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In Luzern soll ein Weltraum-Iglu entstehen

Ein Ort im Luzerner Pilatusgebiet könnte zum Schauplatz eines internationalen, astronomischen Tests werden: Hier soll ein igluförmiger Weltraum-Unterschlupf entstehen, das Studenten vom Verkehrshaus aus fernsteuern.
Simon Mathis

Im Sommer 2020 soll in Luzern ein temporäres, ferngesteuertes Weltraumhabitat – eine Art Iglu – entstehen. Die Abklärungen zum Standort des astronomischen Forschungsprojektes laufen noch; vermutlich wird sich der Schauplatz im Pilatusgebiet befinden. Organisator des Projekts ist das Swiss Space Center, eine nationale Organisation zur Umsetzung der Schweizer Raumfahrtpolitik. Finanzielle Unterstützung erhält das Projekt von der Europäischen Weltraumorganisation ESA.

Das Projekt Igluna bringt etwa 100 Studentinnen und Studenten aus 15 internationalen Forschungsinstitutionen in Luzern zusammen. Ihr Ziel: Technologie entwickeln, dass es Menschen erlaubt, unter extremen Bedingungen – wie man sie etwa auf dem Mond oder dem Mars vorfindet – zu überleben. Der Clou dabei ist, dass das Habitat ferngesteuert werden soll. Dies soll vom Verkehrshaus Luzern aus geschehen.

Ein Teil der Studenten, die im nächsten Sommer Luzern besuchen werden. (Bild: PD)

Ein Teil der Studenten, die im nächsten Sommer Luzern besuchen werden. (Bild: PD)

Seit September arbeiten die Studenten in Teams an einzelnen Projekten. Getestet werden diese dann während zwei Wochen im Juli 2020. Unterstützt von Professoren und Experten werden die Studenten ihre Roboter, Maschinen und ihre Infrastruktur installieren. Danach steuern die Studenten den Weltraum-Unterschlupf vom Verkehrshaus aus.

Eindrücke vom Kick-off in Lausanne:

Ein 3D-Drucker stellt heimelige Möbel her

«Die Herausforderung bei einem solchen Habitat ist die Tatsache, dass es bereits stehen muss, wenn die Astronauten den entsprechenden Planeten oder Himmelskörpern erreichen», erläutert Eva Buchs, Mediensprecherin des Swiss Space Center. «Deshalb muss der Aufbau von weit her gesteuert werden.» Genau dies testen die Studenten im Verkehrshaus – auf sechs Forschungsfelder verteilt:

  1. Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken und Atmung müssen befriedigt sein. Das Wasser wird meist aus Eis gewonnen, das es auf Mond und Mars ebenso gibt wie auf der Erde.
  2. Die Architektur des Habitats muss Sicherheit gegen widrige Wetterverhältnisse, Meteoriten, extreme Temperaturen und gesundheitsschädliche Ausstrahlungen bieten.
  3. Das Habitat muss den Menschen eine gute Lebensqualität bieten. Das heisst unter anderem: eine bequeme Einrichtung in Wohnzimmern, die alltäglich scheinen. Hier kommt zum Beispiel ein 3-D-Drucker zum Einsatz, der Möbel herstellt.
  4. Das Habitat muss genügend Energie zur Verfügung haben. Ein Team aus Schottland gewinnt diese Energie aus Sonnenlicht.
  5. Die Kommunikation mit der Erde muss aufrechterhalten werden. Ein Team aus Griechenland arbeitet darüber hinaus an einem Augmented-Virtual-Reality-Helm, der den Astronauten auf dem Planeten Orientierung verschafft.
  6. Astronauten auf einem Planeten führen auch wissenschaftliche Experimente durch. In Luzern werden chemische Bestandteile des Bodens analysiert.

Die Übungsanlage sei nicht nur für entfernte Planeten gedacht. «Wann diese Technologien im Weltall Verwendung finden, steht noch in den Sternen», sagt Eva Buchs. «Aber ein solches Habitat ist auch auf der Erde nützlich. Es macht Orte, an denen das Überleben schwierig ist, bewohnbar.» Ausserdem lehre das Projekt, die wenigen verfügbaren Ressourcen zu sparen und nachhaltig zu denken.

Wichtig beim Projekt sei es, dass das Habitat an einer abgeschiedenen Stelle errichtet wird. «Direkt in der Stadt Luzern wäre die Übung sinnlos, da hier der Aufbau zu einfach ist», erläutert Buchs. Das Projekt Igluna findet 2020 zum zweiten Mal statt. Die erste Ausgabe wurde im vergangenen Sommer in Zermatt erfolgreich abgeschlossen.

Das erste «Igluna»-Projekt fand dieses Jahr in Zermatt statt. Nächstes Jahr wird Luzern zum Ort der Forschung. (Bilder: PD)

Das erste «Igluna»-Projekt fand dieses Jahr in Zermatt statt. Nächstes Jahr wird Luzern zum Ort der Forschung. (Bilder: PD)

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