Im Mariazell entsteht ein neues Schulhaus

Weil das Schulhaus in die Jahre gekommen ist, muss die Stiftung Mariazell am Standort Sursee dringend investieren. Mit dem Neubau soll neben Schulraum aber auch das Angebot optimiert und angepasst werden.

Ernesto Piazza
Drucken
Teilen
Auch die Schüler nahmen beim Spatenstich eine Schaufel in die Hand. (Bild: Dominik Wunderli, Sursee, 2. Juli 2019)

Auch die Schüler nahmen beim Spatenstich eine Schaufel in die Hand. (Bild: Dominik Wunderli, Sursee, 2. Juli 2019)

Am Schulhaus der Sonderschule Mariazell in Sursee nagt der Zahn der Zeit. Daher haben sich die Verantwortlichen nach längeren Überlegungen entschieden, das 1950 und 1963/64 in zwei Etappen erstellte Gebäude abzureissen und durch einen Neubau zu ersetzen. «Umfassende bauliche, energetische und betriebliche Abklärungen haben diese Notwendigkeit aufgezeigt», sagt Geschäftsführer Armin Müller.

Gestern Nachmittag nahmen die Schüler vom Gebäude Abschied und mit dem Spatenstich erfolgte der Startschuss für den Neubau. Die Investition beläuft sich auf rund fünf Millionen Franken. Sie wird fremdfinanziert. Bauherr ist die Stiftung «Schule und Wohnen Mariazell Sursee».

Dreigeschossiger Neubau mit demselben Volumen

Bei den Feierlichkeiten führten Schüler und Lehrer durch das Programm. So erzählten sie Ereignisse, die sich im alten Schulhaus erlebt hatten und präsentierten die Arbeiten eines Projekts. Dieses war im Schulhaus zuletzt noch realisiert worden. Und schliesslich stellten sich die Schüler auf und formten das Wort «los». Damit setzten sie ein deutliches Zeichen und ein Bekenntnis für die ersten Bagger- und Schaufelhiebe.

Während im alten Schulhaus vier Klassenzimmer und Therapieräume der Logopädie untergebracht waren, werden im Neubau zwei Klassenzimmer und zwei Wohneinheiten für die Tagesschule respektive die Mittagsbetreuung realisiert. Im Sockelgeschoss entsteht ein Mehrzweckraum. Dieser kann für interne wie auch externe Anlässe benützt werden. Der Neubau verfügt über drei Geschosse und soll in etwa dasselbe Volumen wie das alte Gebäude aufweisen.

Durch die Verschiebung der Nutzung einzelner Räume am gesamten Standort Sursee können eine Optimierung des Angebots und eine Anpassung an die heutigen Anforderungen erzielt werden. So werden unter anderem die Therapieräume der Logopädie – sie befinden sich aktuell im Schulhaus – in die unmittelbare Nähe der Basisstufen im Haupthaus verschoben. Oder die Tagesschulen/Mittagsbetreuung, die sich momentan dort befinden, zügeln neu zu den entsprechenden Schulräumen im Ersatzbau. Wichtig für die Verantwortlichen ist zudem: Die Verschiebungen können praktisch ohne weitere bauliche Massnahmen und Kosten umgesetzt werden.

Im Juni 2020 soll das neue Schulhaus fertig erstellt sein und geplant ist, dieses im kommenden Schuljahr zu beziehen. Während der Bauzeit findet der Unterricht in Provisorien, in sogenannten Container-Modulen, und in bestehenden Räumlichkeiten des Werkhauses statt. Die Provisorien werden während des ganzen Schuljahrs 2019/20 genutzt und umfassen neben zwei Klassenzimmern, ein Fachunterrichtszimmer für Handarbeit und zwei Gruppenräume.

Sonderschule Mariazell betreut an zwei Standorten

Für Müller hat dieser Vorgang zwei Seiten. Er sagt: «Einerseits sind mit dem alten Schulhaus viele Erinnerungen verbunden, was Wehmut aufkommen lässt.» Zum andern sei es ein älteres Projekt. «Dass dieses nun angegangen wird, ist nicht nur dringend nötig, es freut mich auch riesig.»

An den beiden Standorten Sursee und Beromünster betreut die Sonderschule Mariazell im Rahmen einer seperativen Schulung rund 125 Schüler. Dazu kommen weitere zirka 50 Kinder bei denen Fachkräfte der Sonderschule Mariazell in der Regelschule und auch vor Ort bei den Familien fachliche Unterstützung leisten.