Tagesplätze und neun Ferienbetten zur Verfügung.

Kloster steht seit Mitte Juni leer

Auf der kirchlichen Seiten sah sich die Ordensleitung der Kongegration Arenberger Dominikanerinnen im deutschen Koblenz durch die wirtschaftlichen und sozialgesetzlichen Entwicklungen dazu gezwungen, den Gästebetrieb des Klosters einzustellen. Mitte Juni kehrten auch die drei noch verbliebenen Dominikanerinnen nach Deutschland zurück.

Platzmässig bietet Rickenbach im Gästetrakt mit den 16 Einzel- und vier Doppelzimmern einiges mehr an Raum. «Deshalb ist die neue Bleibe für uns ein Glücksfall», sagt Luzia Hafner, die ihren Betrieb per 1. Januar 2019 in den Verein Obergrüt überführt hat. Bis die Klosterräume bezogen werden können, wird das Angebot in Sigigen aufrechterhalten.

«Diese Anschlusslösung für das Kloster» bezeichnet der Rickenbacher Gemeindepräsident Roland Häfeli als «positive Entwicklung». Entsprechend will man die notwendige Umzonung «prioritär» – aber abgestimmt auf die anstehende Zonenplanänderung – behandeln.

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