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In Honau bahnt sich eine Schicksalsfrage an: Mit Root, Gisikon oder weiterhin allein?

85 von rund 400 Bürger haben gesprochen: Die Kleingemeinde Honau soll eine Fusion prüfen. Die Meinungen zu den Plänen gehen indes weit auseinander.
Simon Mathis
Ansicht der Gemeinde Honau (im Vordergrund) mit Root und Gisikon im Hintergrund. Bild: Pius Amrein (Honau, 8. April 2019)

Ansicht der Gemeinde Honau (im Vordergrund) mit Root und Gisikon im Hintergrund. Bild: Pius Amrein (Honau, 8. April 2019)

Die Fusionspläne in Honau sind einen Schritt weiter: Eine entsprechende Initiative ist zu Stande gekommen. 85 Stimmen konnten die Initianten für das Anliegen sammeln. Was nach wenig klingt, ist beträchtlich für das 400-Seelen-Dorf; nötig gewesen wären lediglich 30 Unterschriften.

Die Initiative verlangt, dass der Gemeinderat eine Fusion mit den Nachbargemeinden Root oder Gisikon prüft. Diesem Wunsch kommt der Gemeinderat nun nach. «Wir finden es sehr wichtig, dass die Bevölkerung die Gelegenheit erhält, über eine Fusion und somit die Zukunft unserer kleinen Gemeinde zu entscheiden», sagt die Honauer Gemeindepräsidentin Beatrice Barnikol (CVP) auf Anfrage.

Grosser Aufwand für kleine Gemeinde

Eine offizielle Haltung zur Frage «Fusion oder nicht?» hat der Gemeinderat indes noch nicht eingenommen. Zunächst müssen die möglichen Szenarien abgeklärt werden, so Barnikol. Dabei hilft das kantonale Amt für Gemeinden. Der Honauer Gemeinderat wird im August mit der Dienststelle sprechen, um die weiteren Schritte abzustecken. Ein Planungsbericht soll Auskunft darüber geben, was eine Fusion mit Root und was eine mit Gisikon bedeuten würde. Auch die Möglichkeit, dass Honau selbstständig bleibt, soll geprüft werden. Der Gemeinderat sei für alle Szenarien offen, so Barnikol.

«Die Abklärungen sind eine Herausforderung für den Gemeinderat», sagt Barnikol. Denn die Ressourcen sind knapp: Der dreiköpfige Gemeinderat arbeitet in einem Pensum von 60 Stellenprozent, plus deren 40 für den Gemeindeschreiber. «Deshalb bin ich dankbar, dass Root, Gisikon, der Kanton Luzern und auch die Initiatoren alle am gleichen Strick ziehen», erklärt Barnikol. Die Nachbaren Root und Gisikon haben bereits signalisiert, dass sie den Fusionsplänen positiv gegenüberstehen. Initianten und Gemeinde haben sich darauf geeinigt, dass die Stimmbürger spätestens im Juni 2023 über die Fusionsfrage abstimmen sollen. Laut Verwaltung könnte es sein, dass die Bevölkerung im Frühling 2020 über einen Zusatzkredit für die Fusionspläne befinden muss. Denn so eine Fusion kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld. 2023 wurde als Deadline gewählt, weil eine Gemeindefusion vor dem Ende einer Legislatur stattfinden sollte. So bliebe nach einem Ja an der Urne noch ein Jahr für die Umsetzung, etwa zur Auflösung diverser Verträge.

Die Meinungen sind klar – und geteilt

Unsere Zeitung hat sich in der Bevölkerung umgehört – und die Meinungen zweier alteingesessener Honauer herausgegriffen. Der pensionierte Elektroingenieur Markus Dietiker ist ein entschiedener Gegner einer Fusion. «Diese Idee finde ich das Letzte», sagt der 73-Jährige.

«Ich will Honauer bleiben und nicht Gisiker oder Rooter werden.»

Zwar räumt Dietiker ein, dass die Mobilisierung von Gemeinderäten in der Vergangenheit manchmal schwierig war. Besorgniserregend sei die Situation aber nicht, meint er. «Vergangenes Jahr haben immerhin zwei Personen um den Sitz der Gemeindepräsidentin gekämpft.»

Dietiker zeigt sich zufrieden mit dem jetzigen Gemeinderat. «Wir sind zwar eine Schlafgemeinde, aber dafür sind wir wahnsinnig effizient: Unsere Verwaltung inklusive Gemeinderat operiert mit 100 Stellenprozent. Das kann uns kaum eine Gemeinde nachmachen.»

Der 63-jährige selbstständig Erwerbende Xaver Zurfluh, der Umbauarbeiten anbietet, sieht das ganz anders:

«Wir können froh sein, dass sich überhaupt jemand für den Gemeinderat meldet.»

Der Gemeinderat sei alles andere als effizient, meint er. Dabei verweist er auf diverse Fristen, die die Gemeinde nicht eingehalten habe. Kleine Dienstleistungen, die in anderen Gemeinden selbstverständlich sind, seien es in Honau nicht. Eine Professionalisierung der Exekutive tue deshalb not – eine Fusion könne da Abhilfe schaffen. «Honau bietet keine Infrastruktur, weder Schulen noch Freizeitangebote für Kinder und Erwachsene. Die Feuerwehr fusionierte bereits», sagt Zurfluh. Eine Fusion mache die Handhabung der Gemeindeaufgaben viel einfacher. «Für eine so kleine Gemeinde wie Honau kann eine Fusion nur Vorteile haben», ist Zurfluh deshalb überzeugt.

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