In Beromünster kämpfen zwei Parteikollegen um einen Gemeinderatssitz

Mit Roland Scheuber und Lukas Steiger wollen am 31. März zwei FDP-Kandidaten mit unterschiedlichen Profilen in den Gemeinderat von Beromünster. Der Stimmbürger hat die Wahl zwischen einem Lehrer und einem Gewerbler.

Ernesto Piazza
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Aussenansicht des Gemeindehauses von Beromünster. (Bild: Pius Amrein, 11. Februar 2019)

Aussenansicht des Gemeindehauses von Beromünster. (Bild: Pius Amrein, 11. Februar 2019)

Roland Scheuber.

Roland Scheuber.

Roland Scheuber oder Lukas Steiger? Die FDP präsentiert in Beromünster ein Zweierticket für den Gemeinderatssitz von Hans-Peter Arnold. Dieser tritt am 1. April das Amt des Gemeindepräsidenten an (Artikel vom 24. Dezember 2018).

Der 48-jährige Roland Scheuber ist verheiratet (zwei Kinder) und wohnt im Ortsteil Gunzwil. Er sagt: «Ich interessiere mich seit meiner Jugendzeit für Politik.» Und er ist auch Co-Präsident der FDP-Ortspartei. Als Vorstandsmitglied und technischer Leiter beim Turnverein Neudorf hatte er schon früher mit Exekutivarbeit zu tun. Diese will der Lehrer für Wirtschaft und Recht im Gemeinderat fortsetzen. Scheuber geht davon aus, dass er im Falle einer Wahl das Ressort Umwelt und Sicherheit von Parteikollege Arnold «erben» würde. Da er aber breit aufgestellt sei, würde er sich für die ganze Arbeit des Gemeinderates engagieren, zum Beispiel auch für Bildung und Finanzen.

Roland Scheuber: «Ich möchte einen Beitrag zu konsensfähigen Lösungen leisten»

Und wo will er vor allem ansetzen? Beim Neudorfer Pilotprojekt «Bewegung Wald», das Bikern, Wanderern sowie Reitern ein Nebeneinander ermöglichen soll, sieht er «gewissen Handlungsbedarf». Beim Hin und Her um Lärmimmissionen beim Flugplatz Beromünster möchte er unter den involvierten Parteien «vermitteln, dass eine gute Lösung gefunden werden kann». Zudem hätten für Beromünster Bauten wie die Dreifachturnhalle, das Feuerwehrlokal oder die Verlegung des Altersheims grosse Bedeutung. Die Umfahrungsstrasse werde das äussere Bild des Ortskerns verändern. «Das gibt nicht nur Gewinner.» Daher will er auch da ansetzen. «Ich möchte einen Beitrag zu konsensfähigen Lösungen leisten.»

Die Kampfwahl sieht Scheuber als «sportliche Herausforderung» und rechnet «mit einem relativ engen Ergebnis». Weil jede Stimme zähle, will er auch die Werbetrommel rühren. So hat er einen Flyer versandt, besitzt eine Website und ein Unterstützungskomitee. Im März lädt Scheuber an mehreren Wochenenden zum Stammtisch ein. Kommunizieren, aber auch Kompromisse finden, erachtet er als eine seiner Stärken. Er ist in Neudorf aufgewachsen, wohnt seit 13 Jahren in Gunzwil und arbeitet in Beromünster im Bildungsbereich, weshalb er sich breit abgestützt sieht.

Lukas Steiger: Führungsaufgaben gehören zu seinem Tagesgeschäft

Lukas Steiger.

Lukas Steiger. 

Lukas Steiger hingegen hat noch bis vor zwei Monaten keiner politischen Partei angehört. Doch als Gewerbetreibender lag ihm die FDP schon seit jeher am nächsten. Und als sich der 43-jährige diplomierte Gärtnermeister Gedanken über eine Gemeinderatskandidatur machte, wollte er sich nicht als Parteiloser aufstellen lassen. Dass er politisch noch keine Referenzen ausweisen kann, sieht er keineswegs als Nachteil. Er sagt: «Gemeinderatswahlen sind Personenwahlen.» Und als Präsident des Gewerbevereins Beromünster und Umgebung sowie als Geschäftsinhaber – neben seiner Frau arbeiten noch sechs weitere Personen im Betrieb – gehören Führungsaufgaben zu seinem Tagesgeschäft. Weiter hat er in Organisationskomitees – speziell bei Verbandsanlässen – mitgewirkt. Steiger spürt auch vom Vorstand des Gewerbevereins Unterstützung. Würde er in die Exekutive gewählt, könne er das Amt mit der Führung des eigenen Geschäfts vereinbaren. Und zwar, weil er unabhängig von der Kandidatur seinen Betrieb umstrukturiert und frisch aufgestellt habe.

Die Umwelt respektive die Natur, liegt Steiger schon von Berufes wegen am Herzen. Politisch möchte er sich für gute ÖV-Anbindungen für Beromünster einsetzen. «Der Busbahnhof als Drehscheibe ist für unsere Gemeinde wichtig.» Die geplante Umfahrungsstrasse – als Entlastung des Fleckens angedacht – sieht Steiger als grosse Veränderung. «Diese Situation kann aber auch eine Chance sein.» Weiter ist ihm wichtig, dass die Gemeinde mit den vier Ortsteilen den Charakter beibehält.

Steiger will sich eine gewisse Einarbeitungszeit geben

Als bisher politisch nicht Aktiver will sich Steiger eine gewisse Einarbeitungszeit geben. Mit dieser Kampfwahl, könne er gut leben. «Dann ist der Entscheid breit abgestützt.» Die Chancen beurteilt er 50:50. Steiger wird auch noch einen Flyer lancieren. Zudem will er Plakate in Geschäften verteilen, an den Ortseingängen Tafeln stellen und am Schmutzigen Donnerstag hat er sich am Dorfmärt mit einem Stand präsentiert.