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In diesem Haus am Luzerner Grendel gibt's statt Kafi crème bald Uhren

Die Tage der traditionsreichen Cafeteria Emilio am Luzerner Grendel sind gezählt – das Lokal macht einer Bijouterie Platz. Die Pächterin betont, dass sie nicht verdrängt werde – der Grund für das Aus sei ein anderer.
Roman Hodel
Die Cafeteria «Emilio» am Grendel 9. (Bild: hor)

Die Cafeteria «Emilio» am Grendel 9. (Bild: hor)

Es ist eine gute Nachricht für Uhrenfans – aber eine schlechte für Liebhaber kleiner Cafés: Das «Emilio» am Grendel 9 schliesst bald für immer – die Pächterin hat den Mietvertrag auf Ende Oktober gekündigt. Darauf folgen soll eine Bijouterie. Dies ist einem Baugesuch zu entnehmen, welches seit gestern bei der Stadt Luzern öffentlich aufliegt. Demnach soll die heutige Cafeteria mehr oder weniger bis auf den Rohbau zurückgebaut werden. Das Uhrengeschäft wird sich danach vom Unter- bis ins zweite Obergeschoss erstrecken.

Der Zeitplan ist sportlich: «Aus betriebswirtschaftlichen Gründen muss der Laden am 21.1.2019 eröffnet werden», heisst es im Baugesuch. Aus diesem Grund bittet der Bauherr die Stadt, «das Gesuch sehr speditiv öffentlich aufzulegen und zu behandeln». Den künftigen Mieter suche man mittels «intensiver Vermarktung». Der Baustart ist auf Oktober terminiert.

Auch die Wohnungen sollen saniert werden

Gemäss dem Baugesuch wird nicht nur der untere Teil des Gebäudes verändert, auch die neun Kleinwohnungen in den oberen Stockwerken stehen vor einer Sanierung. Dieses Gesuch war bereits im Januar 2018 eingereicht worden. Danach hat die Cafeteria Emilio gekündigt. Dessen Pächterin möchte sich momentan nicht dazu äussern – auch nicht zum Schliessungsdatum. Nur soviel: Sie werde nicht verdrängt, sondern höre aus freien Stücken auf. Für den Weiterbetrieb wären umfangreiche Investitionen nötig gewesen.

Wer im «Emilio» einkehrt, macht in der Tat eine Zeitreise. Die Räume versprühen den Charme eines Tea-Rooms aus den 1980er Jahren - mit dem weinroten Mobiliar, den beige-/rosafarbenen Tapeten und reichlich Spiegeln an den Wänden. Der letzte Umbau liegt denn auch 31 Jahre zurück. Damals wurde zudem der verglaste Erker gegen den Grendel hin im 1. Obergeschoss angebracht. Den Namen «Emilio» trägt das Lokal aber schon seit den 1970er Jahren.

Die Geschichte der Liegenschaft reicht freilich viel weiter zurück. Im 16. Jahrhundert bestand die Häuserzeile noch aus drei- bis viergeschossigen Fachwerkbauten. 1862 folgte die Aufstockung auf fünf Geschosse. Ab dieser Zeit gehörte das Haus dem Bäckermeister Herzog. Seit 1926 besteht es im Grossen und Ganzen in der heutigen Form. Eigentümer der Liegenschaft und damit Bauherr ist eine Privatperson aus Cham. Sie hat auf Anfrage weitere Informationen zum Projekt zu einem späteren Zeitpunkt angekündigt.

Das letzte Gastrolokal am Grendel

Mit der Schliessung des «Emilio» verliert der Grendel sein letztes Gastrolokal. Bereits vor fünf Jahren hatte die Gamag ihr Restaurant «Grendel 19» – früher Mövenpick – geschlossen. Darin befindet sich nun ein Uhrengeschäft. An derselben Adresse wird auch Ochsner Shoes bald ausziehen und an die Hertensteinstrasse wechseln (wir berichteten). Über einen allfälligen Nachfolger ist noch nichts bekannt. Hingegen ist klar, wer die frei werdende Ladenfläche am benachbarten Grendel 21 übernimmt: Das Luxusbekleidungsgeschäft Moncler (wir berichteten) – ausnahmsweise mal kein Uhrengeschäft.

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