In Alberswil lebt mit der Kastelen ein Wahrzeichen neu auf 

Der Verein Burgruine Kastelen veröffentlicht ein Buch über die Geschichte des Alberswiler Bauwerks. Dabei schöpft der Willisauer Autor Bruno Bieri aus einem grossen Fundus von Begebenheiten – und bringt Überraschendes zu Tage.

Ernesto Piazza
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Blick auf die Burgruine Kastelen. (Bild: Bruno Bieri)

Blick auf die Burgruine Kastelen. (Bild: Bruno Bieri)

Hoch über Alberswil thront die Burgruine Kastelen. Um 1250 wurde der heutige Wohnturm durch Graf Hartmann V. als Residenz der Kyburger erstellt. Im Jahre 1996 ging die Burg in den Besitz des Vereins Burgruine Kastelen über. Jetzt gibt dieser – auch als Anlass seines über 20-jährigen Bestehens ein Buch – mit dem Titel «Auferstandenes Wahrzeichen des Luzerner Hinterlandes» heraus. Auf 204 Seiten beschreibt der Willisauer Bruno Bieri die Geschichte der Burg und die geologischen Begebenheiten rund um den Burghügel. Ein Highlight sind die Fotografien des Autors und die historischen Dokumente, die dem Werk eine spezielle Würze geben. Bieri sagt:

«Die Kastelen ist wahrscheinlich das älteste Bauwerk im Luzerner Hinterland.»
Bruno Bieri, hier im Restaurant der Agrovision Burgrain, hat ein Buch über die Burgruine Kastelen verfasst. (Bild: Nadia Schärli, 7. März 2019)

Bruno Bieri, hier im Restaurant der Agrovision Burgrain, hat ein Buch über die Burgruine Kastelen verfasst. (Bild: Nadia Schärli, 7. März 2019)

Der Wohnturm gilt als Wahrzeichen der Anlage. Diese umfasste früher mehrere zusätzliche Gebäude für Bedienstete und Tiere. Die Mauern des Turms sind gegen zwei Meter stark. Er ist 21 Meter hoch. Die Aussenmasse betragen 14,65 mal 12,2 Meter.

Verein hat zwei Millionen Franken in Erhalt der Ruine investiert  

Neben der Südostecke des Turms steht der Sodbrunnen. Mit 57,6 Metern ist er der tiefste, erforschte seiner Art in der Schweiz. Trotz Zufluss von täglich rund 200 Litern bleibt der Wasserstand konstant bei 2,2 Metern. Eine durchlässige Schicht über dem Nagelfluhgestein des Grundes sorgt für den ausgleichenden Abfluss.

Der 72-jährige Geologe Bieri war Gymnasiallehrer an der Kanti Willisau und engagiert sich seit Jahren für heimatkundliche, historische und naturwissenschaftliche Belange der Region. Er war auch viele Jahre Redaktor der Heimatkunde des Wiggertals. Bruno Bieri sagt:

«In dieser Funktion kam ich hauptsächlich mit dem Bauwerk, das mindestens zwei Vorgängerburgen hat, in Berührung.»

In den Erhalt der Ruine hat der Verein Burgruine Kastelen rund zwei Millionen Franken investiert. Ihm obliegen auch die Unterhaltsarbeiten. Während 20 Jahren führte der heutige Ehrenpräsident Bieri dieses Gremium.

Neun Kapitel geben unter anderem Aufschluss über Erdgeschichtliches, aber auch über die Herrschaftsfamilien auf der Kastelen. Ein weiteres Thema sind Sagen und Geschichten um den magischen Ort. In diesem Zusammenhang hat der rund 700 Mitglieder zählende Verein auf der Kastelen auch das Zelebrieren der Walpurgisnacht ins Leben gerufen. Ein Kapital ist auch dem neuen Aussichtsturm gewidmet.

Rund ein Jahr arbeitete Bieri an diesem Werk. «Dazu kamen viele Bilder», erklärt der leidenschaftliche Fotograf. Doch bevor er mit den Arbeiten beginnen konnte, musste Geld gesammelt werden. Er weiss: «Ohne Sponsoren wäre dieses Buch nicht möglich gewesen.» Doch es hat sich gelohnt. Entstanden ist ein Werk, welches nicht nur geschichtlich Interessierte ansprechen dürfte.

Hinweis: Am 15. März, 20 Uhr, ist im Mathilde-Müller-Forum in der «Erlebnis Agrovision» Alberswil die Buchvernissage. Der Band kostet 25 Franken. ISBN 978-3-9524422-8-9.