In Eich tritt der Kirchenrat geschlossen zurück

Der Kirchenrat wollte das Pfarreileiterehepaar nicht mehr wählen - doch die Gemeindemitglieder wehrten sich mit Erfolg.

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Dicke Post vom katholischen Kirchenrat gab es am Mittwoch in Eich: «Der Kirchenrat hat (...) beschlossen, gemeinsam sofort zurückzutreten.» Es habe seit längerem Spannungen gegeben zwischen dem Kirchenrat und der Gemeindeleitung, und es sei nach «langem Schweigen» jetzt an der Zeit, offen über diese zu sprechen.

«Erhebliche Differenzen»
Die wichtigsten Punkte im offenen Brief: Es sei zu «erheblichen Differenzen» bei Lohn und Mietzins und zu «Unstimmigkeiten» bei Belegen gekommen. Die Vorwürfe an das Pfarreileiter-Ehepaar Dötsch hält Beat Manser für haltlos. Der Dorfarzt, der sich in einer Gruppe Pfarreimitglieder für den Verbleib der Pfarreileitung einsetzt, betont: «Einer sachlichen Prüfung würde keiner dieser Vorwürfe standhalten, zudem leistet das Ehepaar Dötsch seit zehn Jahren hervorragende Arbeit.»

Dieser Meinung sind offenbar auch viele Eicher. Manser: «Wir haben eine Petition eingereicht, die sich für den Verbleib des Ehepaars einsetzt. Innert weniger Tage hatten wir 460 Unterschriften von insgesamt 1000 Stimmberechtigten.» Gregor Dötsch selber will zu den konkreten Vorwürfen keine Stellung nehmen. «Ich bedaure aber den Gesamtkonflikt, und es war ganz sicher nicht unser Ziel, dass es so weit kommt.»

Das Gesuch der vier Mitglieder des Kirchenrats um sofortige Freistellung wurde gestern bereits im Synodalrat der kantonalen Kirche behandelt. Dem Gesuch wurde gemäss Synodalverwalter Guido Saxer auf Ende Februar stattgegeben. Ab dem 1. März wird der Synodalverwalter die Kirchgemeinde Eich leiten, und «dann geht es darum, möglichst schnell Neuwahlen durchzuführen», sagt Saxer.

Michael Graber