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IMMOBILIEN: Es wird so viel gebaut wie noch nie

Die Zahl der Baubewilligungen für Wohnungen ist dieses Jahr auf einem Höchststand. Das hat auch Schattenseiten.
Luzia Mattmann
In diesem Jahr wird im Kanton Luzern weiterhin kräftig gebaut.

In diesem Jahr wird im Kanton Luzern weiterhin kräftig gebaut.

Im Kanton Luzern schiessen die neuen Wohnungen wie Pilze aus dem Boden: 3091 Baubewilligungen wurden in den ersten drei Quartalen des Jahres erteilt – das sind über 1000 mehr als im vergangenen Jahr zur gleichen Zeit und entspricht einer Steigerung von über 60 Prozent. «Im ländlichen Raum werden tendenziell mehr Einfamilienhäuser und in den Agglomerationen von Zentren eher Mehrfamilienhäuser gebaut», sagt Mario Conca von der kantonalen Bewilligungs- und Koordinationszentrale. Dabei wurde schon im Vorjahr ein Höhepunkt in Sachen Baubewilligungen erreicht.

Hohe Zuwanderung

«Gründe für den Bauboom sind wohl die hohe Zuwanderung und das günstige Zinsumfeld», sagt Kurt A. Zurfluh von den Zentralschweizerischen Baumeisterverbänden, welcher auch den Luzerner Baumeisterverband vertritt. «Das Bauhauptgewerbe fährt eine hohe Auslastung auf tiefem Preisniveau.» Was den Unternehmungen immer mehr Mühe bereitet, ist der Mangel an gut ausgebildetem, qualifiziertem Kaderpersonal auf allen Stufen im Baugewerbe.

Markus Sidler, CEO der Generalunternehmung Anliker, bestätigt, dass die Nachfrage im Bausektor nach wie vor sehr hoch ist: «Vor allem in Stadtnähe sind Wohnbauten sehr gefragt.» Das stellt auch die Generalunternehmungen vor grosse Herausforderungen: «Wir suchen vor allem gut qualifiziertes Personal, aber das ist derzeit rar», sagt er. Die Firma versucht, junge Leute nachzuziehen, aber auch ältere Arbeitskräfte über 50 sind begehrt und werden explizit gesucht. «Wir erwarten eigentlich schon seit einiger Zeit eine Abflachung, doch auch fürs kommende Jahr sind unsere Auftragsbücher gut gefüllt», sagt Sidler.

Maler und Gipser unter Druck

Noch grösser als im Bauhauptgewerbe ist der Druck im Baunebengewerbe, wie Guido Durrer, Präsident des Verbandes Luzernermaler, sagt. «Der Markt ist überhitzt, praktisch alle Geschäfte sind ausgelastet oder überlastet.» Oftmals würden Subunternehmer aus dem Ausland beigezogen, auch als Temporärarbeitskräfte. «Es gibt Baustellen, da sind nur Subunternehmer an der Arbeit – oftmals leidet die Qualität darunter», sagt Durrer. Baustellen, in denen ein Auftrag fünf Mal an verschiedene Subunternehmer weitergegeben werde, seien durchaus Realität. «Teilweise arbeiten die Leute für 8 bis 10 Euro pro Stunde, es herrscht eine riesige Hektik auf den Baustellen.»

Mit dem Fachwissen sei es manchmal nicht weit her: «Manchmal wissen die Gipser nicht einmal, was ein Weissputz ist.» Er empfiehlt Bauherren, bereits in den Werkverträgen festzuhalten, dass keine Subunternehmen beschäftigt werden dürfen, und auch den Bauleiter anzuweisen, dies zu überprüfen.

Fehlende Bauleiter

Die Bauleiter selbst sind allerdings auch stark belastet, wie Beat Zürcher, Geschäftsstellenleiter der Schweizer Bauleiter-Organisation (SBO), sagt. «Anders als in anderen Bauberufen können wir keine ausländischen Bauleiter anstellen, weil es den Beruf in der Breite und Qualität nur in der Schweiz gibt», sagt er. Die Folge: fehlende Fachleute und damit Überzeiten, Termindruck und die Gefahr von Baumängeln.

Auch bei den Arbeitsvermittlungsfirmen wie Manpower zeigt sich der Fachkräftemangel auf dem Bau: «Vor allem gelernte Fachkräfte aus der Schweiz können sehr schnell weitervermittelt werden», sagt Marc van de Giessen, Geschäftsstellenleiter von Manpower Luzern. Auch Gregor Zemp von Personal Sigma Luzern bestätigt: «Viele der qualifizierten Stellen gehen unter der Hand weg. Gelernte Maurer, Schreiner, Baupoliere und Vorarbeiter sind absolute Mangelware.»

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am 27. Dezember in der «Neuen Luzerner Zeitung» oder als AbonnentIn kostenlos im E-Paper.

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