In Richenthal «herrscht Totenstille»

Keine Post, keine Bank und keine Beiz: Richenthal bei Reiden darbt vor sich hin. Die Bevölkerung ist frustriert.

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Antoinette Kurmann im Dorfladen in Richenthal. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Antoinette Kurmann im Dorfladen in Richenthal. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Richenthal bei Reiden liegt eingebettet in bewaldete Hügel im Luzerner Wiggertal. Spaziert man durch die 730-Seelen-Gemeinde, mischt sich zur Idylle allerdings eine Prise Trostlosigkeit. Seit Juli ist die Post geschlossen, eine Bank gibt es wegen des mangelhaften Profits schon seit Jahren nicht mehr. Das Elbach-Open-Air mit jeweils 300 bis 400 Besuchern und Musikbands aus der Region findet erstmals seit der Premiere im Jahr 1998 nicht mehr statt. Über dem Restaurant Lamm wurde wegen Misswirtschaft im August der Konkurs eröffnet, den Besitzer hat dies schwer getroffen, er befindet sich in der Kur. Und heute Freitag schliesst mit dem Café Fleury auch noch die zweite und letzte Gaststätte im Dorf.

Für Benedikt Wolf, den Präsidenten des Unihockey-Klubs Richenthal Cannibals, ist die Entwicklung in seinem Heimatdorf nur eines: «Tragisch.» Gerade das «Lamm» sei ein geschätzter Treffpunkt im Dorf gewesen. Jetzt fehlt der Dreh- und Angelpunkt.»

Für Heinz Stalder, den Noch-Inhaber des «Fleury», sind die Einwohner selber schuld. «Wo sind denn die Richenthaler? Sie gehen lieber andernorts in den Ausgang», ärgert er sich. Unmittelbar neben dem Fleury liegt der Dorfladen, so etwas wie der Fels in der Brandung. Ladenbesitzerin Antoinette Kurmann macht sich aber auch Sorgen. «Begonnen hat es mit der Schliessung der Post.» Zwar könne man alle Postdienste von einem Hausdienst erledigen lassen. «Oft gehen die Leute trotzdem nach Reiden oder Dagmersellen auf die Post und kaufen dort auch gleich noch ein. Da wir keine Beiz mehr haben, kommen auch die Auswärtigen nicht mehr. Es herrscht hier Totenstille.»

Stephan Santschi

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