In Luzern fehlen die Chinesen – aber in China eröffnet ein neues Hotel mit Namen «Luzern»

Wer unter der Kapellbrücke nächtigen will, wird neuerdings direkt in China fündig.

Robert Knobel
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Zahllose Chinesen müssen derzeit ihre Pläne für eine Europareise auf unbestimmte Zeit verschieben. Doch wer ein wenig Luzern-Feeling kosten will, braucht das Reich der Mitte gar nicht zu verlassen. Er oder sie muss bloss in die 2-Millionen-Metropole Nanchang in Ostchina zu reisen. Dort hat vor wenigen Tagen das Pasandino Hotel&Resort Luzern eröffnet. Gemäss der Besitzerin, einer internationalen Hotelkette, liess man sich beim Design ganz von der Schweizerischen Landschaft inspirieren - so sehr, dass man sich quasi auf Schritt und Tritt wie in Luzern fühlen soll. Der Name des Hotels ist somit Programm. Kein Wunder, fehlen Bilder von der Kapellbrücke über den Hotelbetten ebensowenig wie kunstvoll ausgestaltete Uhr-Räderwerke in der Lobby:

Bilder: Hotels.com

Man fühlt sich also schon fast wie ein Chinese am Schwanenplatz - und das für knapp 100 Franken pro Nacht in einem Doppelzimmer. Doch China wäre natürlich nicht China, wenn beim Kopieren nicht die eine oder andere Ungenauigkeit passieren würde. So hat sich in eines der Hotelzimmer das Schloss Oberhofen am Thunersee eingeschlichen:

Natürlich sind die 60 Kilometer Luftlinie, die Oberhofen von Luzern trennen, für chinesische Massstäbe kaum von Bedeutung. Zudem liegt das Schloss auf der «Goldenen Schweizer Seidenstrasse» zwischen Luzern und Interlaken. Solange diese darniederliegt, ist es wohl einerlei, ob man nun unter einer mittelalterlichen Holzbrücke oder einem Berner Schloss nächtigt. Bleibt zu hoffen, dass die schönen Wand-Fotos dazu beitragen, dass die Chinesen Luzern (und natürlich auch Oberhofen) zumindest nicht ganz vergessen.

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