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In der Stadt Luzern fahren immer weniger mit dem Auto

Die neusten Zahlen bestätigen den langjährigen Trend: Der Autoverkehr in der Stadt Luzern ist rückläufig. Was bedeutet das für die Spange Nord?
Robert Knobel
Das Verkehrsaufkommen auf der Seebrücke hat sich innert weniger Jahre um sechs Prozent reduziert. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 27. März 2019)

Das Verkehrsaufkommen auf der Seebrücke hat sich innert weniger Jahre um sechs Prozent reduziert. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 27. März 2019)

Im vergangenen Jahr überquerten jeden Tag 52'500 Personen die Luzerner Seebrücke mit dem Auto. Das ist zwar leicht mehr als 2017 – aber deutlich weniger als im Jahr 2013, als es noch 56'000 waren. Somit hat sich das Verkehrsaufkommen auf der Seebrücke innert weniger Jahre um sechs Prozent reduziert. Das zeigen die neuesten Zahlen des «Monitoring Gesamtverkehr Luzern», welche jeweils von Stadt und Kanton Luzern sowie dem Verkehrsverbund und der Hochschule Luzern erhoben werden:

Immer mehr fahren mit dem ÖV

Der Autoverkehr ist also rückläufig – diese Tendenz ist nicht nur in der Luzerner Innenstadt zu beobachten, sondern auch in der übrigen Stadt: Auf dem Gebiet der alten Stadt Luzern (ohne Littau) hat sich die Zahl der Personen, die im Auto unterwegs sind, seit 2013 um vier Prozent verringert – konkret waren es zuletzt noch 225'500 Personen pro Tag. Parallel dazu ist die Zahl der ÖV-Passagiere stark angestiegen, nämlich um sieben Prozent auf 149'000 pro Tag.

Ganz anders präsentiert sich die Entwicklung, wenn man den Grossraum Luzern anschaut. Beim «grenzüberschreitenden» Verkehr zwischen der Agglomeration Luzern und ausserhalb zeigen die Pfeile nicht nur beim ÖV steil nach oben (von 91'000 auf 99'000), sondern auch beim Autoverkehr. Dieser hat seit 2013 um sieben Prozent auf 436'500 Personen pro Tag zugenommen. Diese Zahlen relativieren sich allerdings etwas wenn man bedenkt, dass auch der Transitverkehr eingerechnet ist, der über die Autobahnen in die Agglomeration Luzern hinein und wieder hinaus führt. Wie dem Verkehrsmonitoring zu entnehmen ist, sind denn auch die Autobahnen A2 und A14 massgeblich am starken Verkehrszuwachs beteiligt.

Weicht der Verkehr auf andere Gebiete aus?

Abnahme des Autoverkehrs in der Stadt – Zunahme auf den Autobahnen in der Agglo: Diese Entwicklung spielt dem Luzerner Stadtrat in die Hände. Dieser lehnt bekanntlich die Spange Nord, welche das Stadtzentrum entlasten soll, ab – und befürwortet gleichzeitig die neue Autobahnumfahrung Bypass. Der Kanton, welcher die Spange Nord bauen will, warnt indessen vor voreiligen Schlüssen. Dass der Autoverkehr in der Stadt seit Jahren abnimmt, zeige lediglich, dass das städtische Verkehrssystem gesättigt sei – und der Verkehr sich andere Wege sucht, etwa in der Agglomeration. Das sagte Paloma Meier, Kommunikationsspezialistin des kantonalen Baudepartements, bereits im Frühling gegenüber unserer Zeitung. Eine Spange Nord würde gemäss Kanton ohnehin nicht nur das Luzerner Stadtzentrum entlasten, sondern auch andere Regionen wie das Rontal. Konkretere Aussagen zur Spange Nord will das Baudepartement im Moment aber nicht machen. Denn die Planung wurde bekanntlich vom Kantonsrat zur nochmaligen Überprüfung an die Regierung geschickt. «Im Herbst werden die Resultate vorliegen. Von Bedeutung für das weitere Vorgehen wird sicher die verkehrliche Entwicklung sein», sagt Paloma Meier auf Anfrage.

20 Prozent mehr Velos in der Innenstadt – aber die Seebrücke bleibt ein Sorgenkind

Auf den beiden grossen Innenstadt-Brücken, die für Velofahrer offen sind (See- und Reussbrücke), betrug der tägliche Verkehr im vergangenen Jahr 4000 Velos. Dieser Wert ist seit Jahren ungefähr gleich. «Die Querung der Seebrücke mit Velo ist vermutlich immer noch für viele Velofahrende eine Herausforderung», sagt Timo Ohnmacht vom Kompetenzzentrum für Mobilität der Hochschule Luzern. Abhilfe schaffen könnte wohl erst die Schaffung eines sicheren Velowegs über die Seebrücke oder sogar eine eigene Velobrücke. Betrachtet man hingegen die ganze Innenstadt, so ist der Zuwachs – wenn auch auf bescheidenem Niveau – beträchtlich: Die Zahl der Velofahrer ist zwischen 2013 und 2018 um 20 Prozent angestiegen, auf 15'000 pro Tag. Das habe sicher auch mit der Verbesserung des Angebots an vielen Orten der Stadt zu tun, glaubt Timo Ohnmacht. Er nennt beispielsweise das Freigleis oder die Velostrasse im Bruchquartier. Auch der Erfolg des Veloverleihsystems Nextbike trage wohl zum Wachstum des Veloverkehrs bei: «Seit dem Markteintritt von Nextbike im Jahr 2010 sind die Ausleihen von 940 auf über 80’000 angestiegen.»

Weitere Informationen zum Monitoring Gesamtverkehr Luzern 2019 finden Sie hier.

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