In Dagmersellen gibt's ein grosses Gerangel um die Kommissionen

Die Sitze in den verschiedenen Kommissionen in Dagmersellen sind heiss begehrt. Neben CVP, FDP und SVP mischt im Wahlkampf auch eine neue IG mit.

Susanne Balli
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Das Gemeindehaus von Dagmersellen. Sowohl für den Gemeinderat als auch für die Kommissionen kommt es zu Kampfwahlen.

Das Gemeindehaus von Dagmersellen. Sowohl für den Gemeinderat als auch für die Kommissionen kommt es zu Kampfwahlen.

Corinne Glanzmann, 11. Oktober 2019

Die Fusion ist längst Schnee von gestern. Dagmersellen, Uffikon und Buchs haben sich bereits vor 14 Jahren – per Januar 2006 – das Ja-Wort gegeben. Doch führen die drei Ortsteile auch eine gleichberechtigte Beziehung? Nein, findet die neu gegründete Interessengemeinschaft «IG 3 Ortsteile – eine starke Gemeinde».

Die IG hat sich zum Ziel gesetzt, die Dorfteile Buchs und Uffikon neben Dagmersellen in der Gemeindepolitik besser zu vertreten. «Den IG-Mitgliedern ist es ein grosses Anliegen, dass möglichst in allen Gemeindebehörden Personen aus allen drei Ortsteilen vertreten sind. Jeder Ortsteil hat seine Eigenheiten und Anliegen, die in eine Gemeindebehörde eingebracht werden müssen», sagt Leila Zemp, die für die Kommunikation der IG verantwortlich ist. Als konkretes Beispiel nennt sie eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr (Postauto) im Hürntal. Und weiter fügt sie an: «Die drei Ortsteile sind zwar zu einer Einheit zusammengewachsen, jedoch haben alle Ortsteile noch immer ihre eigenen Vereine.» Das sei auch völlig in Ordnung. Dennoch findet die IG, dass die beiden Ortsteile Buchs und Uffikon auch zukünftig in der Gemeindepolitik vertreten sein sollten. Alle Mitglieder der IG sind parteilos. «Wir möchten den Stimmberechtigten damit eine Ergänzung zu den etablierten Parteien bieten», sagt Leila Zemp.

IG nominiert fünf Personen für vier Kommissionen

Die IG setzt insbesondere bei den Kommissionswahlen den Hebel an und schickt am 29. März eine Kandidatin und vier Kandidaten für vier verschiedene Kommissionen ins Rennen. Da auch die übrigen Parteien fleissig Kandidaten nominiert haben, kommt es in der Bildungs-, Bürgerrechts-, Controlling- und Ortsplanungskommission sowie für das Urnenbüro zu Kampfwahlen.

Ein besonders grosses Gerangel gibt es im Kampf um die Bürgerrechtskommission. In dieser Kommission sind sieben Sitze zu vergeben, zehn Kandidaten stehen zur Wahl. Während die «IG drei Ortsteile – eine starke Gemeinde» mit Peter Schaffer aus Buchs (neu) antritt, stellt die CVP mit Elvira Austero-Afonso (neu), Erwin Schernberg (bisher) und Natalie Zeder (neu) drei Personen zur Verfügung. Die FDP hat mit Céleste Godel (bisher) und Barbara Weber-Huber (neu) zwei Personen nominiert. Für die SVP steigen Erich Böll (bisher) und Mirjam Koller-Müller (neu) ins Rennen. Die SP hat David Steiger (neu) nominiert, und die Integrationsgruppe Espera tritt mit Mirjam Grüter Zemp (neu) an.

Ebenfalls heiss begehrt sind die fünf zu vergebenden Sitze in der Ortsplanungskommission, für die sich acht Kandidaten bewerben. Dies sind für die CVP Hans Fellmann (bisher), Franz Gassmann (bisher) und Michael Lichtsteiner (bisher). Die FDP tritt mit Martin Bättig (neu) und Kevin Bossert (neu) an. Die SVP hat Pius Hodel (neu) nominiert. Für die «IG 3 Ortsteile» treten Josef Schaller aus Buchs (neu) sowie René Zemp aus Dagmersellen (neu) an.

Folgende sechs Kandidaten bewerben sich für die vier zu vergebenden Sitze der Controllingkommission: Simon Fellmann aus Dagmersellen (IG 3 Ortsteile), Ronald Graf (CVP, bisher), Nadine Kurmann-Lüchinger (CVP, bisher), Ralph Röthlisberger (CVP, bisher), Alexander Bauer (FDP, bisher) und Kilian Kunz (SVP, neu).

Für die vier Sitze in der Bildungskommission treten fünf Personen an. Die «IG 3 Ortsteile» hat Brigitte Lindegger-Theiler aus Buchs (neu) nominiert. Die CVP steigt mit drei Personen ins Rennen. Dies sind Giuseppe Barbagallo (bisher), Tamara Troxler-Grüter (bisher) und Doris Zemp (bisher). Die FDP tritt mit Claudia Dettwiler-Eichenberger (bisher) an.

Auch bei der Besetzung des Urnenbüros gibt es eine Kampfwahl. Es treten Rebekka Habermacher-Stenz (SVP, neu) und Nathalie Bos (CVP, neu) gegeneinander an.

Stille Wahlen in die Kommissionspräsidien

Bereits in Stiller Wahl gewählt sind als Präsidentin der Bildungskommission Judith Fölmi-Duss (CVP, bisher), als Präsident der Bürgerrechtskommission Rafael Fellmann (CVP, neu), als Präsident der Controllingkommission Heinz Najer (FDP, bisher) und als Präsident der Ortsplanungskommission Josef Wanner (CVP, bisher).

Die «IG 3 Ortsteile – 1 starke Gemeinde» verzichtet indessen auf eine Kandidatur für die Exekutive (siehe Kasten). «Die IG unterstützt dabei Gregor Kaufmann von der CVP, welcher sich auf beiden Listen aufstellen liess. Offen sei noch, wie es mit der IG nach den Wahlen weitergehe. «Momentan besteht die IG aus den Personen, die sich nominieren liessen. Mit der Unterstützung einer IG haben es Parteilose bei einer Wahl einfacher als Einzelkämpfer», ist sie überzeugt.

6 Kandidaten für 5 Sitze im Gemeinderat

In Dagmersellen kommt es am 29. März nicht nur bei den Kommissionen, sondern auch im Gemeinderat zu einer Kampfwahl. Es treten sechs Kandidatinnen und Kandidaten für fünf Gemeinderatssitze an. Das Besondere in Dagmersellen: Drei von fünf Sitzen werden neu besetzt. Der bisherige Bildungsvorsteher Markus Riedweg (CVP) kandidiert als Gemeindepräsident. Neben ihm tritt einzig Peter Kunz (CVP), der erst seit einem Jahr im Amt ist, wieder an (Ausgabe vom 21. Januar). Die weiteren Nominierten sind: Gregor Kaufmann (CVP, neu), Astrid Meier (CVP, neu), Sandra Sidler-Wüest (FDP, neu) und Karin Wettstein Rosenkranz (FDP, neu).

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