In Littau soll ein neuer Bushof entstehen

Beim Bahnhof Littau soll für 4,3 Millionen Franken ein neuer Bushof entstehen. Zunächst braucht es dort aber die neue Umfahrungsstrasse. 

Hugo Bischof
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Aktuelle Situation beim Bahnhof Littau in Luzern. Der Güterschuppen rechts und das angebaute Gebäude sollen für den Bau des Bushofes abgerissen werden.

Aktuelle Situation beim Bahnhof Littau in Luzern. Der Güterschuppen rechts und das angebaute Gebäude sollen für den Bau des Bushofes abgerissen werden.

Bild: Manuela Jans-Koch Littau-Luzern, 31. Januar 2020)

Um Littau Dorf und den Littauerboden attraktiv mit dem öffentlichen Verkehr zu erschliessen, soll beim Bahnhof Littau ein zeitgemässer Bushof realisiert werden. Dafür beantragt der Luzerner Stadtrat beim Parlament einen Sonderkredit von 4,3 Millionen Franken. Der städtische Umwelt- und Mobilitätsdirektor Adrian Borgula (Grüne) stellte das Projekt am Freitag an einer Medienorientierung vor Ort vor.

Drei Buslinien haben ihren Wendepunkt zurzeit beim Bahnhof Littau: Die Linien 40 und 41 sowie neu die Tangentiallinie 30, die seit Mitte Dezember 2019 Littau via Kantonsspital direkt mit Ebikon verbindet. Die Wendeschlaufe ist eng, und an der Haltekante können nur zwei Busse gleichzeitig halten.  «Die ÖV-Anlagen beim Bahnhof Littau sind in einem schlechten Zustand und entsprechen in vielen Punkten nicht den heutigen Normen», betonte Stadtrat Borgula. Zudem gebe es heute Sicherheitsmängel, und auch das Behinderten-Gleichstellungsgesetz könne nicht eingehalten werden. Beim neuen Bushof soll es deshalb neue, behindertengerecht gestaltete Bushaltekanten geben. Es ist auch deutlich mehr Platz für das Anhalten und Wenden der Busse vorgesehen.

Stadtrat Adrian Borgula (links) und Christian Ferres, Projektleiter Mobilität, beim Bahnhof Littau. Hinten die heutige Bus-Anhaltestation.

Stadtrat Adrian Borgula (links) und Christian Ferres, Projektleiter Mobilität, beim Bahnhof Littau. Hinten die heutige Bus-Anhaltestation. 

Bild: Manuela Jans-Koch (Littau-Luzern, 31. Januar 2020)

Zum Bushof-Projekt gehören auch optimierte Parkierungsanlagen für Autos, 50 bis 60 Veloabstellplätze sowie ein attraktiver Aufenthaltsraum. Stadtrat Borgula betonte: 

«Wir wollen den Bahnhof Littau als Quartierzentrum für den Littauerboden entwickeln.»

Mit einer attraktiven Gestaltung der Aussenräume und einer Verbesserung der Quartierversorgung (zum Beispiel Lebensmittelladen, Gastronomie, Gesundheitsversorgung) könne ein Mehrwert für das Quartier geschaffen werden.  «Da die SBB parallel das Bahnperron erneuert, müssen die Projekte eng koordiniert werden», erklärte Christian Ferres, Projekleiter Mobilität der Stadt Luzern. «So werden sich die Bahn- und Buspassagiere künftig ein gemeinsames Perrondach teilen.»

Visualisierung: So soll der Bushof aussehen.

Visualisierung: So soll der Bushof aussehen.

PD

Stadt muss nur einen kleinen Teil der Kosten übernehmen

Die Planung und Realisierung des neuen Bushofs wird insgesamt 4,3 Millionen Franken kosten. Die Stadt wird voraussichtlich nur einen kleinen Teil davon selber bezahlen müssen. «Der Bund beteiligt sich dank Subventionsbeiträgen aus dem Agglomerationsprogramm mit 35 Prozent, also mit rund 1,5 Millionen Franken», so Borgula. «Von den verbleibenden 2,8 Millionen Franken trägt der Kanton Luzern voraussichtlich einen Anteil von 2 Millionen Franken, so dass die Stadt Luzern netto nur 800 000 Franken der Gesamtkosten finanzieren muss.»

Integration in das Projekt neue Cheerstrasse

Die Planung des Bushofes ist eng mit der Verlängerung der Cheerstrasse bis zum Kreisel Bodenhof im Littauerboden verknüpft. «Der Bushof kann nur realisiert werden, wenn gleichzeitig die neue Umfahrungsstrasse entsteht», betonte Borgula. Die Stadtluzerner Bevölkerung sagte 2017 definitiv Ja zum rund 20 Millionen Franken teuren Ausbau der Cheerstrasse. Das entsprechende Bauprojekt liegt seit Mitte November 2019 im Entwurf vor. Derzeit kann es noch nicht realisiert werden, weil noch nicht entschieden ist, ob der Knoten Bodenhof zukünftig als doppelspuriger Kreisel oder als Kreuzung mit einer Lichtsignalanlage betrieben wird. «Die Abklärungen und Verhandlungen zwischen Stadt und Kanton sind am Laufen», sagte Borgula. Die Eröffnung der Cheerstrasse und somit auch des Bushofes ist weiterhin auf 2024 geplant.