In der Kleinen Emme wird neu Strom produziert

In der Kleinen Emme in Malters ist am Freitagmorgen das Kraftwerk Ettisbühl eröffnet worden. Es wird Strom für rund 1000 Haushalte produzieren. Zur Anlage gehören auch neue Hochwasserschutzmassnahmen und ein See zum Baden.

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17 Monate Bauzeit, 12 Millionen Franken Kosten: Das neue Wehr. (Bild: PD)

17 Monate Bauzeit, 12 Millionen Franken Kosten: Das neue Wehr. (Bild: PD)

Seit 1649 wird in Malters das Wasser der Kleinen Emme industriell genutzt, zunächst für den Antrieb von Mühlen, ab 1895 auch zur Stromgewinnung. In den 1990er-Jahren wurde die Stromproduktion eingestellt, und der Kanal, der das Wasser zu den Anlagen führte, stillgelegt.

Malters: 10 Prozent des Stroms

Nun wird in Malters wieder Strom produziert, und zwar direkt im Fluss beim Weiler Ettisbühl. Das Kraftwerk soll jährlich 4,5 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren. Dies sind rund zehn Prozent des Stromes, die in Malters jährlich konsumiert werden.

Möglich wurde das neue Kraftwerk dank der Hochwasserschutzmassnahmen, die der Kanton nach den Überschwemmungen von 2005 in Malters realisierte. Zu diesen gehört auch eine Anlage, die das Schwemmholz, die die Kleine Emme bei Hochwasser mit sich führt, zu zwei Dritteln zurückhalten soll.

17 Monate Bauzeit, 12 Millionen Franken Kosten: Das neue Wehr. (Bild: PD)

17 Monate Bauzeit, 12 Millionen Franken Kosten: Das neue Wehr. (Bild: PD)

Damit die Turbine optimal Strom produzieren kann, braucht der Fluss einen Pegel von 503,5 Metern über Meer. Steigt der Pegel, werden Wehrfelder geöffnet, bei Hochwasser zusätzlich das Rückhaltebecken, das das zerstörerisch wirkende Schwemmholz auffangen soll.

Freizeit- und Badestelle

Wegen den Hochwasserschutzmassnahmen ist der Fluss breiter als zuvor, und es bildete sich ein See. An diesem will die Gemeinde Malters eine Freizeit- und Badestelle einrichten. Über die nötige Umzonung stimmt die Bevölkerung am Sonntag ab.

Das Kraftwerk, das der CKW-Tochter Steiner Energie AG gehört, wurde innert 17 Monate gebaut und kostet rund 12 Millionen Franken. Die Holzrückhalteanlage mit ihrem 17'000 Quadratmeter grossen Rüchkalteraum dürfte über 7 Millionen Franken kosten.

sda/rem

Hinweis:
Die öffentliche Besichtigung für die Bevölkerung findet am Samstag, 14. Mai von 8 bis 18 Uhr statt.

Aktuelle Live-Bilder vom Wasserkraftwerk

Übersicht über den Bau der Steiner Energie AG

Beim Unterwasser

Sicht ab Turm Liebetsegg

Holzrückhalteanlage: Die Stauklappe

Holzrückhalteanlage: Bau am Rückhaltebecken