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Rätselräume boomen in der Region Luzern: Neben den bisherigen Anbietern sind über den Sommer gleich zwei neue dazu gekommen. In einem davon geht es um eine Brauerei – das Wichtigste fehlt allerdings.
Federico Gagliano
In der Escape Company an der Pilatusstrasse müssen Besucher unter anderem aus einem Gefängnis flüchten. (Bild: Jakob Ineichen (Luzern, 10. Oktober 2018))

In der Escape Company an der Pilatusstrasse müssen Besucher unter anderem aus einem Gefängnis flüchten. (Bild: Jakob Ineichen (Luzern, 10. Oktober 2018))

Das Prinzip bleibt immer dasselbe: In einer Stunde muss ein Team von zwei bis sechs Leuten aus einem Raum voller Rätsel, einem sogenannten Escape Room, fliehen. Die Idee wurde aus Videospielen erstmals in Japan in der realen Welt umgesetzt und hat sich innert weniger Jahre weltweit verbreitet. Inzwischen finden sogar Meisterschaften statt, in denen Teams um die Wette rätseln.

In Luzern öffnete der erste Escape Room im November 2013 am Kasernenplatz. Es handelte sich dabei um einen Ableger der «Adventure Rooms»-Franchise, einer der ersten Anbieter im Land. Vor zwei Jahren zügelte der Betrieb in grössere Räumlichkeiten nach Emmenbrücke an den Seetalplatz. Ein Jahr später kam bereits Konkurrenz: Der ukrainische Anbieter «Escape Quest» öffnete im August 2017 einige Räume im Littauerboden. Nun ist über den Sommer wieder Konkurrenz dazu gekommen.

Autor Federico Gagliano sucht in der «Beer Factory» nach einem geheimen Rezept. (Bilder: Jakob Ineichen, 10. Oktober 2018).Autor Federico Gagliano sucht in der «Beer Factory» nach einem geheimen Rezept. (Bilder: Jakob Ineichen, 10. Oktober 2018).
An der Pilatusstrasse in Luzern gibt es einen neuen Anbieter für Escape-Room-Abenteuer. An der Pilatusstrasse in Luzern gibt es einen neuen Anbieter für Escape-Room-Abenteuer.
Auch ausserhalb der Erde gilt es, Rätsel zu lösen.Auch ausserhalb der Erde gilt es, Rätsel zu lösen.
Klassische Flucht: Bei «Prison Break» muss der Besucher aus dem Gefängnis ausbrechen.Klassische Flucht: Bei «Prison Break» muss der Besucher aus dem Gefängnis ausbrechen.
Ganz so gefährlich wie angedeutet, wird es auch im neuen Escape-Room dann doch nicht.Ganz so gefährlich wie angedeutet, wird es auch im neuen Escape-Room dann doch nicht.
Auch auf martialische Details wurde Wert gelegt.Auch auf martialische Details wurde Wert gelegt.
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Neuer Escape Room in Luzern für Rätselfreunde

Flucht aus der Brauerei – oder aus dem Gefängnis

Im Juli öffnete die Escape Company aus St. Gallen ihre Pforten an der Pilatusstrasse 20, gleich gegenüber dem Kino Moderne. Dort stehen vier Räume mit drei Themen zur Verfügung. In «Top Secret» soll man einen Ausserirdischen aus einem Labor befreien. In «Prison Breakout» dreht sich alles um eine Flucht aus dem Gefängnis. Und in «Beer Factory» sucht man in einer Brauerei nach einem geheimen Rezept. Alle Räume sind vollständig ihrem Thema gewidmet – der Bierraum startet beispielsweise in einer charmanten Beiz, samt Jasstisch und Zapfhahn. Nur eines fehlt bisher: Bier. «Dafür fehlt uns momentan noch die Ausschanklizenz», erklärt Mina Bösiger, stellvertretende Geschäftsführerin der Escape Company. «Ausserdem sollten Spieler sowieso bei klarem Verstand bleiben, wenn sie aus dem Raum kommen wollen», fügt sie lachend hinzu. In der Nähe gebe es ja dank zentraler Lage genug andere Trinkgelegenheiten, um nachher seinen Erfolg zu feiern - oder die Niederlage zu vergessen.

Wie bei anderen Anbietern kann auch an der Pilatusstrasse in grösseren Teams von bis zu 25 Leuten gegeneinander gespielt werden. Während aber in anderen Escape-Räumen ein Team versucht, das andere Team im gleichem Raum einzuholen, hat die Escape Company den «Top Secret»-Raum gleich doppelt gebaut - die beiden Teams rätseln unabhängig voneinander um die Wette, am Schluss wird durch Punktevergabe entschieden, wer gewinnt.

«Uns fehlt die Ausschanklizenz - ausserdem sollten Spieler sowieso bei klarem Verstand bleiben, wenn sie aus dem Raum kommen wollen.»

Preislich bewegen sich alle Anbieter ungefähr im gleichen Rahmen: Vier Personen bezahlen zwischen 120 und 140 Franken. Prinzipiell lohnt sich der Besuch ab vier Leuten am meisten – nicht nur, weil der Preis sinkt, je mehr Leute dabei sind, sondern auch, weil man so eher zum Erfolg kommt. Die Schwierigkeitsgrade der Räume sind höchst unterschiedlich. Der Raum «Top Secret» wird laut Bösiger zum Beispiel nur von einem von 40 Teams erfolgreich beendet. Deshalb ist es ratsam, dass sich nicht alle zusammen auf das gleiche Rätsel konzentrieren. Viel besser ist es, sich in Zweierteams aufzuteilen. Das bedingt aber auch eine klare Kommunikation: Wer einen vierstelligen Zahlencode findet, muss das seinen Mitspieler sofort sagen – möglicherweise hat jemand bereits das Schloss dazu gefunden.

Hat man es einmal versucht, ist die Spannung weg

Neben ihrem Aufbau und dem 60-Minuten-Zeitlimit haben Escape Rooms aber immer die gleiche Schwäche: Hat man einen Raum einmal versucht, gibt es wenig Gründe, ihn nochmals aufzusuchen – unabhängig davon, ob man erfolgreich flüchten konnte oder nicht. So schnell wird Luzerner Rätselfreunden aber das Knobelfutter nicht ausgehen: Mit den drei Anbietern sind in Luzern rund 13 Räume verfügbar. Seit vergangenem Monat ist zudem noch ein zusätzlicher Raum verfügbar: Der Luzerner Unternehmer Thomas Niederberger hat unter dem Namen «The Riddle Escape Games» einen Rätselraum an der Baselstrasse eröffnet. Zwei weitere Escape Rooms sollen bald folgen. Und auch in Root und Baar kann schon seit Längerem gerätselt werden.

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