In Reiden würfeln sich riesige Mannsgöggeli ihren Weg durchs Dorf

Der Umzug in Reiden liefert am Freitagnachmittag den besten Beweis: Mit der nötigen Prise Kreativität und viel Liebe zum Detail werden viele Sujets zum echten Hingucker.

Evelyne Fischer
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Die Gruppe s'Dorf ab Reiden präsentiert sich heuer als Waldschratten.
21 Bilder
Der STV Reiden ist «auf abWEGen» unterwegs.
WG am Schärme aus Altishofen mit dem Motto Expedition Krambambuli.
Gewerbeverein Reiden mit dem Sujet «z'Reide goht Poscht ab».
Ricke-Grunzer, Ebersecken, mit dem Motto «Rickinger».
Ricke-Grunzer, Ebersecken, mit dem Motto «Rickinger».
Ricke-Grunzer, Ebersecken, mit dem Motto «Rickinger».
Die Föörige aus Reiden mit dem Sujet «D'Seel chli lo bambele lo».
Die Föörige aus Reiden mit dem Sujet «D'Seel chli lo bambele lo».
Spielgruppe Reiden mit dem Motto «Auch bei uns Zwergen geht die Post ab».
Spielgruppe Reiden mit dem Motto «Auch bei uns Zwergen geht die Post ab».
Urisk aus Reiden mit dem Sujet «I(h)rre Froschheit».
Urisk aus Reiden mit dem Sujet «I(h)rre Froschheit».
Urisk aus Reiden mit dem Sujet «I(h)rre Froschheit».
Urisk aus Reiden mit dem Sujet «I(h)rre Froschheit».
«Frogtology» heisst das Sujet der Guuggenmusig Wegere Pflotscher Reiden.
Immer ein Highlight des Reider Umzugs: die einheimische Gruppe Urisk.
Auch gfürchige Gestalten fehlten in Reiden nicht.
Mannshohe Spielfiguren würfeln sich ihren Weg durch die Menge.
Als «BarBiere» ist die Vereinigung Blächschade aus Reiden unterwegs.
Nachwuchs der Reider Wegere Pflotscher mit dem Sujet «Frogtology».

Die Gruppe s'Dorf ab Reiden präsentiert sich heuer als Waldschratten.

Bild: Manuela Jans-Koch (Reiden, 21. Februar 2020)

Der Umzug in Kürze:

  • Anzahl Nummern: 27
  • Anzahl Zuschauer: 7000
  • Stimmung: schaurig schön
  • Dauer: 80 Minuten
  • Highlight: Urisk

Und nun alles der Reihe nach:

Die Welt steht kopf, und keinen erstaunt’s: Ist dies der Fall, haben die Fasnachtsmagistraten das Zepter in der Hand. Und lassen die Dimensionen der Realität vergessen: Da fletscht der Riesenwolf der Dagmerseller Häppereschweller die Zähne (Sujet: «Totkäppchen und die Gebrüder Schlimm»), da würfeln sich bunte Mannsgöggeli ihren Weg durchs Narrendefilee, während die Einachserfreunde Wiggertal dem stillgelegten Atomkraftwerk Mühleberg die letzte Ehre erweisen. In Nostalgiecharme, mit Samtjacken und Spitzenschirm.

Eine wilde Truppe spielt sich durchs Dorf.

Eine wilde Truppe spielt sich durchs Dorf.

Bild: Manuela Jans-Koch (Reiden, 21. Februar 2020)

Der sonnenverwöhnte Reider Umzug liefert den besten Beweis: Erst die nötige Prise Kreativität verleiht vielen Sujets den letzten Schliff: Bei den futuristisch wirkenden Wegere Pflotscher («Frogtology») aus Reiden sind die Ohren ein Hingucker – gebastelt aus neongrünen Abflusssieben. Bei den einheimischen Urisk («I(h)rre Froschheit») wird ein Sonnenbrillenglas zum Riesenklunker am Fingerring. Ihre breitmauligen Froschgestalten samt Glubschaugen kommen majestätisch daher.

Als «I(h)rre Froschheit» ziehen heuer Urisk durchs Dorf.

Als «I(h)rre Froschheit» ziehen heuer Urisk durchs Dorf.

Bild: Manuela Jans-Koch (Reiden, 21. Februar 2020)

Mit ebenso viel Liebe zum Detail hat die Reider Gruppe s’Dorf ab ihre Waldschratten erschaffen: Dank Moos, Geäst, Tannzapfen und Jagdtrophäe zieht ihr Kopfschmuck alle Blicke auf sich.

Mit viel Liebe zum Detail gestaltet: die Waldschratten der Gruppe «s'Dorf ab» Reiden.

Mit viel Liebe zum Detail gestaltet: die Waldschratten der Gruppe «s'Dorf ab» Reiden.

Bild: Manuela Jans-Koch (Reiden, 21. Februar 2020)

Wo die Giesskanne zur Handtasche wird

Ein tolles Accessoire gibt’s bei der Zwergenschar der Spielgruppe zu sichten: Die Giesskanne wird zur Handtasche umfunktioniert – und liefert Konfettinachschub. Mottogemäss haben die Kleinsten gezeigt:

«Auch bei uns Zwergen geht die Post ab.»

Die Post als Institution steht später im Fokus des Reider Gewerbevereins. In knallgelben Latzhosen stehen die Gewerbler vor lauter geschlossener Schaltern. Bedient wird per Monitor. Sie verlauten: «z’Reide goht Poscht ab.»

«z'Reide goht Poscht ab» sagt sich der örtliche Gewerbeverein.

«z'Reide goht Poscht ab» sagt sich der örtliche Gewerbeverein.

Bild: Manuela Jans-Koch (Reiden, 21. Februar 2020)

Dass die Wiggertaler Gemeinde kein Schlafdorf ist, davon haben sich am Freitagnachmittag unzählige Umzugsbesucher überzeugen können. 7000, schätzt Rita Stanger, Präsidentin der Fasnachtsgesellschaft Reiden. «So viele wie seit Jahren nicht mehr.»