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Im Sempachersee dominieren Felchen und Egli – jede vierte Fischart ist standortfremd

Der Kanton Luzern hat zum ersten Mal die Fischbestände im Sempachersee mit einer standardisierten Methode erfassen und bewerten lassen. In einer aufwendigen Befischungsaktion konnten 20 Fischarten nachgewiesen werden, davon sind 15 einheimisch und standortgerecht, fünf wurden eingeschleppt.
In Ufernähe wird ein Bodennetz ausgelegt. Im Unterschied zu den Netzen der Berufsfischer verfügen die verwendeten Multimaschennetze über unterschiedlichste Maschenweiten. (Foto: Pascal Vonlanthen)

In Ufernähe wird ein Bodennetz ausgelegt. Im Unterschied zu den Netzen der Berufsfischer verfügen die verwendeten Multimaschennetze über unterschiedlichste Maschenweiten. (Foto: Pascal Vonlanthen)

(zim/pd) Die Artenzusammensetzung der Fischgemeinschaft eines Gewässers stellt einen hervorragenden Indikator für dessen Status als Ökosystem dar. Aus den klassischen Fischfangstatistiken und weiteren Beobachtungen ist die Fisch-Artenvielfalt im Sempachersee zwar bekannt, allerdings werden zahlreiche Fischarten aus unterschiedlichen Gründen gar nicht befischt. Das heisst es in einer Mitteilung der Dienststelle Landwirtschaft und Land (Lawa) des Kantons Luzern.

Um ein vollständiges Bild der Bestände im See zu erhalten, gab die Lawa eine vom Bund finanziell unterstützte Untersuchung in Auftrag. Gewählt wurde eine Erhebung nach einem reproduzierbar standardisierten Vorgehen, der sogenannten Projet-Lac-Methode. Durch diese Aufnahmemethodik können gemäss Mitteilung die Ergebnisse aktuell mit 29 anderen Seen der Schweiz verglichen werden. Zudem könne die Entwicklung des Fischbestandes durch spätere Folgeuntersuchungen als Monitoring fortgesetzt werden.

Im Herbst 2018 fand über mehrere Tage hinweg ein aufwendiges Befischungsprogramm statt. Insgesamt seien 13'186 Fische gefangen worden. In der grossen Mehrzahl handle es sich bei den gefangenen Tieren um Kleinfischarten oder Jungtiere im Gesamtgewicht von rund 565 Kilogramm. Dies entspreche 0,6 Prozent der jährlichen Fangmenge durch Berufs- und Angelfischerei. Nach Angaben der Lawa konnten 20 Fischarten, eine Hybridform sowie die Art Kamberkrebs nachgewiesen werden. Von den aktuell nachgewiesenen Arten gelten nur deren 15 als im Sempachersee standortgerecht und historisch belegt. Fünf Arten sind als eingeschleppte, standortfremde Arten zu taxieren (Blaubandbärbling, Kaulbarsch, Sonnenbarsch, Wels und Zander).

In absoluten Zahlen wurden Egli am häufigsten gefangen: rund 7700 Tiere mit einem Gewicht von fast 190 Kilogramm. Gemäss Hochrechnung der erzielten Resultate pro Habitattyp (zum Beispiel Uferbereich, Offenwasser- oder Tiefenwasserbereich) auf die gesamte Ausdehnung der einzelnen Habitattypen im See, liegen gemäss Mitteilung die Felchen noch vor den Egli. Dabei seien Felchen zahlenmässig etwa anderthalbmal so häufig wie Egli, gewichtsmässig dürften die Felchen das Sechsfache der Biomasse aller Egli aufweisen. Diese beiden Arten dominieren laut Lawa als Fischarten im Sempachersee, was entsprechend attraktiv für die Berufs- und Angelfischerei sei.

Investitionen in die Seesanierung zeigen Wirkung

Der nun vorliegende Schlussbericht zeige den Sempachersee als Beispiel für einen See, dessen Charakteristika im Verlauf der vergangenen Jahrhunderte durch Seespiegelabsenkungen und durch übermässigen Nährstoffeintrag stark verändert wurde. Die von Menschen gemachten Beeinträchtigungen gipfelten im massiven Fischsterben im Jahr 1984, bei dem 26 Tonnen Fische verendeten. Es sei davon auszugehen, dass einzelne Fischarten durch die menschengemachten Veränderungen verschwunden sind.

Die aktuelle Erhebung zeige auf, dass sich die grossen Investitionen der seeinternen Massnahmen (Sauerstoffeintrag, Belüftung und Zirkulationshilfe) wie auch der seeexternen Massnahmen wie Phosphorprojekte und Abwasserreinigungsanlagen zur Seesanierung lohnen. Sie vermögen den Lebensraum Sempachersee nachweislich ökologisch zu beleben.

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