In der Gewalt des Mörders

Am Mittwochabend strahlt das Schweizer Fernsehen auf SF1 den Film über die Luzernerin Nicole Dill aus. Vor fünf Jahren quälte der 41-jährige Roland A. seine Freundin elf Stunden lang aufs Schlimmste.

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Die grausame Tat, die Nicole Dill vor fünf Jahren überlebt hat, beeinträchtigt bis heute ihr Leben: (Bild: SRF)

Die grausame Tat, die Nicole Dill vor fünf Jahren überlebt hat, beeinträchtigt bis heute ihr Leben: (Bild: SRF)

Der 52-minütige Film «In der Gewalt des Mörders» rollt den Fall von Nicole Dill auf, die am 20. September 2007 von ihrem damaligen Freund Roland A. in Rickenbach während elf Stunden gequält, vergewaltigt und mit einer Armbrust niedergeschossen wurde. Später erfuhr sie von der Kantonspolizei Luzern, dass ihr Freund ein verurteilter Vergewaltiger und Mörder war.

Mit dieser Armbrust schoss der Täter auf Nicole Dill und verletzte sie lebensgefährlich. (Bild: SRF)

Mit dieser Armbrust schoss der Täter auf Nicole Dill und verletzte sie lebensgefährlich. (Bild: SRF)

Nicole Dills Geschichte wurde 2010 in einem Buch veröffentlicht. Ihr Kampf dauert bis heute an. Die Angst ist ihr täglicher Begleiter. Monatelang war sie 2007 mit einem Mann zusammen gewesen, von dem sie glaubte, er sei ein offener, charmanter und liebenswerter Mensch. Als sie dessen überschwängliche Zuneigung zu erdrücken begann und sich Nicole Dill mehr Freiraum suchte, begann die Fassade zu bröckeln. Roland A. stellte ihr nach, folgte ihr an ihren Arbeitsplatz, belästigte sie mit Telefonanrufen und SMS und drohte schliesslich, sich umzubringen, sollte sie ihn verlassen. Beunruhigt wandte sich Nicole Dill an den Hausarzt ihres Freundes. Dieser schaltete – im Wissen über die mörderische Vergangenheit von Roland A. – die Polizei ein, die Kontakt mit Nicole Dill aufnahm. Der Rat: Sie solle die Nummer 117 anrufen, falls es Probleme gebe. Am Ende trennte sich Nicole Dill von ihrem Freund. Es war der Beginn der schlimmsten Stunden ihres Lebens.

Warum wurde sie von niemandem darüber informiert? Warum war ihr Freund auf freiem Fuss? Der Film fragt nach den Hintergründen der Tat, und Nicole Dill schildert, wie sie ihre eigene «Ermordung» überlebte und zurück ins Leben fand.

Neben Nicole Dill kommt im Film unter anderem jener Kriminalpolizist zu Wort, der es bereits beim Verbrechen von 1993 mit Roland A. zu tun hatte. Am 20. September 2007 musste er abermals wegen Roland A. ausrücken. Und zum ersten Mal äussern sich der verantwortliche Oberstaatsanwalt des Kantons Luzern, Daniel Burri, sowie der Gerichtspsychiater Andreas Frei zum Fall. Der Täter musste für sein Verbrechen an Nicole Dill nicht büssen. Roland A. nahm sich am Tag nach seiner Verhaftung das Leben.

pd/rem

Hinweis:
25. Juli, 20.05 Uhr, SF1, «DOK»-Sommerserie: Kriminalfälle – Schweizer Verbrechen im Visier.