Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

IMKER: Gutes Honigjahr trotz Verlusten

Im Kanton Luzern sind im vergangenen Winter 18 Prozent der Bienenvölker eingegangen. Dennoch ist der Verband Luzerner Imkervereine nicht alarmiert. Er erwartet sogar ein überdurchschnittliches Honigjahr.
Roseline Troxler
Ist mit der Ernte zufrieden: Lukas Erni vom Verband Luzerner Imkervereine bei seinen Bienen in Ruswil. (Bild: Eveline Beerkircher (30. Juni 2017))

Ist mit der Ernte zufrieden: Lukas Erni vom Verband Luzerner Imkervereine bei seinen Bienen in Ruswil. (Bild: Eveline Beerkircher (30. Juni 2017))

Roseline Troxler

roseline.troxler@luzernerzeitung.ch

Einen grossen Verlust bei den Bienenvölkern hat der Bienenzüchter-Dachverband Apisuisse kürzlich vermeldet (Ausgabe von gestern). Grundlage für diese Feststellung ist eine Umfrage bei mehr als tausend Schweizer Imkern. Im Winter sind auch im Kanton Luzern viele Völker eingegangen.

Wie es bei Apisuisse auf Anfrage heisst, wurde im vergan­genen Winter bei den Luzerner Bienenvölkern ein Verlust von 18 Prozent verzeichnet – der Schweizer Schnitt liegt bei 14 Prozent. An der Umfrage von Apisuisse haben allerdings lediglich 79 der rund 1400 Luzerner Imker teilgenommen. Es gibt jedoch auch Kantone mit deutlich höheren Verlusten. So sind in den Kantonen Freiburg, Obwalden/Nidwalden und Zug gar über ein Viertel der Bienenvölker eingegangen.

Eine Milbe macht den Bienen das Leben schwer

Obwohl die Winterverluste im Kanton Luzern überdurchschnittlich sind, sagt Lukas Erni, beim Verband Luzerner Imkervereine für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig: «Es gibt bei den Verlusten immer starke Schwankungen. Die Situation ist im Kanton Luzern nicht dramatisch.» Der Druck auf die Bienenvölker sei aufgrund der Varroamilbe aber hoch. Dieser Parasit, der sich in der Brut im Bienenstock vermehrt und sich vom Blut der Bienen ernährt, ist für das Bienensterben hauptverantwortlich. Im Winter 2015/16 haben die Verluste der Luzerner Bienenvölker lediglich 5 Prozent betragen. Vor zwei Jahren waren noch 19 Prozent eingegangen. Die Schwankungen sind vor allem auf die unterschiedliche Verbreitung der Milben zurückzuführen. Wie stark sich diese vermehren, liegt laut Mathias Götti Limacher von Apisuisse an der Witterung in den Wintermonaten. «Ein milder Winter ist jeweils für das Folgejahr schlecht.» Auch die Nahrungssituation für die Bienen ist im Winter entscheidend. Ein Todesurteil für ein Bienenvolk kann auch ein Problem mit der Königin bedeuten. «Von Mai bis Mitte Juni begeben sich die Königinnen auf ihre Hochzeitsflüge. Wenn das Wetter gut ist, werden sie von mehr Drohnen begattet, was für die Zukunft des Bienenvolks lebenswichtig ist.»

Trotz des Verlusts von Völkern sagt Lukas Erni zur Situation in Luzern: «Wir sind mit der Bienendichte eher an der oberen Grenze.» Wichtig für das Gleichgewicht und eine gute Bestäubung sei es, nebst Honigbienen genug Wildbienen zu haben. Apisuisse schätzt, dass es im Kanton Luzern rund 13 000 bis 15 000 Bienenvölker gibt.

Lukas Erni ist derzeit guten Mutes für das aktuelle Honigjahr. «Ich rechne mit einem schönen Ertrag.» Genaue Zahlen kann er für den Kanton Luzern nicht nennen, da diese nicht erfasst würden. Sein Optimismus ist auf die Läusepopulation zurückzuführen. Denn die Honigtauproduktion hängt mit der Population dieser Insekten zusammen. Bienen sammeln nicht nur Blütennektar, sondern auch Honigtau, ein zuckerhaltiges Ausscheidungsprodukt von Blattläusen. Letztes Jahr sei ein schlechtes Honigjahr gewesen, sagt Erni, der in Ruswil selbst als Imker aktiv ist. Er betont allerdings: «Die Honigmenge kann genauso wie der Zustand der Bienen je nach Region im Kanton Luzern enorm variieren.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.