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In der Stadt Sursee nimmt das Wahlkarussel Fahrt auf

Im Frühling müssen mindestens drei Stadträte neu gewählt werden. Dabei erhebt die Linke Anspruch auf einen zweiten Sitz.
Ernesto Piazza
Grosses Sesselrücken im Stadthaus Sursee: Mindestens drei Stadträte müssen im Frühling neu gewählt werden. (Bild: Pius Amrein 22. Juli 2019)

Grosses Sesselrücken im Stadthaus Sursee: Mindestens drei Stadträte müssen im Frühling neu gewählt werden. (Bild: Pius Amrein 22. Juli 2019)


In Sursee bahnt sich im nächsten Frühling ein echter Wahlkrimi an: Aktuell stellen sich mit Michael Widmer (CVP, Finanzen), Bruno Bucher (FDP, Bau) und Stapi Beat Leu (CVP) drei der fünf Stadträte für eine weitere Legislatur nicht mehr zur Verfügung. Mit Jolanda Achermann Sen (SP, Soziales) könnte noch ein weiteres Exekutivmitglied dazu stossen. Sie will sich mit ihrer Partei abstimmen und bis zirka Mitte Oktober entscheiden. Aktuell ist lediglich klar, dass Bildungsvorsteherin Heidi Schilliger (FDP) für eine weitere vierjährige Periode kandidiert (Ausgabe vom 19. September).

Seit den letzten Kantonsratswahlen vom Frühling sind die Grünen in Sursee die zweite Kraft. «Für uns ist – unabhängig von dieser Rücktrittswelle – schon seit längerem klar, dass wir Anspruch auf einen Sitz im Stadtrat haben», sagt Grünen-Ortsparteipräsident Samuel Zbinden. Für ihn selber ist ein solches Mandat keine Option. Erst seit einigen Monaten im Kantonsrat und aktuell im Rennen für einen Nationalratssitz, «will ich mich nicht bereits wieder in ein neues Amt einarbeiten.» Er ist aber der Ansicht, die Grünen verfügten über diverse mögliche Kandidierende.

Steigt Andreas Hofer nochmals ins Rennen?

Andreas Hofer (Bild: PD)

Andreas Hofer (Bild: PD)

Schon zweimal hat Kantonsrat Andreas Hofer (Grüne) für ein Exekutivamt in Sursee kandidiert. Zuletzt scheiterte er 2012 im Kampf um das Stadtpräsidium gegen Beat Leu. Dabei erreichte er mit 41 Prozent einen beachtlichen Stimmenanteil. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte, erneut anzutreten, sagt er:

«Das wäre eine enorme Herausforderung.»

Aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit – Hofer führt zusammen mit seinem Bruder einen Fischereibetrieb – sei das für ihn eigentlich kein Thema mehr. Wobei er sich «einen ganz kleinen Spalt offen lassen will», erklärt der Kantonsrat.

Für CVP-Ortsparteipräsidentin Susanne Stöckli ist Fakt: «Wir möchten die beiden Sitze natürlich verteidigen. Und wir haben auch den Stapi auf dem Radar.» Bereits hat ihre Partei mit möglichen Kandidaten gesprochen. Stöcklis Wunschszenario ist: Bis zur Budget-Parteiversammlung vom 2. Dezember über die entsprechenden Rückmeldungen zu verfügen. Für die CVP ist zudem wichtig: Der eingeschlagene Kurs des Stadtrats soll weiter verfolgt werden. Wobei Stöckli davon ausgeht, dass die Grünen auch einen Kandidaten stellen und bei einer Wahl diese Entwicklung gebremst werden könnte. Sie sagt aber: «Es ist natürlich legitim, anzutreten.»

CVP fragt Chef Kommunikation bei Luzerner Polizei

Christian Bertschi (Bild:PD)

Christian Bertschi (Bild:PD)

Ein möglicher CVP-Kandidat ist der in Sursee geborene und aufgewachsene Christian Bertschi. Die Kontaktaufnahme von der Geschäftsleitung ehre ihn sehr, denn die Aufgabe als Stadtrat erachtet er als sehr reizvoll.

«Ich werde eine mögliche Kandidatur prüfen.»

Von seinen beruflichen Fähigkeiten her und aus der Warte der bisher gesammelten Erfahrungen in der Kommunikationsbranche betrachtet, dürfte ihm das Ressort Präsidiales am ehesten entsprechen. Momentan ist Bertschi Chef Kommunikation bei der Luzerner Polizei.

Nach nur einer Legislatur tritt Michael Widmer aus geschäftlichen Gründen nicht mehr an. Seinerzeit hatte er sich in einer Kampfwahl ums Finanzressort gegen Rainer Jacquemai (beide CVP) durchgesetzt. Diesen haben die drei jetzigen Rücktritte – vor allem derjenige seines damaligen Kontrahenten – überrascht. Auf die Frage, ob er sich eine erneute Kandidatur vorstellen könnte, sagt der Selbstständigerwerbende: «Das ist für mich aktuell kein Thema. Ich habe mich nach dem seinerzeitigen Resultat anders orientiert und auch noch letzte Woche an der HSLU einen Masterstudiengang abgeschlossen.

Es müsste einiges passieren, dass ich mir das noch einmal überlege.» Wobei er erklärt: «Ich hätte dieses Amt sehr gerne angetreten.» Und so will Jacquemai im Moment auch nicht komplett «nein» sagen. Sollte es zu einer Kandidatur kommen, würde er sie als CVP-Urgestein wieder mit seiner Partei machen. Obwohl bei ihm aufgrund der damaligen parteiinternen Vorkommnisse noch eine «gewisse Enttäuschung» nachhallt.

Linker Anspruch auf zwei Stadtratssitze

Yvonne Zemp Baumgartner (Bild: PD)

Yvonne Zemp Baumgartner (Bild: PD)

Die SP wartet den Entscheid von Jolanda Achermann ab. «Nachher werden wir das weitere Vorgehen kommunizieren», erklärt Ortsparteipräsident Martin Bisig. Zusammen mit den Grünen will sich die SP im Oktober auch über die nächsten Schritte austauschen. Chancen auf einen Sitz im Stadtrat hat sicherlich Yvonne Zemp. Sie selber will sich aktuell dazu nicht äussern. Momentan ist die SP-Kantonsrätin in den Nationalrats-Wahlkampf involviert. Sie sagt:

«Die Linke –SP, Grüne und Junge Grüne – hat in Sursee nach den kantonalen Wahlen klareren Anspruch auf zwei Sitze als CVP und FDP.»

Wobei sie auch betont: «Grundsätzlich sollen ökologische und soziale Anliegen in der Stadt Sursee noch mehr Gewicht erhalten. Da hoffen wir durch den Linksrutsch inhaltlich etwas zu erreichen.»

Die SVP hat in Sursee einen schwierigen Stand. Ortsparteipräsident Karl Randa war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Hans Bachmann, FDP-Ortsparteipräsident, betont: «Wir wollen den Sitz von Bruno Bucher halten.» Sie seien wegen der Vakanz seit einiger Zeit in Gesprächen, aber noch nicht im Vollgasmodus. «Ein Kronfavorit hat sich bisher nicht herauskristallisiert.» Mit den drei Vakanzen werde alles etwas durchgerüttelt. Daher ist für ihn klar: Die «Zauberformel» für Sursee sei nicht mehr in Stein gemeisselt. Bachmann kann sich durchaus vorstellen, dass beim Findungsprozess auch parteienunabhängige Gespräche geführt werden.

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