In Aesch aspirieren gleich drei Frauen auf den vakanten Gemeinderatssitz

In Aesch wird eine neue Sozialvorsteherin gewählt. Neben der SVP tritt die CVP an – gleich mit einer Doppelkandidatur.

Niels Jost
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Der kommende Sonntag steht im Zeichen der National- und Ständeratswahlen. So auch in Aesch. Nur mit einem Unterschied: Gleichzeitig mit den Bundesparlamentariern wird in der Gemeinde am Hallwilersee ein Gemeinderatsmitglied gewählt, da René Mettler (parteilos) aus beruflichen Gründen zurückgetreten ist.

Während es in kleinen Gemeinden immer schwieriger wird, überhaupt Kandidaten zu finden, aspirieren in Aesch nun gleich drei Frauen auf das 20-Prozent-Amt des Sozialvorstehers: Marianne Lütolf von der SVP sowie Gaby Rust und Beata Frischkopf von der CVP. Damit wird das reine Männergremium – bestehend aus zwei Parteilosen und je einem Vertreter von CVP und SVP – um eine weibliche Gemeinderätin ergänzt.

Beata Frischkopf: Schon diverse politische Ämter belegt

Beata Frischkopf (CVP, 55) ist Detailhandelsangestellte und dreifache Mutter.

Beata Frischkopf (CVP, 55) ist Detailhandelsangestellte und dreifache Mutter. 

Vom Kandidatinnen-Trio hat Beata Frischkopf am meisten Erfahrung mit politischen Ämtern. Seit zwei Jahren ist die 55-jährige verwitwete Detailhandelsangestellte und Hausfrau Mitglied des Urnenbüros. Zuvor war sie acht Jahre in der Schulpflege und zehn Jahre in der Musikschulkommission von Hitzkirch, als Delegierte von Aesch. Als Gemeinderätin würde sie sich dafür einsetzen, die Lebensqualität in Aesch zu wahren. Mit Blick auf das Wachstum der vergangenen Jahre sei das eine Herausforderung. «Ich würde ein gesundes Wachstum anstreben», sagt Frischkopf.

Die Mutter dreier erwachsener Kinder weiss auch, wie sie ihre Rolle als Sozialvorsteherin wahrnehmen würde: «Einerseits gilt es, einfühlsam zu sein und die Personen tatkräftig zu unterstützen. Andererseits muss man auch klare Entscheide treffen und die gesetzlichen Vorgaben einhalten.»

CVP-Doppelticket sei dem Zufall geschuldet

Neben Frischkopf kandidiert mit Gaby Rust eine zweite CVP-Frau für das Amt. Die Doppelkandidatur ist gemäss Ortsparteipräsident und Kantonsrat Thomas Oehen dem Zufall geschuldet. «Wir haben lange nach einer Kandidatin gesucht und erst knapp vor Eingabeschluss die Zusage erhalten.»

Somit sei keine Zeit für eine interne Ausmarchung geblieben. Oehen sieht’s positiv: «Wir bieten den Stimmbürgern nun eine breite Auswahl.»

Gaby Rust: Viel Erfahrung mit Freiwilligenarbeit

Gaby Rust (CVP, 49) ist Sozialpädagogin und dreifache Mutter.

Gaby Rust (CVP, 49) ist Sozialpädagogin und dreifache Mutter.

So kommt es, dass gleichzeitig mit Beata Frischkopf auch Parteikollegin Gaby Rust kandidiert. Was bei Frischkopf die politischen Ämter sind, ist bei Gaby Rust die Freiwilligenarbeit. Die 49-jährige verheiratete Hausfrau und Sozialpädagogin sitzt im Vorstand des Samaritervereins, war Präsidentin des Frauenbunds von Aesch, leitete schon das Mukiturnen und ist regelmässig als Spendensammlerin für die Pro Senectute unterwegs. «Solche Engagements waren mir schon immer wichtig», erzählt Rust. Zudem sei nun der richtige Zeitpunkt für das Gemeinderatsamt, zumal auch der jüngste ihrer drei Söhne allmählich erwachsen ist und sie damit mehr Kapazitäten habe.

Als Sozialvorsteherin würde sich Gaby Rust dafür einsetzen, Sozialfälle besser in die Gesellschaft zu integrieren. Zu den Herausforderungen für die Gemeinde sieht die passionierte Turnerin die anstehenden Infrastrukturbauten, welche «sorgsam geplant werden müssen», um weiterhin ein aktives Dorf- und Vereinsleben zu ermöglichen, so Rust.

Marianne Lütolf: Belastende Situationen kennt sie bereits

Marianne Lütolf (SVP, 51) ist Zugchefin bei den SBB und zweifache Mutter.

Marianne Lütolf (SVP, 51) ist Zugchefin bei den SBB und zweifache Mutter.

Neben den beiden CVP-Frauen kandidiert auch Marianne Lütolf von der SVP. Die 51-jährige Zugchefin bei den SBB ist politischer Neuling – weiss aber genau, was sie als Gemeinderätin bewirken möchte. Sie sagt: «Ich gehe gerne Herausforderungen an und bin lösungsorientiert.» So würde sich Lütolf dafür einsetzen, allfällige Steuererhöhungen abzuwenden. Aesch hat die Steuern in den vergangenen vier Jahren von 2,2 auf 1,9 Einheiten gesenkt. Lütolf betont zudem: «Ich würde auch für eine regelmässigere ÖV-Anbindung nach Hitzkirch und Luzern sowie in den Aargau einstehen.»

Als Sozialvorsteherin würde sich die verheiratete Mutter zweier erwachsener Kinder zum Ziel setzen, auch bei tragischen Schicksalen «mit der nötigen Professionalität und mit genügend emotionaler Distanz» vorzugehen. Als Zugchefin kenne sie solch belastende Situationen bereits. Dass der Gemeinderat nun um ein weibliches Mitglied ergänzt wird, ist für Lütolf zweitrangig. «Wichtiger ist, dass die Arbeit gut erledigt wird.»