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In Eschenbach feiert das Dösselen als Anlaufstelle für das Alter Geburtstag

Das Betagtenzentrum Dösselen feiert das 25-jährige Jubiläum. Heimleiter Leo Müller spricht über sein berufliches Zuhause – aber auch über generelle Veränderungen im Gesundheitswesen.
Ernesto Piazza
Oskar Isenschmid, mit Pflegedienstleiterin Regula Wisler und Heimleiter Leo Müller, wohnt seit Eröffnung im Dösselen. (Bild: Boris Bürgisser, 14. Mai 2019)

Oskar Isenschmid, mit Pflegedienstleiterin Regula Wisler und Heimleiter Leo Müller, wohnt seit Eröffnung im Dösselen. (Bild: Boris Bürgisser, 14. Mai 2019)

Zu Jahresbeginn hat das Betagtenzentrum Dösselen in Eschenbach eine Demenzabteilung eröffnet. Der dritte Stock ist hierfür neu gestaltet worden. Im Sommer will man dort mit dem Einzug einer psycho-geriatrischen Wohngruppe den Umbau abschliessen. Diese Abteilung entsteht für ältere Menschen mit psychischen Erkrankungen. Das ist auf der Luzerner Landschaft ein neueres Projekt (wir berichteten). Die beiden Bauvorhaben sollen beitragen, den heutigen Pflegebedürfnissen noch besser gerecht werden zu können.

Für das Gesamtprojekt hatte der Eschenbacher Stimmbürger im Dezember 2017 einen Baukredit von 1.9 Millionen Franken gesprochen. Die Fertigstellung fällt just in eine Zeit, wo das Dösselen sein 25-jähriges Bestehen feiern kann. Im Rahmen dieses Jubiläums finden im Betagtenzentrum vom 19. bis 26. Mai diverse Aktivitäten statt.

Grünes Licht für Baukredit von 25 Millionen Franken

Den wichtigsten Stein für das künftige Dösselen hatten die Stimmbürger im März 1991 ins Rollen gebracht. Sie gaben für einen Baukredit von 25 Millionen Franken grünes Licht. Das Projekt «Silence» des Luzerner Architekten Roland Mozzatti, welches aus 15 Eingaben als Sieger hervorging, konnte weiter verfolgt werden. Im Februar 1994 zogen die ersten Bewohner ins Betagtenzentrum ein. 2015 wurde in Eschenbach mit dem Bezug der Residenz Zielacher ein wichtiger Meilenstein fürs Betreute Wohnen gesetzt. Dieser Bau ist mit dem Hauptbau verbunden.

Das Dösselen ist nebst dem Kieswerk ein zweiter wichtiger Gemeindebetrieb. «Für Eschenbach ist es in jeder Beziehung ein Mehrwert», sagt Sozialvorsteherin Pia Rüttimann (CVP). Das Betagtenzentrum gehört mit über 90 Mitarbeitenden zu den grössten Arbeitgebern im Dorf.

«Im Dösselen sprechen alle Mitarbeiter Mundart»

Seit nunmehr 21 Jahren ist Leo Müller als Heimleiter für einen funktionierenden Betrieb im Dösselen verantwortlich. Zum Zeitpunkt der Wahl ging er davon aus, diese Tätigkeit «höchstens 10 Jahre» auszuüben. «Alle meine bisherigen Stellen verloren dann irgendwie ihren Reiz», sagt Müller. Doch es kam anders. «Im Dösselen beinhaltet jeder Tag eine neue Herausforderung.»

Herausfordernd sei beispielsweise schon sein Start gewesen, erinnert er sich. Unter anderem habe es an Fachpersonal gefehlt. Dieser Mangel ist gerade in der heutigen Zeit erneut festzustellen. «In der Pflege zu arbeiten, ist vielleicht nicht der attraktivste Beruf», glaubt Müller. «Nächstens müssen wir wohl auf Schichtarbeit umstellen.» Doch er sagt ebenfalls: Die Altersheime seien auch selber aktiv geworden und würden Ausbildungsplätze anbieten. Müller erklärt nicht ohne Stolz: «Im Dösselen sprechen alle Mitarbeiter Mundart.» Das sei für die Betagten ein wichtiger Faktor, um sich wohl zu fühlen.

Ein weiterer Punkt, der dem Heimleiter zu schaffen macht, ist die Kostenexplosion im Gesundheitswesen. Müller sieht das aber als «hausgemacht». Früher sei man vieles pragmatischer angegangen. Heute müsse alles abgesichert, mit Tabellen und Berechnungen plausibilisiert und hinterlegt werden. «Der administrative Aufwand ist mittlerweile viel zu hoch. Es geht primär um Finanzen. Das Alter ist zum Kostenfaktor mutiert.» Mit der neuen Pflegefinanzierung, bei der ausser den Krankenkassen auch die Politik ihre Hausaufgaben ungenügend gemacht habe, sei ein zusätzlicher finanzieller Druck auf die Gemeinwesen entstanden.

«Die Situation ist nur eine Momentaufnahme»

Eine Veränderung stellt Müller auch darin fest, dass die Betagten heute zu einem viel späteren Zeitpunkt ihres Lebens ins Heim eintreten als früher. Zudem entstehen neue Berufsbilder. Mit den beiden Abteilungen Demenz und psycho-geriatrische Wohngruppe werden im Dösselen 10 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Das Eschenbacher Betagtenzentrum hat momentan 70 Betten – deren 74 sind vom Kanton bewilligt. Aktuell ist das Haus nicht voll belegt. Die Grundauslastung sei aber gut. Weshalb im Dösselen noch freie Betten zur Verfügung stehen, begründet der Heimleiter so: Ganz grundsätzlich gebe es im Kanton freie Kapazitäten. «Zudem entstehen neue Formen des Zusammenlebens im Alter - beispielsweise mit dem betreuten Wohnen.» Dem Aspekt trägt das Dösselen mit der Residenz Zielacher Rechnung. «Zudem ist die Spitex viel professioneller geworden.» Das hätte bei der Betreuung von älteren Menschen zu einem Umbruch geführt, so Heimleiter Müller. Denn die Aufenthaltsdauer sinke. Doch er ist überzeugt. «Die Situation ist nur eine Momentaufnahme.»

Ein besonderes Highlight als Heimleiter will Müller nicht herauspicken. Es seien die kleinen Ereignisse. «Wenn ich die zufriedenen Bewohner sehe, macht das motivierte Team vieles richtig.» Und angesprochen auf spezielle Herausforderungen der Zukunft sagt er: «Den Spagat zu machen zwischen dem Menschen im Bett und den für die Betreuung vorhandenen Ressourcen, wird uns künftig noch vermehrt fordern.»

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