Impfstart
Seit Donnerstag haben sich in Luzern bereits über 5'200 Personen für einen Impftermin registriert

Seit zwei Tagen ist eine Anmeldung für die Corona-Impfung möglich. Die ersten 4'500 Termine dürften allerdings bereits vergeben sein. Am ersten Anmeldetag kam es beim Onlinetool zu Verzögerungen.

Roseline Troxler
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Seniorinnen und Senioren lassen sich bei einer Massenimpfkampagne im Zivilschutzzentrum von Rivera im Tessin gegen Covid-19 impfen.

Seniorinnen und Senioren lassen sich bei einer Massenimpfkampagne im Zivilschutzzentrum von Rivera im Tessin gegen Covid-19 impfen.

Alessandro Crinari / KEYSTONE/Ti-Press

Seit Donnerstag können sich Luzernerinnen und Luzerner online für die Corona-Impfung anmelden. Eine Registrierung ist hier möglich. David Dürr, Leiter der Dienststelle Gesundheit und Sport, bilanziert: «Bis am Freitagmittag haben sich rund 5'200 Personen angemeldet.» Nicht alle Personen, die sich bisher registriert haben, erhielten sogleich zwei Impftermine. Denn in erster Priorität werden Personen ab 75 Jahren und Personen jeden Alters mit chronischen Krankheiten höchsten Risikos berücksichtigt. Eine Vorerkrankung muss laut dem Kanton Luzern mit einem Dokument belegt werden können (wir berichteten).

Bis Freitagabend alle Termine für den ersten Monat vergeben

Wie David Dürr ausführt, konnten bis am Donnerstagabend die ersten 2'800 Termine vergeben werden. Am Freitag wurden auch die Termine für die zweite Woche, also vom 25. Januar bis am 30. Januar, freigeschaltet. «Wir gehen davon aus, dass im Verlauf des Freitags sämtliche 4'500 Termine vergeben sind, die bis Ende Januar aufgrund der verfügbaren Impfdosen möglich sind», so David Dürr am Freitagnachmittag.

Die beschränkte Anzahl an verfügbaren Impfdosen im Kanton Luzern hat zur Folge, dass nicht alle impfwilligen Personen ab 75 und Personen mit chronischen Krankheiten höchsten Risikos, die sich bisher angemeldet haben, einen Impftermin erhielten. Dies ist laut David Dürr aufgrund der aktuell verfügbaren 9'000 Moderna-Impfdosen – also zwei Dosen für 4'500 Personen – nicht möglich.

«Berücksichtigt werden können in einer ersten Phase somit nur die ersten 4'500 Personen der beiden genannten Risikogruppen, die sich angemeldet haben.»

Trotz früher Registrierung keinen Impftermin erhalten

Wie diese Zeitung von Betroffenen weiss, kam es beim Anmeldetool für die Corona-Impfung am Donnerstag zeitweise zu Problemen. Ein betroffener Mann erzählt, dass er sich am Donnerstagvormittag fünf Minuten nach seiner Gattin anmelden wollte. Das Ehepaar ist über 75-jährig. Die Gattin habe sogleich eine Bestätigungs-SMS und zwei Termine für die Impfung erhalten, bei ihrem Mann folgte nur die Bestätigung, während eine Nachricht mit den Impfterminen auf sich warten liess. Als er auch am Freitag noch keinen Impftermin erhalten hatte, meldete er sich bei der kantonalen Impf-Hotline. Eine Anfrage habe ergeben, dass auch andere Impfwillige der beiden Risikogruppen trotz Registrierung am Donnerstagvormittag keinen Termin erhalten hatten. Gemäss Gesundheits- und Sozialdepartement handelt es sich um lediglich 30 solcher Fälle.

David Dürr betont: «Grundsätzlich ist der Anmeldeprozess gut angelaufen. Das EDV-Netz für die Anmeldung war stabil und ebenso die kantonale Impf-Hotline.» Die Zeit zwischen Montag und Mittwoch sei genutzt worden, um die Personen, welche die kantonale Impf-Hotline betreuen, zu schulen und zu instruieren. Der Dienststellenleiter sagt:

«Es gab einige Rückfragen, weil Risikopersonen, die sich am Donnerstagvormittag zur Impfung anmelden wollten, sich erst im Verlauf des Tages anmelden konnten und dann einen Impftermin erhielten.»

Der Grund dafür sei gewesen, dass in der Registriersoftware die Funktion «Risikogruppe» noch nicht aktiviert worden war. Wie viele Personen von der Verzögerung betroffen waren, kann der Kanton auf Anfrage nicht sagen. «Personen, welche die kantonale Telefonhotline kontaktiert hatten, wurden informiert, dass man sich im Verlauf des Donnerstagnachmittags registrieren kann. Wir gehen deshalb davon aus, dass sich die meisten Leute am Nachmittag registriert haben.» Der Mann im zuvor geschilderten Fall sagt hingegen, er habe bis am Folgetag noch keinen Termin erhalten. Bei der Hotline habe man ihm aber versichert, dass die betroffenen Personen telefonisch kontaktiert und prioritär behandelt würden. Am Freitagabend jedoch summte dann sein Handy: Die beiden Impftermine Ende Januar und Ende Februar wurden ihm per SMS zugeteilt.

Beschleunigung oder Verzögerungen beim Impfplan möglich

Gemäss dem publizierten Impfplan des Kantons Luzern sollen ab Anfang März 2021 als zweite Gruppe Personen zwischen 65 bis und mit 74 Jahren geimpft werden. Sakrosankt ist dieser Impfplan allerdings nicht, wie es bei der Dienststelle Gesundheit und Sport heisst. «Es handelt sich um eine laufende und rollende Planung, die mit den im Kanton Luzern zur Verfügung stehenden Impfdosen steht und fällt. So hat der Kanton Luzern noch keine definitive Bestätigung, wie viele Impfdosen er im Monat Februar effektiv auch bekommt», erklärt David Dürr. Entsprechend könne es zu einer Beschleunigung beim Impfen kommen, bei Lieferengpässen oder anderweitigen Vorkommnissen seien aber auch Verzögerungen möglich. Den aktuellen Impfplan finden Sie hier.