In diesem Gebäude in Root gehen die VBL-Busse in der Nacht künftig schlafen

27 Fahrzeuge finden im neuen Zweitdepot der VBL beim D4-Center Platz – darunter auch Trolleybusse, obwohl es hier gar keine Oberleitungen hat. 

Roman Hodel
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Seiligumpen mit dem Bus? Nein, nein – VBL-Direktor Norbert Schmassmann (links) und Andreas Zemp. Leiter Technik bei der VBL, beim Eröffnungsakt.

Seiligumpen mit dem Bus? Nein, nein – VBL-Direktor Norbert Schmassmann (links) und Andreas Zemp. Leiter Technik bei der VBL, beim Eröffnungsakt.

(Bilder: Boris Bürgisser, Root 12. Dezember 2019)

Sie misst 3300 Quadratmeter Fläche und fasst 27 Fahrzeuge: Die eigentliche Garage ist das Herz des neuen Zweitdepots der Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) im Oberfeld in Root. «Wobei die Bezeichnung ‹Depot› fast ein wenig despektierlich ist», sagte der Rooter Gemeindepräsident Heinz Schumacher (FDP) an der Eröffnung am Donnerstag und erwähnte die Vorteile für die lokale Bevölkerung:

«Wenn wir Rooter beispielsweise etwas länger in der Stadt im Ausgang sind, gelangen wir mit dem letzten Bus nun noch bis nach Hause.»

Jeweils gegen 0.30 Uhr wird künftig das letzte Fahrzeug hier «garagiert», wie es Andreas Zemp, Leiter Technik bei der VBL, auf einem Rundgang ausdrückte. Umgekehrt fahren am Morgen um 5 Uhr die ersten Busse aus dem Depot. Vorerst wird das Nachtlager von 18 Gelenkbussen – hauptsächlich der Linien 22 und 23 – sowie von vier Doppelgelenktrolleybussen genutzt. Diese verkehren ab nächstem Sonntag bekanntlich neu bis zur Mall of Switzerland. Somit kann die VBL die Linie 1 auch ab Root mit Fahrzeugen bestücken. Allerdings fehlen die Oberleitungen zwischen der Mall und dem Depot. «Das macht nichts», sagt Zemp und fügt an:

«Für diese Strecke reicht die Notfahrbatterie problemlos aus und diese können wir im Depot über Nacht aufladen.»

Neben der Garage befindet sich einerseits eine Waschstrasse für Busse und Cars. Dabei lenken die Chauffeure das Fahrzeug im Kriechtempo durch die Anlage – im Schnitt alle zwei bis drei Tage, je nach Verschmutzungsgrad.

Andererseits verfügt die VBL über Nebenräume etwa für den Aufenthalt, für Meetings und natürlich zum Umziehen. Denn manche Chauffeure starten oder beenden ihren Arbeitstag künftig hier. Damit diese VBL-Mitarbeiter überhaupt so früh zum neuen Depot gelangen oder spät noch heimfahren können, gibt es im Untergeschoss eine Tiefgarage für Privatautos und Velos.

Schon gehört? Busfahrer Reto Wirth im Podcast:

Das ganze Zweitdepot kommt ohne fixe Mitarbeiter aus. Die Chauffeure erledigen ihre Arbeiten selbstständig, bei kleineren Reparaturarbeiten kommen Mitarbeiter aus dem Hauptdepot in Luzern zu Hilfe. Weil dieses seit Jahren zu klein ist, hatte die VBL bereits vor sieben Jahren mit der Standortsuche für ein Zweitdepot begonnen. Rund 25 Grundstücke wurden besichtigt, drei davon näher verfolgt. «Alle diese Verhandlungen scheiterten, etwa an der Preisvorstellung», sagte VBL-Direktor Norbert Schmassmann. Das Grundstück, auf dem das Depot nun steht, hätte die VBL am liebsten selber gekauft. Doch bei der Versteigerung des früheren Macchi-Areals 2015 machte die Creafonds AG aus Sursee das Rennen. Deren VR-Präsident Daniele Obino sagte mit einem Schmunzeln: «Die VBL ist halt bei fünf Millionen Franken ausgestiegen.» Eine Summe, die VBL-VR-Präsidentin Yvonne Hunkeler in ihrer Ansprache nicht so stehenlassen konnte: «Unsere Limite lag bei 6,2 Millionen Franken.» Creafonds bezahlte 6,5 Millionen.

Die Gebäude wurden nach einem Entwurf der S+P Architekten teils neu-, teils umgebaut. Wegen Grundwasserproblemen verzögerte sich der Bau. Die VBL musste gar den Vertrag für ihr provisorisches Zweitdepot in Rothenburg verlängern (wir berichteten). Neben dem Depot umfasst der Komplex auch Büro- und Gewerbeflächen. Unter anderem sind Otto’s und die Kesb Luzern-Land eingemietet. Laut Creafonds liegt der Vermietungsstand bei 70 Prozent. Die VBL bleibt dem Areal gemäss Mietvertrag sicher 30 Jahre erhalten. Noch ist ihr Depot nicht voll ausgenutzt – es hat Platz für drei weitere Gelenkbusse. Doch was ist, wenn das Wachstum so stürmisch weitergeht wie in den letzten sieben Jahren mit 20 zusätzlichen Fahrzeugen? Andreas Zemp sagte:

«Dann müssen wir uns wieder etwas Neues einfallen lassen.»
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