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In der Region Sursee kommt die Kita jetzt nach Hause

Der Verein Kinderbetreuung Region Sursee erweitert sein Angebot. Nannys sollen künftig dafür sorgen, dass Kinder von berufstätigen Eltern weiter in ihrer gewohnten Umgebung aufwachsen dürfen.
Ernesto Piazza
In der Region Sursee können Eltern ihre Kinder nicht nur in eine Kita geben, sondern sie auch von einer Nanny zu Hause betreuen lassen. (Bild: Michel Canonica)

In der Region Sursee können Eltern ihre Kinder nicht nur in eine Kita geben, sondern sie auch von einer Nanny zu Hause betreuen lassen. (Bild: Michel Canonica)

Ein neues Kindermädchen muss her: Die potenziellen Kunden des Vereins Kinderbetreuung Region Sursee suchen zwar keine Mary Poppins, doch ihr Auftrag ist klar umrissen. Eltern brauchen für ihre Kinder zu Hause – und somit in der gewohnten Umgebung – eine fixe Betreuungsperson. Eine Nanny könnte es richten. «Diese familienergänzende Betreuung entspricht einem wachsenden Bedürfnis», ist Regina Portmann überzeugt. Sie ist Präsidentin des Vereins. Dieser lanciert im ersten Quartal 2019 mit der Vermittlung von Nannys eine weitere Dienstleistung. Das Angebot ist für die Region Sursee ein Novum.

Seit rund 30 Jahren engagiert sich der Verein für die familienergänzende Kinderbetreuung. Dabei ist der Betrieb des Kita-Kinderhauses im alten Pfarrhaus – inmitten von historischen Gebäuden in der Surseer Altstadt – das eigentliche Hauptstandbein. Mit zum Angebot gehören die Vermittlung von Tagesfamilien und die Ferienbetreuung für Kindergarten- und Schulkinder.

Nachdem sie selber 15 Jahre im Bereich Tagesfamilien-Vermittlung tätig ist, sei bei Gesprächen mit interessierten Eltern in letzter Zeit immer wieder nach einem Nanny-Angebot gefragt worden, erklärt Claudia Steger, Leiterin Tagesfamilien- und Nanny-Vermittlung. Deshalb hat sich der Verein im Frühling entschieden, das Projekt zu starten. Das Angebot soll vor allem für Familien, welche die individuellen und flexiblen Betreuungszeiten bevorzugen oder darauf angewiesen sind, einen Mehrwert bringen.

Wünsche und Bedürfnisse der Familien erfüllen

Die Betreuung eines Kindes kostet 35 Franken pro Stunde. Ab vier Kindern liegt der Preis bei 42.20 Franken. Maximal darf eine Nanny deren fünf betreuen. Im Tarif inbegriffen sind Sozialleistungen und Versicherungen. «Insbesondere, wenn mehrere Kinder betreut werden, kann es auch aus finanzieller Sicht ein attraktives Modell sein», sagt Portmann. Man sei als Verein sehr darum bemüht, die Kosten für die Familien so gering wie möglich zu halten, aber auch fair und gerecht gegenüber den Mitarbeiterinnen zu sein.

Die Nanny arbeitet nach den Wünschen und Bedürfnissen der Familie. Das heisst: Die Zeiten können flexibel stundenweise, halb- oder ganztags vereinbart werden. Der Verein plant, das Angebot für Babys ab drei Monaten und für Kinder jeder Altersstufe einzuführen. «Im Idealfall dauert die Betreuung eine längere Zeit und beinhaltet somit diverse Entwicklungsphasen», erklärt Steger. Sie investierte – zusammen mit ihren Vereinskolleginnen – nicht nur viele Stunden, bis das neue Tätigkeitsfeld spruchreif war, sie ist auch eine der Haupttriebfedern des Projekts.

«Diese familienergänzende Betreuung entspricht einem wachsenden Bedürfnis.»

Regina Portmann, Verein Kinderbetreuung

Der Verein will beim Einsatz des neuen Angebots ein professionelles, familienergänzendes Betreuungsangebot bieten. Damit die Messlatte hoch gehalten werden kann, werden die Nannys mit Modul-Kursen und regelmässigen Fortbildungen aus- und weitergebildet. «Für uns ist die Qualität ein sehr wichtiges Kriterium. Das Wohl des Kindes steht ganz klar im Vordergrund», erklärt Steger. Die Nanny- und die Tagesfamilien-Vermittlung obliegt Claudia Bigler Walls. Sie nimmt eine Drehscheibenfunktion wahr und begleitet die Nannys und Familien während des ganzen Betreuungsverhältnisses. Während der Verein bei der Vermittlung von Tagesfamilien mit den sieben Gemeinden Sursee, Schenkon, Oberkirch, Büron, Geuensee, Mauensee und Knutwil Leistungsvereinbarungen hat, «sind wir bei Nannys in der Region offen», erklärt Portmann. Was die Ferienbetreuung betrifft, besteht zwischen dem Verein und der Stadt Sursee eine enge Zusammenarbeit. «Kinder aus der ganzen Region können von diesem Angebot profitieren».

Familien können passende Form selber bestimmen

Bei der Rekrutierung künftiger Nannys hofft der Verein beispielsweise darauf, langjährige Tagemütter zu gewinnen. Die Nanny-Vermittlung soll die weiteren Betreuungsangebote des Vereins nicht konkurrenzieren. Vielmehr kann jede Familie die für sie passende Form selber wählen. Weiter wünschen sich die Verantwortlichen, dass der Aufbau neuer Angebote und die familienergänzende Betreuung ganz allgemein von Stiftungen – und auch vermehrt von der Wirtschaft mitgetragen wird. «Hier laufen Gespräche», so Portmann. «Wir versuchen mit diesem Projekt den Veränderungen, in denen wir uns permanent befinden, gerecht zu werden und dem heutigen Zeitgeist zu entsprechen.»

Hinweis: Weitere Infos zum Verein und zum Angebot gibt es unter:
www.kinderbetreuung-sursee.ch.

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